Startseite
Sie sind hier: Home > Sport > Mehr Sport > Radsport >

Radsport: Team Milram droht das Aus

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Radsport  

Radteam Milram droht das Aus

27.11.2008, 12:24 Uhr | dpa

Für den Radrennstall Milram könnte nach der kommenden Saison Schluss sein. (Foto: imago)Für den Radrennstall Milram könnte nach der kommenden Saison Schluss sein. (Foto: imago) Dem deutschen Radsport droht der vorzeitige Rückzug des letzten noch verbliebenen Elite-Rennstalls Milram. Eine Sprecherin des Sponsors, der Nordmilch AG in Bremen, bestätigte einen Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", dass der Konzern wegen der nicht nachlassenden Doping-Diskussion über einen Ausstieg nachdenkt.

"Wir bestätigen die Überprüfung unseres Engagements - mehr können wir dazu im Moment nicht sagen", erklärte sie. Nordmilch hat mit dem niederländischen Rennstall-Betreiber Gerry van Gerwen einen Vertrag bis 2010, aber Anwälte prüfen einen vorzeitigen Ausstieg, wahrscheinlich nach der kommenden Saison.

Tauziehen beendet Gerdemann wechselt zu Milram
Radsport Milram weiter auf Einkaufstour

Team Milram: Neun Millionen pro Jahr

Das Milram-Team, das sportlich erst vor Kurzem durch die Verpflichtung der beiden deutschen Hoffnungsträger Linus Gerdemann und Gerald Ciolek sportlich aufgerüstet hat, kostet pro Saison geschätzte neun Millionen Euro. "Ich habe nichts Offizielles. Ich reagiere nicht auf Zeitungsartikel. Wir haben am 3. Dezember bei Milram eine turnusmäßige Sitzung. Da werden wir das Thema besprechen. Ich habe einen gültigen Vertrag und wir haben ja gerade kräftig investiert, um mit jungen Leuten eine vernünftige Zukunft aufzubauen", sagte van Gerwen. Am 7. Januar soll in Dortmund die offizielle Präsentation des Teams, das Erik Zabel verlassen hat, erfolgen. Danach ist ein Trainingslager auf Mallorca terminiert.

Rudy Pevenage Comeback beim Team Rock Racing
Weitere Meldungen aus dem Radsport

Gerdemann bleibt unbeirrt

Der neu verpflichtete Kapitän Linus Gerdemann bereitet sich weiter unbeirrt auf seinen Saisonstart im Milram-Trikot bei der Mallorca-Rundfahrt Anfang Februar vor. "Ich gehe natürlich davon aus, dass Milram meinen gerade geschlossenen Zwei-Jahres-Vertrag erfüllt - mir ist nichts Gegenteiliges bekannt. Ich wusste, dass der Weg nach meinem Wechsel von Columbia in ein deutsches Team nicht leicht wird. Aber wir sind jetzt eine junge homogene Mannschaft und es liegt auch an uns, wieder für positive Nachrichten zu sorgen, damit das angeschlagene Radsport-Image hierzulande wieder steigt und die Sportart auch für Sponsoren in Deutschland wieder attraktiv wird", sagte Gerdemann, zur Zeit im Skilanglauf-Training in den Alpen.

Sylvain Chavanel Beim Austernessen schwer verletzt
Radsport Sinkewitz will Blutwerte veröffentlichen

"Keiner schaut mehr hin"

Nach dem angekündigten Ausstieg von ARD und ZDF aus der Live-Berichterstattung der kommenden Tour de France hatte die Firmenleitung bereits erklärt, das Engagement 2009 auf den Prüfstand zu stellen - besonders in Bezug auf die öffentliche Akzeptanz in einer oft widersprüchlichen Branche. Als der Förderer und Initiator des neuen Milram-Produktes im Profi-Radsport, Marketing-Vorstand Martin Mischel, den Betrieb im Oktober verließ, war klar, dass für die Radler schwere Zeiten anbrechen könnten. Mit Blick auf den TV-Boykott sagte der Aufsichtsrats-Vorsitzende Otto Lattwesen: "Wir sind das einzige deutsche Radteam und keiner schaut mehr hin." Damit benannte er aus Sponsoren-Sicht das Hauptproblem.

Milram diskutiert Mittelkürzung

Die Zeitung zitierte Lattwesen weiter mit den Worten: "Ich würde nicht raten, sofort zu sagen, wir springen da raus." Jedoch soll bei Nordmilch, die 2007 einen Jahres-Umsatz von 2,3 Milliarden Euro machte und sich seit 2006 im Profi-Radsport engagiert, die Überzeugung herrschen, dass der Aufwand für den Radsport und die öffentliche Wirkung "in keiner Relation stehen." Es werde firmenintern auch die Mittel-Kürzung um 50 Prozent diskutiert. Pat McQuaid, der Chef des Weltverbandes UCI, vermutet hinter den Milram- Überlegungen eher "wirtschaftliche Gesichtspunkte, als die Radsport-Situation in Deutschland".

Letztes deutsches Team von Bedeutung

Nach dem Doping-Fall Patrik Sinkewitz hatte sich 2007 das bis dahin tonangebende deutsche Rad-Team T-Mobile, einst Arbeitgeber von Jan Ullrich, aus dem Profi-Radsport zurückgezogen. Spätestens im Oktober war nach den Doping-Fällen Bernhard Kohl und Stefan Schumacher auch klar, dass Hans-Michael Holczer keinen Ersatz für den zum Saisonende aussteigenden Mineralwasser-Produzenten Gerolsteiner finden würde - so kam es auch. Damit ist Milram, wo zahlreiche Gerolsteiner-Profis Unterschlupf fanden, das einzige deutsche ProTour-Team mit dem Startrecht für alle bedeutenden Rennen.

Liebe Leserin, lieber Leser, aktuell können zu diesem Thema keine neuen Kommentare abgegeben werden. Wir bitten um Ihr Verständnis.
Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Anzeige
Biermann über den Gipfelsturm 
"Das war ein richtiges Gänsehautgefühl"

Der deutsche Amateur-Radsportler erklimmt den Mont Ventoux mit einem Spenderherz. Video

"So schnell wie seit 10 Jahren nicht" 
Christoph Biermann gerät in Köln an seine Grenzen

Beim Velodom wird deutlich: Die Härte am Berg fehlt ihm nach seiner Herztransplantation noch. Video

Nach Herztransplantation auf den Mont Ventoux 
Christoph Biermann und das Rennen seines Lebens

Acht Monate wartete der Hobby-Radfahrer auf ein Spenderherz. Jetzt nimmt er den Ventoux ins Visier. Video



Anzeige
shopping-portal