Startseite
Sie sind hier: Home > Sport > Mehr Sport > Radsport >

Erik Zabel beendet Karriere mit Sieg und Nationalhymne

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Radsport  

Erik Zabel beendet Karriere mit Sieg und Nationalhymne

28.01.2009, 12:51 Uhr | dpa

Erik Zabel (li.) und seine Eltern Detlef und Marianne. (Foto: imago)Erik Zabel (li.) und seine Eltern Detlef und Marianne. (Foto: imago) Zum Abschied ertönte die Nationalhymne. Erik Zabel ist vom Rad gestiegen - für immer. 13 500 Zuschauer blieben stehen und applaudierten. Der 38-jährige Berliner beendete nach 16 Profijahren mit einem Sieg beim Berliner Sechstagerennen an der Seite von Robert Bartko seine Laufbahn.

Kurz vor Mitternacht schloss sich auf dem 250-Meter-Oval im Velodrom ein Kreis für den "erfolgreichsten Radprofi nach Eddy Merckx", wie ihn Hallensprecher Herbert Watterott mit belegter Stimme nannte. "400 Meter Luftlinie von hier bin ich zur Schule gegangen, vor 28 Jahren begann ich bei RC Rotation Rad zu fahren, heute ist es vorbei", sagte Zabel und nahm bei der Siegerehrung einen Blumenstrauß aus den Händen seiner Eltern entgegen.

Tour Down Under Armstrong lächelt Ansprüche weg
Tour Down Under Armstrong außer Puste - Davis aus dem Häuschen
Tour Down Under Auch ein Buh für Rückkehrer Armstrong

500.000 Wettkampf Kilometer absolviert

"Das war heute ein Tag wie in Trance. Ich stand irgendwie neben mir und habe das alles fast wie ein Außenstehender wahrgenommen. Seit knapp zwei Jahren hatte ich geplant, zum 100-jährigen Jubiläum des Berliner Sechstagrennens auszusteigen - wir haben damit offene Türen eingerannt. Man soll aufhören, wenn's am Schönsten ist", umschrieb Zabel seine Gemütslage nach den letzten von insgesamt sicher 500.000 Wettkampf-Kilometern, die er seit 1993 als Profi zurücklegte. Dabei hat der Familienvater mehr Höhen erklommen, als Tiefen durchschritten. Als härtester Karriere-Einschnitt bleibt aber sicher seine tränenreiche Doping-Beichte vom Mai 2007 im Gedächtnis, als er wie andere Telekom- und T-Mobile-Profis Manipulationen mit dem Blutdopingmittel EPO gestand.

Milram-Präsentation Gerdemann redet Kollegen ins Gewissen
Reuiger Piepoli "Dopt euch nicht!"
Saison 2009 Russen haben teuerstes ProTour-Team

Nur das Regenbogen-Trikot fehlt in der Sammlung

Bis dahin hatte sein Image keinen einzigen Kratzer. Er wurde als eine Art Gegenmodell des etwas schlamperten Genies Jan Ullrich, als Zuverlässigkeit in Person und Erfolgs-Garant von Februar bis Oktober geradezu verehrt. Seine offene Art machte es ihm zudem leicht. Zabel kam in seinem bemerkenswerten Werdegang auf 212 Siege, verbuchte 12 Etappenerfolge bei der Tour de France, holte in Paris sechsmal das Grüne Trikot als bester Punktesammler - was noch immer Rekord bedeutet. Viermal gewann er seinen Lieblings-Klassiker Mailand-San Remo, führte lange die Weltrangliste an und scheiterte als Vize-Weltmeister zweimal nur knapp beim Griff nach dem Regenbogen-Trikot. Das ist die einzige wichtige Trophäe, die ihm fehlt.

Doping UCI will Winokurows Strafe verdoppeln
Rhein-Konvoi Fuhr auch Klöden mit zum Doping?

Kritik an der eigenen Zunft

Beim Abschied in seiner Geburtsstadt gab der Familienvater auch seine Gedanken zur aktuellen Situation der schwer angeschlagenen Branche preis. Zabel suchte die Schuld am Niedergang nicht so sehr bei den Medien oder anderen und verwies auch an die eigene Adresse: "Die Fahrer haben Nadelstiche an Glaubwürdigkeit und Image gesetzt. Aber der ein oder andere der sogenannten Sünder-Generation tritt ja ab. Der Nachwuchs muss sich dem stellen und vielleicht gibt es schon bald einen neuen deutschen Helden."

Tour 2009 Armstrong kündigt Start an
Weitere Meldungen aus dem Radsport

Neuer Job beginnt in wenigen Tagen

Zabel sorgte für einen seichten Übergang und eine weiche Landung im Leben ohne Wettkampf und öffentliche Anerkennung. Seinem geliebten Radsport braucht er nicht endgültig Adieu zu sagen; als Fahrlehrer ist er weiter dabei. "Freitag fliege ich zur Katar-Rundfahrt und da beginnt meine neue Tätigkeit", erklärte der Sportler des Jahres von 2001. Bei seinem alten Kumpel und Ex-Team-Kollegen Rolf Aldag wird er sich Zukunft bei der US-Formation Columbia besonders um die Sprinter- Garde mit dem Briten Mark Cevandish und André Greipel kümmern.

Comeback Dopingsünder Landis kehrt zurück

Übergang fällt leicht

Nach seinem Sechstage-Triumph sprach er in der Nacht im Berliner Velodrom schon wie ein zukünftiger Team-Chef und bot mit einem Seitenblick auf Roger Kluge dem hoch talentierten Silbermedaillen-Gewinner von Peking einen Straßen-Vertrag für die Saison 2010 an. Außerdem mahnte Zabel bessere Abstimmungen zwischen dem Bund Deutscher Radfahrer und den Profiteams um die Nationalfahrer an.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Anzeige
Biermann über den Gipfelsturm 
"Das war ein richtiges Gänsehautgefühl"

Der deutsche Amateur-Radsportler erklimmt den Mont Ventoux mit einem Spenderherz. Video

"So schnell wie seit 10 Jahren nicht" 
Christoph Biermann gerät in Köln an seine Grenzen

Beim Velodom wird deutlich: Die Härte am Berg fehlt ihm nach seiner Herztransplantation noch. Video

Nach Herztransplantation auf den Mont Ventoux 
Christoph Biermann und das Rennen seines Lebens

Acht Monate wartete der Hobby-Radfahrer auf ein Spenderherz. Jetzt nimmt er den Ventoux ins Visier. Video



Anzeige
shopping-portal