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Radsport - Doping: Dem Bund Deutscher Radfahrer droht Skandal

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Radsport - Doping  

BDR droht Doping-Skandal

09.02.2009, 16:32 Uhr | dpa

Mal wieder unter Druck: BDR-Präsident Rudolf Scharping. (Foto: imago)Mal wieder unter Druck: BDR-Präsident Rudolf Scharping. (Foto: imago) Der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) hat den Vorwurf der Doping-Verschleierung weit von sich gewiesen und geht nach den Anschuldigungen des Amateur-Fahrers Philip Schulz in die Offensive. Nachdem der rheinland-pfälzische Landesmeister einen Mitarbeiter der BDR-Geschäftsstelle indirekt der Mittäterschaft bezichtigt hatte, prüft der Verband rechtliche Schritte gegen Schulz.

"Es gibt dafür keinen einzigen Anhaltspunkt. Die damit befassten Mitarbeiter sagen alle: 'Nein, unter keinen Umständen'", sagte BDR-Präsident Rudolf Scharping. Schulz' Schilderungen im WDR-Magazin "Sport Inside" und in der ARD-"Sportschau", ein Mitarbeiter der BDR-Geschäftsstelle habe einem positiv getesteten Radsportler empfohlen, "sich ein Attest auf Hodenkrebs zu besorgen, um so einer Dopingstrafe zu entgehen", seien falsch, erklärte der BDR.

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Zeugenaussagen stehen

Dass die Verbandsspitze die Vorwürfe ernst nimmt, zeigte sich am Montag, als alle mit dem Thema befassten Mitarbeiter befragt wurden. Allerdings soll es laut ARD einen zweiten Zeugen dafür geben, dass ein 2007 positiv auf das Hormon hCG getesteter Radfahrer von einem Mitarbeiter der BDR-Geschäftsstelle aufgefordert worden sei, "sich einen Befund über Hodenkrebs" zu besorgen. "Wenn es stimmt, ist es ein Skandal", sagte der Vorsitzende des BDR-Bundessportgerichts, Peter Barth. Er hatte Schulz, der beim Bundeskriminalamt eine Strafanzeige wegen Verstoßes gegen das Arzneimittelgesetz eingereicht hat und bereits vernommen wurde, nach dessen positiven A- und B- Proben auf das Amphetamin Boldenen vom 4. Mai 2008 für zwei Jahre bis zum 18. November 2010 gesperrt.

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Scharping wehrt sich

Schulz will indes als erster Amateur-Fahrer in den Genuss der Kronzeugenregelung kommen und hofft - wie bei den Profis Patrik Sinkewitz und Jörg Jaksche - auf eine Halbierung seiner Sperre. "Wir haben Revision beim BDR-Bundesrechtsausschuss eingelegt", sagte Schulz-Anwalt Marius Breucker. In der am 5. Februar eingereichten Begründung habe Schulz "zwei andere Sportler namentlich beschuldigt", aber keinerlei Aussagen über generelles Doping im Amateurbereich gemacht, erläuterte Scharping. Allerdings schilderte Schulz in "Sport Inside", dass Doping nicht nur ein Problem des Profi-Bereichs sei. "Mir war aber nicht klar, dass im Amateurbereich quasi schon die komplette Palette vorhanden ist", sagte der 29-Jährige.

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Alles kommt auf den Tisch

Der Radsportler beschrieb, dass es auch bei den Amateuren eine Art Gruppenzwang bezüglich Dopings gebe. "Wenn man sagt 'nein', hat man das Gefühl, man gehört nicht dazu", sagte Schulz, der von einem Kühlschrank voller Medikamente, darunter Doping-Klassiker wie EPO, Testosteron und Wachstumshormone, gesprochen haben soll. Derartige Aussagen dürften auch auf den Tisch kommen, wenn sich Schulz mit dem Bundesrechtsausschuss und der Nationalen-Anti-Doping-Agentur NADA zusammensetzt.

Facharzt soll entlasten

Brisantester Tagesordnungspunkt der BDR-Anhörung wird aber wohl Schulz' Anschuldigung gegen den Mitarbeiter der BDR-Geschäftsstelle sein. Der Verband verwies darauf, dass der von Schulz ins Gespräch gebrachte Radfahrer "von einem renommierten Facharzt" entlastet worden sei. Der erhöhte Wert von hCG - einem Mittel, das die Bildung von Testosteron stimuliert - habe laut Gutachter "medizinische Ursachen und keine anderen", so Scharping. "Ein erhöhter hCG-Wert wird als auffälliger Befund gewertet. Die Kriterien für ein positives Ergebnis sind nicht erfüllt", sagte NADA-Sprecherin Ulrike Spitz.

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