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Radsport: Doping-Verdacht gegen Lance Armstrong

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Radsport  

Doping: Armstrong droht Ungemach

18.03.2009, 15:55 Uhr | sid

Lance Armstrong musste eine Haarprobe abgeben. (Foto: imago)Lance Armstrong musste eine Haarprobe abgeben. (Foto: imago) Neue Doping-Affäre in Frankreich: Sieben Fußballer gehören zum Kreis von 22 Sportlern, denen die französische Anti-Doping-Agentur AFLD in Haarproben Spuren anaboler Steroide nachweisen konnte. Gleichzeitig gab die AFLD bekannt, dass auch beim siebenmaligen Tour-de-France-Sieger Lance Armstrong eine Haarprobe genommen wurde. Das Ergebnis dieser Analyse liegt allerdings derzeit noch nicht vor.

"Er war überrascht, als wir nach einer Haarprobe gefragt haben. Er hat uns einige Fragen gestellt", sagte AFLD-Geschäftsführer Jean-Pierre Verdy der Nachrichtenagentur Reuters. Während viele Dopingmittel im Blut oder Urin oft schon nach Tagen nicht mehr nachzuweisen sind, wird eine Vielzahl diese Substanzen in das wachsende Haar eingebaut und ist so noch nach Monaten nachweisbar.

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Noch nie positiv getestet

Armstrong wurde im südfranzösischen Beaulieu-sur-Mer, wo sich der Texaner zum Training vor dem Klassiker Mailand-San Remo aufhielt, getestet. "Ob ich mich aufs Korn genommen fühle? Natürlich", schrieb der Rad-Profi zum Thema auf seiner Twitter-Seite. Armstrong war bislang nie positiv in A- und B-Probe getestet worden. Lediglich bei Nachuntersuchungen von eingefrorenen Proben aus dem Jahr 1999 war dem US-Amerikaner 2004 laut der französischen Sporttageszeitung L'Equipe in sechs Fällen das Blutdopingmittel Epo nachgewiesen worden. Zur Zeit der Probeentnahme Ende der 90er war die Epo-Nachweismethode jedoch noch nicht ausgereift. Gegenproben waren 2004 nicht möglich. Das Labor im französischen Labor in Chatenay-Malabry bei Paris konnte nur die B-Proben analysieren, die A-Proben wurden bereits nach der Entnahme verwandt.

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Behandelt wie jeder andere

Die AFLD wollte Armstrong, der nach dreijähriger Abstinenz in diesem Jahr wieder in den Rennsattel zurückgekehrt ist, offenbar zeigen, dass er wie jeder andere Radprofi behandelt werde. "Er muss wissen, dass ihm keine andere Behandlung zusteht. Es war das erste Mal, dass wir durch Presseberichte Kenntnis davon erhalten haben, dass er wieder in Frankreich trainiert", sagte AFLD-Präsident Pierre Bordry auf einer Pressekonferenz.

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Einige Fußballer überführt

Er gab bei dieser Gelegenheit auch die Ergebnisse vorheriger Tests bekannt. Fußball ist mit 21,8 Prozent positiver Fälle bei 32 untersuchten Kickern am häufigsten betroffen. Im Radsport waren es vier von 37, fünf von 30 im Rugby und drei von 22 in der Leichtathletik. Die AFLD teilte mit, dass die betroffenen Sportverbände informiert worden seien. Die Namen der Sportler wurden nicht bekannt gegeben.

Verschiedene Mittel im Einsatz

Insgesamt wurden 138 Proben von Fußballern, Rugbyspielern, Radsportlern und Leichtathleten in zwei spezialisierten Labors auf verbotene Substanzen untersucht. Von den 22 auffälligen Proben betreffen 18 das Hormon DHEA (Dehydroepiandrosteron), drei Fälle Testosteron und ein Fall beide Substanzen. DHEA ist in den USA in Nahrungsergänzungsmitteln zu finden, in Frankreich unterliegt es der Rezeptpflicht.

Arzt in Sorge

Der Arzt des französischen Fußball-Verbandes FFF, Pierre Rochcongar, zeigte sich beunruhigt über die hohe Anzahl der positiv getesteten Fußballer. "Wenn es anormale Resultate gibt, versuchen wir, die Dinge korrekt aufzuklären. Was DHEA betrifft - ein vorgelagertes Hormon - haben wir noch keine wissenschaftlich gesicherten Erkenntnisse über Muskelaufbau und Verkürzung der Wiederherstellung der alten Leistungsfähigkeit, wie das bei anderen Anabolika der Fall ist." Der Arzt will sich jetzt mit der französischen Anti-Dopingbehörde in Verbindung setzen, betont aber, dass in Frankreich tausend Fußballer zweimal jährlich einen biologischen Kontrolltest zu absolvieren haben.

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