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Gerald Ciolek im Interview: "Am Poggio trennt sich die Spreu vom Weizen"

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Radsport  

Ciolek: "Am Poggio trennt sich die Spreu vom Weizen"

20.03.2009, 09:08 Uhr | t-online.de

Das Gespräch führte Arne Henkes

Gerald Ciolek bei seinem Etappensieg bei der Mallorca Challenge. (Foto: imago)Gerald Ciolek bei seinem Etappensieg bei der Mallorca Challenge. (Foto: imago) Es ist das erste große Highlight der noch jungen Radsportsaison: Wenn sich am Samstag 200 Fahrer von Mailand aus auf den 298 Kilometer langen Weg nach San Remo machen, gehört auch Gerald Ciolek zum Kreis der Siegkandidaten. Bei seiner dritten Teilnahme am längsten Eintagesrennen im Profisport, will der deutsche Meister von 2005 zeigen, dass er auch auf den ganz schweren Strecken erfolgreich sein kann.

Der 22-jährige Milram-Kapitän sprach im Interview mit www.t-online.de über die Besonderheiten von Mailand – San Remo, das neue Team und seinen ehemaligen Mitstreiter und Konkurrenten Mark Cavendish.

t-online.de: Herr Ciolek, wie geht es Ihnen? Bei Ihrem letzten Rennen Tirreno-Adriatico traten sie ja noch geschwächt an...
Gerald Ciolek: Ich hatte eine kleine Magen-Darm-Verstimmung und dann merkt man einfach, dass man schon etwas schwächer ist und nicht ganz ans Limit gehen kann.

Am Samstag steht mit Mailand – San Remo einer Ihrer ersten Saisonhöhepunkte an. Die Classicissima ist mit 298 Kilometern das längste Eintagesrennen im Profi-Radsport. Angst, dass die Kraft nicht reichen könnte?
Ich weiß es nicht. Leider bin ich jetzt noch ein bisschen erkältet, weil der Körper sicher etwas geschwächt war. Ich bin sicher nicht bei 100 Prozent, aber die Form war vorher gut, und da muss man einfach gucken, was am Ende dabei raus springt. Das kann man vorher nie so genau sagen.

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Ihr Teammanager, Gerry van Gerwen, hat gesagt, für Mailand – San Remo gelten andere Gesetze als für alle andere Rennen. Sehen Sie das genauso?
Auf jeden Fall. Es ist ein sehr spezielles Rennen. Bei einem Kilometerstand, wo andere Rennen schon vorbei sind, kommt bei Mailand – San Remo noch ein knallhartes Finale mit der Cipressa und dem Poggio. Da trennt sich dann die Spreu vom Weizen.

Zweimal sind Sie das Rennen bereits gefahren. Wie sind Ihre Erfahrungen?
Im ersten Jahr (Platz 27., die Red.) hatte ich das Problem, dass ich das Rennen nicht kannte und taktisch ein paar Fehler gemacht habe. Im letzten Jahr hat mich eine Viruserkrankung zum Aufgeben gezwungen. Jetzt hoffe ich, dass ich bis zum Rennen einigermaßen fit bin. Ich habe aus den Fehlern im ersten Jahr gelernt und will das auch im Rennen zeigen.

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Welche Fahrer sehen Sie in der Favoriten-Rolle? Haben Sie sich vielleicht schon ein Hinterrad ausgesucht?
Es ist schwierig, sich in diesem Rennen an anderen Fahrern zu orientieren. Man weiß einfach, dass man über den Poggio ganz weit vorne drüber fahren muss, um im Finale eine Chance zu haben. In der Abfahrt vom Poggio noch vorne reinzufahren, ist ganz schwer. Man muss sich einfach auf sich selbst konzentrieren und eine gute Position finden, die dann im Sprint die entscheidende Rolle spielt.

Wie schätzen Sie die Chancen von Mark Cavendish ein? Ihr ehemaliger Teamkollege gilt im Moment ja als endschnellster Fahrer, aber an Steigungen wie dem Poggio musste er in der Vergangenheit häufiger abreißen lassen…
Wenn man ihn bei Tirreno-Adriatico gesehen hat, dann weiß man, dass er auch solche Schwierigkeiten meistern kann. Er zählt sicher nicht zu den Topfavoriten, aber man muss auf jeden Fall mit ihm rechnen.

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Nicht wenige in Deutschland sehen in Ihnen den legitimen Nachfolger von Erik Zabel. Haben Sie eigentlich noch Kontakt zu dem viermaligen San-Remo-Sieger?
Nein, eigentlich nicht. Er ist ja jetzt beim Team Columbia beschäftigt. Wir sehen uns bei manchen Rennen, aber das ist eher ein beiläufiger Kontakt.

Neues Team, neuer Zug: Sind Sie zufrieden mit der Abstimmung mit Ihren neuen Teamkameraden?
Ich denke, dass wir in diesem Bereich sehr gut aufgestellt sind. Bei flachen Rennen können wir zwar noch nicht mit den Sprinter-Zügen von Columbia oder Quickstep konkurrieren, aber dafür sind wir bei den etwas schwereren Rennen umso besser aufgestellt.

Mit Fabian Wegmann und Paco Wrolich haben Sie zwei erfahrene Kollegen an Ihrer Seite. Ein gutes Gefühl?
Fabian hat sicher die Klasse, dass er vielleicht sogar eine Joker-Rolle einnehmen kann und zum Beispiel an der Cipressa oder dem Poggio attackieren kann, was uns als Team insgesamt mehr Möglichkeiten eröffnet. Bei Paco (Peter Wrolich, die Red.) kann ich die Fahrweise sehr gut einschätzen, er hat ein sehr gutes Auge, eine sehr gute Orientierung, und ich weiß, dass ich mich zu 100 Prozent auf Ihn verlassen kann. Das ist schon ein gutes Gefühl.

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