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Lance Armstrong: Nach dem schweren Sturz rückt der Giro d'Italia in weite Ferne

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Radsport  

Armstrong: "Das tut jetzt höllisch weh""

24.03.2009, 13:33 Uhr | dpa

Der Start beim anstehenden Giro d'Italia  ist für Armstrong nahezu ausgeschlossen. (Foto: Reuters)Der Start beim anstehenden Giro d'Italia ist für Armstrong nahezu ausgeschlossen. (Foto: Reuters) Die Premiere beim Giro d'Italia scheint ausgeschlossen, der achte Sieg bei der Tour de France ein Ding der Unmöglichkeit: Nach seinem schweren Sturz in Spanien muss Lance Armstrong seine Comeback-Ambitionen über den Haufen werfen. Der 37-Jährige, dessen Rückkehr seit Monaten die Radsport-Welt in Atem hält, wird nach seinem Schlüsselbeinbruch eine wochenlange Zwangspause einlegen und sich in seiner Heimat operieren lassen.

"Das tut jetzt höllisch weh. Die Operation erfolgt in einigen Tagen", erklärte Armstrong. Vor dem Rückflug in die USA konnte er mittels des Mikro-Blogging-Dienstes Twitter zumindest schon wieder etwas scherzen: "Ich lebe noch!"

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Leipheimer bietet sich als Ersatz-Kapitän an

Für den Fall der Fälle bietet sich Armstrongs Team-Kollege Levi Leipheimer als Astana-Ersatz-Kapitän für den am 9. Mai beginnenden Giro an. "Ich bin beim Giro - jetzt wahrscheinlich als Kapitän", sagte der US-Profi nach seinem Sieg beim Zeitfahren der Rundfahrt Castilla y León. Seinen Tagessieg hätte er Armstrong gewidmet, "vielleicht bringt ihm das Moral", meinte Leipheimer, der im Februar die Kalifornien-Rundfahrt gewonnen hatte.

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Astana bleibt gelassen

22 Stunden nach der Schrecksekunde kehrte ins kasachische Astana-Team die Zuversicht zurück. "Prinzipiell ist es kein Problem, beim Giro dabei zu sein, aber es ist eine andere Sache, ein angemessenes Leistungsniveau zu haben", meinte Teamchef Johan Bruyneel. Es sei aber klar, dass Armstrong kein Sieganwärter bei der Italien-Rundfahrt sein könne. Armstrongs langjähriger Mentor wollte nicht von einer "Katastrophe" sprechen und widersprach Gerüchten, dass die Verletzung Armstrongs Karriereende bedeuten könnte.

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Teamchef Bruyneel geht von Tour-Start aus

Der Belgier geht unverändert davon aus, dass der Texaner am 4. Juli das "Projekt achter Tour-Titel" in Angriff nehmen wird. "Für die Tour wird die Verletzung keine Auswirkungen haben. Ich kenne Fahrer, die sind 14 Tage nach dieser Verletzung wieder gefahren", sagte Bruyneel. Doch klar ist: Durch die Zwangspause wird es für Armstrong bedeutend schwerer, seine hochgesteckten Saisonziele zu erreichen - mit seinem erneuten Sieg bei der Frankreich-Rundfahrt ist kaum zu rechnen.

Keine Schuldzuweisung von Armstrong

So kam es zu Armstrongs "persönlichem Drama" (Milram-Teamchef Gerry van Gerwen): Auf der 1. Etappe in Spanien fuhr der Amerikaner an der Spitze des Hauptfeldes, als sich einige Fahrer für den Endspurt in Position bringen wollten. Dabei stürzten unmittelbar vor Armstrong zwei Fahrer, der Rückkehrer konnte nicht mehr ausweichen. "Ich gebe niemandem die Schuld, das passiert ständig", meinte er. Mehr als 15 weitere Fahrer gingen zu Boden. Alle konnten weiterfahren - nur Armstrong nicht. "Lance hat seinen Glücksstern verloren", titelte das spanische Sportblatt "Marca".

Induráin zweifelt an der Wettbewerbsfähigkeit

Hatte Armstrong, der in seiner langen Karriere viel gefährlichere Momente erlebt, sich aber niemals ernsthaft verletzt hatte, einfach nur Pech gehabt? Miguel Induráin bezweifelt dies. Der fünfmalige Tour-Champion aus Spanien vermutet, dass Armstrong die Kraft fehlt, an vorderster Spitze mitzufahren: "Auf den letzten Kilometern einer Etappe braucht man die Reflexe einer Raubkatze. Wenn die Kräfte schwinden, lassen auch die Reflexe nach, und die Fahrer gehen höhere Risiken ein. Genau das ist bei Lance derzeit der Fall."

Enttäuschende Resultate nach dem Comeback

Vielleicht erkennt auch Armstrong, dass sein unter großem Getöse angekündigtes Comeback viel schwieriger ist als gedacht. In seinen bisherigen Rennen fuhr der vom Erfolg besessene Astana-Profi in dieser Saison hinterher, bei Mailand-San Remo landete er abgeschlagen auf dem 125. Platz. Dass er seine Giro-Teilnahme fast schon abhakt, passt in dieses Bild. "Er war noch nicht da, wo er sein wollte. Die Verletzung wirft ihn weiter zurück", sagte Milram-Teamchef Gerry van Gerwen.

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