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Radsport - Tour de France  

Tom Boonen schaltet Sportgericht ein

30.06.2009, 17:38 Uhr | dpa

Streitet um seinen Tour-Start: Tom Boonen (Foto: imago)Streitet um seinen Tour-Start: Tom Boonen (Foto: imago) Tom Boonen lässt nichts unversucht, doch noch zum Tour-Start am Samstag in Monte Carlo zugelassen zu werden. Nachdem ein Gericht in Nanterre/Frankreich sich für nicht zuständig erklärt hatte, riefen der belgische Radprofi und sein Team Quick Step das französische Sportgericht an.

Nachdem Boonen, der 2007 das Grüne Trikot holte, regelmäßiger Kokain-Konsum nachgewiesen worden war, verwehrten ihm die Tour-Organisation ASO die Startberechtigung.

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Sinkewitz belastet Quick-Step-Teamchef

Die wollte der Ex-Weltmeister vor einem ordentlichen Gericht einklagen - ohne Erfolg. Auch seinem letzten Vorstoß vor der Sport-Instanz werden vier Tage vor dem Tourstart nur geringe Erfolgsaussichten eingeräumt. Im ZDF belastete Ex-Profi Patrik Sinkewitz Quick-Step-Teamchef Patrik Lefévère schwer und unterstellte ihm und seinen ehemaligen Teamärzten in der belgischen Mannschaft systematisches Doping.

Boonen im offiziellen Tour-Aufgebot

Der Tour-Veranstalter ASO hatte Boonen wie im Vorjahr die Teilnahme verweigert, weil er innerhalb eines Jahres dreimal des Kokain-Konsums überführt worden war und damit das Image der Tour beschädigt hätte. Das Fehlverhalten des diesjährigen Paris-Roubaix-Siegers blieb bisher sportjuristisch ohne Folgen, weil er außerhalb des Wettkampfes erwischt worden war. Im offiziellen, neunköpfigen Tour-Aufgebot seines Sponsors steht der Name Boonen.

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Protokoll ging erst jetzt an den Weltverband

Nach Recherchen des ZDF-Magazins Frontal 21 hat Sinkewitz vor der WADA schwere Doping-Vorwürfe gegen seinen ehemaligen (und weiter amtierenden) Team-Manager Lefévère sowie die Ärzte erhoben. Die Sendung wird am (heutigen) Dienstag um 21.00 Uhr ausgestrahlt. WADA-Generalsekretär David Howman räumte gegenüber Frontal 21 ein, dass das Protokoll der Sinkewitz-Aussage vom November 2007 erst in der vergangenen Woche, eineinhalb Jahre später, an den Internationalen Radsportverband UCI weiter geleitet worden sei.

EPO-Dosen ständig neu angepasst

Sinkewitz erklärte laut WADA-Protokoll, dass die Quick-Step-Ärzte ihm vor wichtigen Rennen Cortison in den Arm injiziert hätten. Er habe von den Ärzten außerdem Synacthen, Wachstumshormone sowie das Blut-Dopingmittel EPO erhalten. "Sie nahmen regelmäßig Blutproben, um die Hämatokritwerte zu messen und passten die EPO-Dosen den jeweiligen Werten an", erklärte Sinkewitz laut WADA-Protokoll.

Einnahmeplan samt Doping-Präparaten

Detailliert berichtet der Radprofi, der in den Genuss der Kronzeugen-Regelung kam und nach langer Suche wieder einen Arbeitsplatz im drittklassigen tschechischen Whirlpool-Team fand, von einem geheimen Trainingslager von Quick-Step im Mai 2004 in Andalusien. Bei seiner Ankunft habe er von einem der Teamärzte einen Einnahmeplan mit den zugehörigen Doping-Präparaten erhalten. "Ich wusste aufgrund der konkreten Vorgaben des Arztes, wann ich welche Dopingmittel einzunehmen hatte und hielt mich auch daran", sagte Sinkewitz.

Systematisches Blut-Doping bei der Tour 2006

Der 28-jährige Hesse gestand, 2006 nach dem Tour-Prolog mit zwei weiteren Fahrern des früheren T-Mobile-Teams Blut-Doping in der Uni-Klinik Freiburg unter Anleitung der Teamärzte Lothar Heinrich und Andreas Schmid vorgenommen zu haben. 2007 war er dazu des Testosteron-Dopings überführt worden.

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