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Radsport: Tony Martin im Interview

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Radsport  

Martin: "Ich will bei der WM eine Medaille holen"

23.09.2009, 11:06 Uhr | t-online.de

Das Gespräch führte Björn Lücker

Tony Martin hat sich sich fürs WM-Zeitfahren viel vorgenommen. (Foto: imago)Tony Martin hat sich sich fürs WM-Zeitfahren viel vorgenommen. (Foto: imago) Tony Martin ist die Entdeckung der Saison: Fast zwei Wochen fuhr der 24-Jährige bei seinem Tour de France-Debüt im Weißen Trikot des besten Jungprofis. Zudem verpasste der Eschborner als Zweiter der Bergetappe zum Mont Ventoux nur knapp eine Sensation.

Bei der  Weltmeisterschaft im schweizerischen Mendrisio könnte Martin am Donnerstag beim Zeitfahren über 49,6 Kilometer Zeitfahren erneut ins Rampenlicht fahren. t-online.de sprach mit dem Columbia-Profi über seine Ziele bei der WM, seine tolle Saison und die Tour 2010.

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Herr Martin, zum Saisonabschluss steht mit der WM nochml ein Highlight auf dem Programm. Sie zählen im Zeitfahren zu den Favoriten. Träumen Sie von einer Medaille?

Ja, klar. Das ist mein Ziel. Ich will eine Medaille holen.

Haben Sie sich speziell vorbereitet?

Nein. Ich kenne den Kurs auch nicht, da lasse ich mich überraschen. Ich bin vergangene Woche noch die Tour of Britain gefahren, da gab es auch kein spezielles Zeitfahrtraining.

Wer ist denn der Topfavorit?

Ganz klar Fabian Cancellara, der wird vor seinen Landsleuten richtig loslegen. Aber auch mein Teamkollegen Bert Grabsch (WM-Titelverteidiger im Zeitfahren, Anm. d. Red.) wird wieder ganz vorne mit reinfahren.

Für Sie steht bei der WM ja auch noch das Straßenrennen auf dem Programm…

...da will ich aber nur Erfahrung sammeln. Wenn ich einen guten Tag erwische, kann ein gutes Ergebnis herausspringen. Mein Hauptaugenmerk liegt aber ganz klar auf dem Zeitfahren.

Eine Medaille wäre der krönende Abschluss einer tollen Saison. Müssen Sie sich eigentlich manchmal noch kneifen, um zu realisieren, was bei der Tour passiert ist?

Tony Martin im Weißen Trikot bei der Tour de France. (Foto: imago)Tony Martin im Weißen Trikot bei der Tour de France. (Foto: imago) Das war ein unglaublicher Sommer für mich. Die ganzen Artikel und der Rummel um meine Person, da muss ich mich schon manchmal kneifen. Ich werde das auch erst mit ein bisschen Abstand in meinem Urlaub im Herbst realisieren können.

Hat sich seither Ihr Leben verändert?

Das Medieninteresse ist gestiegen. Ich stehe jetzt mehr im Rampenlicht. Mein Leben hat sich aber nicht großartig verändert. Dass ich jetzt aber öfters auf der Straße erkannt werde, ist schon neu für mich.

Auch Lance Armstrong ist auf Sie aufmerksam geworden. Er wollte Sie in sein Team holen, Sie haben aber abgelehnt.

Ich wusste, dass Armstrong Interesse hatte, es gab aber nie ein Angebot, wie in der Presse fälschlicherweise geschrieben wurde. Ich wollte auch bei Columbia bleiben, weil das Team die beste Aufbauarbeit für mich leistet. Wie haben uns jetzt auf einen Drei-Jahres-Vertrag geeinigt und das war für mich hinsichtlich meiner Zukunft das beste Angebot.

Sie gelten nun als größte deutsche Radsport-Hoffnung. Die Erwartungen in der Öffentlichkeit und im Team sind gestiegen.

Ich mache mich nicht verrückt und verspüre auch keinen großen Druck. Ich versuche das alles auszublenden und weiterhin meine Rennen so zu fahren wie immer. Ich will das ganze nicht so an mich ranlassen.

Wenn Sie sich selbst betraten: An welchen Schwächen müssen Sie noch am meisten arbeiten, um den nächsten Schritt zu machen.

Bei der Tour habe gemerkt, wie schwer es ist, über drei Wochen konstant gute Leistungen zu bringen. Ich hatte ja auch zwischenzeitlich einen Einbruch. Ich bin noch ein junger Fahrer und täglich auf höchstem Niveau zu fahren, ist noch mein Hauptproblem. Auch an meinen Kletterqualitäten muss ich noch arbeiten, vor allem, wenn es in den Berg reingeht und Gas gegeben wird. Da muss ich mithalten können und Tempohärter werden.

Ist denn schon ein Top-Ten-Platz bei der Tour 2010 drin?

Die Tour ist mein Saisonhöhepunkt. Da will ich in den kommenden Jahren ganz vorne landen. Ob es schon in der nächsten mit einem Top-Ten-Platz klappt – ich hoffe es.

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