Startseite
Sie sind hier: Home > Sport > Mehr Sport > Radsport >

Radsport: Frank Vandenbroucke im Alter von 34 Jahren gestorben

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Radsport  

Frank Vandenbroucke ist tot

13.10.2009, 08:58 Uhr | t-online.de, sid

Belgiens ehemaliger Radstar Frank Vandenbroucke (Foto: imago)Belgiens ehemaliger Radstar Frank Vandenbroucke (Foto: imago) Der internationale Profi-Radsport trauert um Frank Vandenbroucke. Das einstige Supertalent, das seit Jahren nur noch durch Doping- und Alkoholaffären sowie private Probleme für Schlagzeilen gesorgt hatte, wurde im Alter von 34 Jahren in einem Hotelzimmer im Senegal tot aufgefunden.

Der Belgier soll einer Lungenembolie erlegen sein. Vandenbroucke hinterlässt zwei Töchter.

Video Ex-Radprofi Vandenbroucke tot aufgefunden
Doping Wirbel nach Vorwürfen gegen Gerdemann
Radsport Armstrong holt Klöden in sein Team


"Eine Tragödie à la Pantani"

Fünfeinhalb Jahre nach dem frühen Tod von Italiens Idol Marco Pantani, der an einer Überdosis Kokain gestorben war, hat die internationale Radszene erneut einen tief gestürzten Helden verloren. "Eine Tragödie à la Pantani", schrieb die italienische Zeitung "Gazzetta dello Sport" nach Bekanntwerden der Nachricht. Die Polizei im Senegal hatte belgischen Medien zufolge das Ableben Vandenbrouckes bestätigt, der in dem westafrikanischen Land Urlaub gemacht hatte.

Weitere Meldungen aus dem Radsport

Mutter ist erschüttert

Seine Mutter Chantal Vanruymbeke hatte noch nach seiner Ankunft mit ihm gesprochen. "Er war ganz fröhlich. Er logierte im schönsten Hotel des Senegal. Ich schwebte wie auf Wolken, dass wir nach zehn harten Jahren unseren Sohn zurückgewonnen hatten. Und nun kommt das. Ich bin erschüttert", sagte sie der Zeitung "Het Nieuwsblad" nach der Todesnachricht, die sie bereits am Montagabend erhalten hatte. Eine Obduktion werde durchgeführt, kündigte sie an. Vandenbrouckes Onkel Jean-Luc erklärte, sein Neffe habe Hochs und Tiefs gehabt. "Automatisch denkt man an Pantani", sagte der Ex-Profi.

Entlassung im Zuge der Doping-Affäre 1999

Der in Belgien auch als "VDB" bekannte Rad-Star gewann 1998 die Fernfahrt Paris-Nizza und feierte ein Jahr später als größten Erfolg den Sieg beim Frühjahrs-Klassiker Lüttich-Bastogne-Lüttich. Im Spätsommer folgten zwei Etappensiege bei der Spanien-Rundfahrt. An diese Triumphe konnte er nie wieder anknüpfen. Noch 1999 suspendierte ihn das Cofidis-Team im Zuge der Doping-Affäre um den Dr. Mabuse genannten Arzt Bernard Sainz. 2002 durchsuchte die belgische Polizei sein Haus auf der Suche nach verbotenen Mitteln und fand EPO, Morphium und das muskelbildende Präparat Clenbuterol. 2007 sprach ihn ein Gericht in zweiter Instanz aber frei.

Kurzes Gastspiel beim Rennstall Cinelli-OPD

Vandenbroucke hatte zudem Eheprobleme, litt unter Depressionen und hatte vor zwei Jahren versucht, sich mit einer Überdosis Medikamente das Leben zu nehmen, da sich seine Frau von ihm trennen wollte. Mehrere Comeback-Versuche scheiterten, seit diesem Sommer war er nach einem kurzen Gastspiel beim Rennstall Cinelli-OPD ohne Vertrag, wollte aber für 2010 eine neue Mannschaft suchen. Vandenbroucke sei enttäuscht gewesen, dass dies bisher nicht geglückt sei, erklärte Patrick Lefevere, der Manager des Quick-Step-Teams.

"Er war ein sehr harter Brocken"

In Belgien wurde Vandenbrouckes Tod mit großer Bestürzung aufgenommen. "Ich kann es noch immer nicht glauben. Ich habe kürzlich mit ihm gesprochen, da sagte er, er sei frisch und munter", erklärte der einstige Radprofi Lucien van Impe, der Vandenbroucke zwischenzeitlich als Sportlicher Leiter betreut hatte. "Er war ein sehr harter Brocken, aber mit einem enormen Talent. Ich kann jetzt keinen Fahrer mehr nennen, der die selben Qualitäten wie VDB hat. Er hätte viel mehr Siege feiern müssen, so viel ist sicher" erklärte van Impe. Vandenbroucke gewann in seiner Karriere mehr als 50 Rennen.

Liebe Leserin, lieber Leser, aktuell können zu diesem Thema keine neuen Kommentare abgegeben werden. Ab 6 Uhr können Sie hier wieder wie gewohnt diskutieren. Wir danken für Ihr Verständnis.
Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Anzeige
Biermann über den Gipfelsturm 
"Das war ein richtiges Gänsehautgefühl"

Der deutsche Amateur-Radsportler erklimmt den Mont Ventoux mit einem Spenderherz. Video

"So schnell wie seit 10 Jahren nicht" 
Christoph Biermann gerät in Köln an seine Grenzen

Beim Velodom wird deutlich: Die Härte am Berg fehlt ihm nach seiner Herztransplantation noch. Video

Nach Herztransplantation auf den Mont Ventoux 
Christoph Biermann und das Rennen seines Lebens

Acht Monate wartete der Hobby-Radfahrer auf ein Spenderherz. Jetzt nimmt er den Ventoux ins Visier. Video



Anzeige
shopping-portal