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Team NetApp: Jens Heppner erklärt den geplanten Aufstieg

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Radsport  

Heppner: "Jeder soll seine Chance bekommen"

13.11.2009, 11:57 Uhr | t-online.de

Das Interview führte Björn Lücker

Jens Heppner will mit NetApp ganz noch oben (Foto: imago)Jens Heppner will mit NetApp ganz noch oben (Foto: imago) Das neugegründete deutsche Radteam NetApp will ab nächster Saison die Szene aufmischen. Die Equipe fängt klein an, hat sich aber hohe Ziele gesetzt: In drei bis vier Jahren soll die Mannschaft in der ProTour und am besten auch bei der Tour de France mitfahren.

t-online.de hat beim sportlichen Leiter Jens Heppner nachgefragt, wie das Team NetApp den Aufstieg nach ganz oben schaffen will.

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Frage: Herr Heppner, Ende 2007 haben sie sich nach dem finanziellen Aus vom Team Wiesenhof aus dem Radsport zurückgezogen. Nun das Comeback beim neuen Team NetApp. Wie kam es dazu?

Eigentlich relativ einfach. Der Manager des Teams, Ralph Denk, hat mich angerufen, ob ich Lust hätte, dabei zu sein. Das Projekt hat sich sehr interessant angehört. Ich brauchte nicht lange zu überlegen, um ja zu sagen.

Mit NetApp ist ein Geldgeber eingestiegen, der auch den Fußball-Bundesligisten 1899 Hoffenheim unterstützt.

Es gibt bei NetApp die Philosophie - ähnlich wie bei Hoffenheim - in ein junges Team zu investieren und ihm die Möglichkeit zu geben, weiter aufzusteigen. Das Konzept versuchen wir auch beim Team NetApp umzusetzen. Das heißt: Wir fangen als Continental-Team ganz unten an und wollen in drei bis vier Jahren in der ProTour mitfahren.

Wie wollen Sie das schaffen?

Wichtig ist, eine Basis zu schaffen. Auch während der Saison werden wir das Team zusammenziehen und nicht nur während eines Trainingslagers. Die Fahrer sollen nicht alleine in ihren Ländern herumkurven, wir sind ja mit neun Nationen sehr international. Die Jungs werden im Raum Aachen stationiert. Wir werden sehr darauf achten, wie trainiert, was trainiert, und ob gemeinsam trainiert wird. Belgien ist vor der Haustür. Dort gibt es einige Profis, an denen sich unsere jungen Fahrer orientieren sollen. Das ist der Weg, der eingeschlagen werden muss.

Wie stark ist das Team denn schon jetzt?

Wir sind zwar professionell ausgelegt, starten aber als Continental-Team. Wir haben also nicht die Möglichkeit, im kommenden Jahr überall zu starten und zu zeigen, was wir können. In erster Linie fahren wir Rennen wie Rund um Köln, Eschborn-Frankfurt City Loop oder die Bayern-Rundfahrt.

Spekulieren sie auf Tagessiege?

Warum nicht? Wir sind ein sprinterlastiges Team. Gerade mit Eric Baumann haben wir ein Ass im Ärmel. Er ist mit 29 Jahren der Älteste im Team, was ja auch noch kein Alter ist. Ich bin erst mit 26 Profi geworden. Eric kann also noch gut zehn Jahre fahren. Er bringt eine Menge Erfahrung mit.

Und Baumann soll die jungen Fahrer führen.

Ja. Eric hat das bisher auch schon gut gemacht. Er sagt schon jetzt, wo es lang geht und ist auch ein bisschen fürs Teambuilding verantwortlich. Ein Beispiel: Wir hatten gerade unser Mannschaftstreffen in Lucca, da haben die Jungs nach dem Essen alle gemeinsam abgewaschen. Ich denke, die sind schon ganz gut zusammengewachsen.

Neben Baumann sind viele junge, unbekannte Fahrer im Team? Wem trauen Sie am ehesten den Durchbruch zu?

Das ist schwer zu sagen. Vielleicht schafft es der U23-Meister aus Belgien, Dimitri Claeys. Aber alle sind talentiert, jeder soll seine Chance bekommen und kann ins Rampenlicht fahren. Eine feste Kapitänsrolle wird es nicht geben.

Sie haben ehrgeizige Ziele, in drei Jahren soll das Team in der ProTour fahren. Da kann die Versuchung bei einigen Fahrern groß sein, zu unerlaubten Mitteln zu greifen. Gibt es im Team ein spezielles Antidopingprogramm?

Alle Fahrer haben mit Ihrer Unterschrift unseren Anti-Doping-Regeln - wie auch unseren internen "Hausregeln" - zugestimmt und Ihr Einverständnis zur Bereitstellung ihrer DNA gegeben. Wir haben eine teaminterne Internetseite, auf der jeder Fahrer täglich protokollieren muss, wie und was er trainiert hat. Daran kann man gut verfolgen, ob ein Fahrer versucht, sich einen Vorteil zu verschaffen. Der Leistungssprung innerhalb ein, zwei Wochen wäre dann so groß, dass wir aufmerksam werden würden. Mit zusätzlichen Bluttests haben wir eine weitere Kontrollmöglichkeit.

Reicht das denn aus? Bluttests gibt es bei anderen Teams auch, trotzdem werden Fahrer des Dopings überführt.

Schauen Sie, in dem Zusammenhang war es uns auch wichtig, unsere Fahrer im Raum Aachen zu konzentrieren. Sie wohnen hier jeweils zu sechs oder sieben Mann in einem Haus. Da fällt es schwerer, etwas zu machen, als wenn einer beispielsweise bei sich zu Hause sitzt. Die Fahrer müssen sich selbst kontrollieren. Denn Selbstkontrolle ist heutzutage wichtig. Anti-Doping beginnt im Kopf. Und unsere Fahrer sind so jung, dass wir sie noch dahin erziehen können.

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