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Radsport: Für Patrik Sinkewitz ist kein Platz mehr

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Für "Nestbeschmutzer" Sinkewitz ist kein Platz mehr

30.04.2010, 14:12 Uhr | sid, sid

Radsport: Für Patrik Sinkewitz ist kein Platz mehr. Radprofi Patrik Sinkewitz ist mal wieder auf der Suche nach einem neuen Arbeitgeber. (Foto: imago)

Radprofi Patrik Sinkewitz ist mal wieder auf der Suche nach einem neuen Arbeitgeber. (Foto: imago)

Patrik Sinkewitz ist derzeit nur Zuschauer in der Welt des Radsports. Nach seinem Doping-Geständnis wurde er zum Kronzeugen und packte richtig aus. Jetzt ist er arbeitslos: Wenn sich am Samstag in Frankfurt/Main die Radsport-Weltelite zu einem der letzten deutschen Traditionsrennen trifft, ist Sinkewitz nicht dabei.

So läuft es nun schon seit Monaten für den Sieger von 2007. Die Räder drehen sich weiter, aber nicht für Sinkewitz.

Sinkewitz ist frustriert und enttäuscht

Für Sinkewitz, der ein umfangreiches Doping-Geständnis ablegte, Kollegen, Ärzte und Teamchefs belastete, ist in der Radsport-Welt kein Platz mehr. "Ich wäre in Frankfurt gerne dabei gewesen. Die Situation ist aber wie sie ist. Das muss ich hinnehmen", sagte Sinkewitz. Der frühere T-Mobile Profi brachte im Jahr 2007 mit seinem während der Tour de France publik gewordenen Dopingfall den Radsport ein Stück näher an den Abgrund. Er klingt enttäuscht, frustriert und niedergeschlagen.

PSK-Team kann Sinkewitz nicht mehr bezahlen

Dabei hätte er noch allemal das Zeug dazu, im Peloton mitzumischen. Mit 29 Jahren ist er im besten Radsport-Alter, von der Fitness her könnte er "sofort wieder Rennen fahren", die Ergebnisse haben im letzten Jahr auch gestimmt. Damals hat ihm das zweitklassige PSK-Team eine Chance gegeben. Doch den Tschechen ging das Geld aus, und Sinkewitz stand auf der Straße. Dort steht er auch heute noch.

Danilo Hondo hat ein neues Team

Während etwa der 36-jährige Danilo Hondo, der ebenfalls wegen Dopings gesperrt war, noch beim ProTour-Team Lampre unterkam, enden bei Sinkewitz Vertragsgespräche meist mit einer Absage. "Ich habe die Hoffnung auf ein neues Team noch längst nicht aufgegeben. Es gibt noch Gespräche. Ich hoffe, dass alles noch zu einem guten Ende kommt", sagt der frühere Deutschland-Tour-Gewinner.

Schwerer Stand im Fahrerfeld

Doch Sinkewitz gilt vielerorts als Nestbeschmutzer, als einer, der das Schweigen gebrochen hat. Das bekam er etwa von seinen Fahrerkollegen bei der Sachsen-Tour 2009 zu spüren, als er nach einem frühen Ausreißversuch im Alleingang gewann. Die Verfolgergruppe verzichtete aus Missachtung auf einen Sprint und klatschte ironisch Beifall. "Ich habe auch eine gewisse Missachtung anderen Fahrern gegenüber, es gibt allerdings auch Freunde im Feld. Das ist wie in jedem anderen Beruf", sagt Sinkewitz und ist um Normalität bemüht.

Finanziell nicht einfach

Ob er seine Enthüllungen inzwischen bereut, will er nicht sagen: "Es bringt nichts zurückzublicken. Hätte ich es nicht gemacht, wäre ich bis Ende April dieses Jahres gesperrt gewesen." Besser gestaltet sich die Situation nun aber auch nicht. Finanziell musste Sinkewitz bluten, erst im März endete der Prozess gegen seinen früheren Sponsor (Förstina). Sinkewitz muss seinem alten Geldgeber eine hohe fünfstellige Summe Schadenersatz zahlen. "Ich schwimme nicht im Geld, aber ich werde überleben", sagt der einstige deutsche Hoffnungsträger trotzig.

Wenn nicht 2010, dann vielleicht 2011

An ein Karriereende denkt Sinkewitz noch nicht. "Natürlich" gebe es einen Plan B, doch der liegt noch in der Schublade. Wenn es nicht dieses Jahr klappt mit einem neuen Team, dann vielleicht 2011. Bis dahin will er weiter hart trainieren. Meistens alleine.

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