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Giro d'Italia: Thema Doping wirft Schatten voraus

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Radsport - Giro d'Italia  

Giro: Dauer-Thema Doping wirft Schatten voraus

06.05.2010, 13:20 Uhr | sid, sid

Giro d'Italia: Thema Doping wirft Schatten voraus. Sauber oder nicht? Alexander Winokurow ist einer der Topfavoriten auf den Giro-Sieg (Foto: dpa)

Sauber oder nicht? Alexander Winokurow ist einer der Topfavoriten auf den Giro-Sieg (Foto: dpa)

Quo vadis, Giro d'Italia? Wenn am Samstag in Amsterdam der Startschuss zur 93. Auflage der Italien-Rundfahrt fällt, ist das Dauer-Thema Doping wieder ständiger Begleiter im Peloton. Denn ausgerechnet die alte Garde der Betrüger wie Alexander Winokurow oder Ivan Basso kämpft um den Gesamtsieg. Und nachdem der Weltverband UCI Anfang der Woche Disziplinarverfahren gegen den Tour-Bergkönig und letztjährigen Giro-Dritten Franco Pellizotti sowie zwei weitere vermeintliche Dopingsünder eingeleitet hat, ist die trügerische Ruhe sowieso vorbei.

"Es wird weitere Fälle geben"

"Es gibt zwei Betrüger weniger in der Giro-Starterliste, was eine gute Nachricht für die anderen Fahrer ist", sagte UCI-Präsident Pat McQuaid, der den Radsport trotzdem auf dem richtigen Weg sieht: "Es ist zwar ein Jammer, dass immer noch Dopingfälle passieren, aber die Fahrer werden daraus lernen." Der Lernprozess verläuft allerdings schleppend. Das altbekannte Übel holt den Radsport in schöner Regelmäßigkeit wieder ein und die UCI-Anti-Doping-Beauftragte Francesca Rossi kündigt bereits die Enttarnung der nächsten schwarzen Schafe an: "Es wird weitere Fälle geben. Den Zeitpunkt kann ich nicht sagen. Man weiß nie, wann."

Protagonisten zu sehr in Doping-Skandale verwickelt

So könnte die ein oder andere Negativ-Schlagzeile den Giro noch überschatten. Dass in Fuentes-Kunde Basso und Fremdblut-Doper Winokurow zwei Fahrer mit einschlägiger Vergangenheit als heiße Anwärter auf den Gesamtsieg ins Rennen gehen, fördert auch nicht gerade den ohnehin etwas ramponierten Ruf des Giro. Denn die Protagonisten der letzten Jahre waren nur allzu oft wenig später in Doping-Skandale verstrickt. Allein das Podium von 2009 hatte es faustdick hinter den Ohren. Der Name von Titelverteidiger Dennis Mentschow (Russland) wird mit dem Humanplasma-Skandal in Österreich in Verbindung gebracht, der Giro-Zweite Danilo Di Luca (Italien) ist als Wiederholungstäter inzwischen gesperrt und den Vorjahresdritten Pellizotti hat es bekanntlich Anfang der Woche erwischt.

McQuaid: "Bassos Welt hat sich verändert"

So spricht McQuaid insbesondere den Italienern eindringlich ins Gewissen. 'Die italienischen Fahrer müssen lernen, dass Doping nichts bringt. Vor ein paar Jahren hatte Italien noch sieben oder acht Top-Teams, inzwischen sind es nur noch zwei", sagte der Ire und verwies auf Basso: "Er hat mir gesagt, dass es für ihn schwierig war, seinen Kindern in die Augen zu schauen. Seine Welt habe sich nun geändert."

Winokurows Leistung wirft Fragen auf

Genauso wie Basso beteuert auch Winokurow, sauber unterwegs zu sein. Doch beim Kasachen fährt der Verdacht mit, wie jüngst bei dessen Sieg beim Frühjahrsklassiker Lüttich-Bastogne-Lüttich. Dass er kurz vor seinem Triumph noch im Trainingslager auf Teneriffa war, wo "Dottore EPO" Michele Ferrari und Dopingarzt Eufemiano Fuentes weiter ihr Unwesen treiben, warf Fragen auf.

Evans gehört zum Favoritenkreis

Neben Basso und Winokurow gehören noch Weltmeister Cadel Evans (Australien) und Ex-Toursieger Carlos Sastre (Spanien) zu den Mitfavoriten. Toursieger Alberto Contador (Spanien), Altmeister Lance Armstrong (USA) und der Tour-Zweite Andy Schleck (Luxemburg) verzichten indes auf eine Teilnahme.

Greipel will einen Etappensieg

Dagegen fiebert der deutsche Sprinter Andre Greipel vom Team Columbia seiner Giro-Premiere entgegen, will er doch mit weiteren Siegen dem Ticket für die Frankreich-Rundfahrt näher kommen. "Es ist an der Zeit, die großen Rennen zu fahren. Mindestens eine Etappe will ich schon gewinnen", sagt der mit elf Saisonsiegen erfolgreichste Radprofi des Jahres, der im teaminternen Zweikampf mit Superstar Mark Cavendish um die Tour-Kapitänsrolle streitet.

Milram mit Gerdemann und Wegmann

Ein namhaftes Aufgebot schickt auch das deutsche Milram-Team an den Start. So stehen unter anderem Kapitän Linus Gerdemann und Frankfurt-Sieger Fabian Wegmann in Amsterdam am Start. Drei Etappen wird der Giro auf niederländischem Boden absolvieren, bevor es zurück nach Italien geht. Dort warten dann die schweren Bergetappen: Auf den 3485,3 Kilometer stehen unter anderem der 2618 Meter hohe Gavia-Pass, der Monte Zoncolan, der Mortirolo und ein Bergzeitfahren in den Dolomiten hinauf zum Kronplatz auf dem Programm. Der Sieger wird am 30. Mai in Verona gekrönt.

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