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Lance Armstrong bei Kalifornien-Rundfahrt schwer gestürzt

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Armstrong bei Kalifornien-Rundfahrt schwer gestürzt

21.05.2010, 10:06 Uhr | dpa, dpa

Lance Armstrong bei Kalifornien-Rundfahrt schwer gestürzt. Blutend musste Lance Armstrong die Kalifornien-Rundfahrt abbrechen. (Foto: dpa)

Blutend musste Lance Armstrong die Kalifornien-Rundfahrt abbrechen. (Foto: dpa)

Sein linkes Auge blutete, die Schürfwunden schmerzten, und vor seinem verletzungsbedingten Aus bei der Kalifornien-Rundfahrt musste sich Lance Armstrong auch noch mit erneuten Doping-Anschuldigungen rumplagen. Gelassen spielte der 38 Jahre alte Texaner in gewohnter Manier die Vorwürfe seines ehemaligen Teamkollegen Floyd Landis herunter, der ihn schwer belastet hatte. "Er ist ein zerbrochener Mann ohne Glaubwürdigkeit", meinte Armstrong, "er hat keinen Beweis. Es ist Aussage gegen Aussage, und mir gefällt unsere Aussage."

Platzwunde und Schmerzen im Arm

Nach seinem Sturz in der fünften Etappe musste der siebenmalige Tour de France-Sieger eine Platzwunde unterhalb des linken Auges mit acht Stichen nähen lassen. "Mein Auge war stark geschwollen und ich hatte Schmerzen im Ellenbogen. Ich bin erleichtert, dass nichts gebrochen ist. In ein paar Tagen sitze ich wieder auf dem Rad."

Ruf nimmt keinen Schaden

Armstrongs Start bei der Tour de France ist jedoch nicht gefährdet - und sein immer noch verblüffend guter Ruf in den USA auch durch die neuerlichen Doping-Beschuldigungen dieses Mal durch Landis nicht. Armstrongs ehemaliger Edelhelfer hatte in E-Mails an den Radsport-Weltverband UCI und die nationale Vereinigung US Cycling zugegeben, von Juni 2002 an exzessiv gedopt zu haben und zugleich seinen einstigen Kapitän und weitere ehemalige Fahrer des US-Postal-Teams an den Pranger gestellt.

Droh-Mails ohne Wirkung

Landis habe ihm, so Armstrong, bereits seit zwei Jahren regelmäßig Droh-Mails geschickt, in denen er angekündigt hatte, mit Beweisen an die Öffentlichkeit zu gehen. Als der Superstar im kalifornischen Visalia zusammen mit seinem ebenfalls von Landis beschuldigten Teamchef Johan Bruyneel vom Team Radio Shack zum Start der fünften Etappe aus dem Mannschaftsbus stieg, wurden beide von einer jubelnden Menge empfangen. Einige Fans hielten gar Plakate mit der Aufschrift "Lance for President. Floyd Landis betrügt" hoch. Armstrong hat Doping stets bestritten.

Heftige Anschuldigungen

Landis behauptete in seinen Rundmails, Bruyneel soll ihm unter anderem Blut-Doping und den Gebrauch von Wachstumshormonen erklärt haben. Mit Armstrong habe er über die Notwendigkeit von Blut-Transfusionen gesprochen, wurde Landis im "Wall Street Journal" zitiert. Zudem habe sich der gestürzte Tour-Sieger von 2006 in Armstrongs Apartment in Spanien Blut entnehmen lassen. Dort seien nach Angaben der Zeitung auch Blut-Behälter von Armstrong und George Hincapie in einem versteckten Kühlschrank aufbewahrt worden. Hincapie wies die Behauptungen zurück, und Bruyneel bezichtigte Landis sogar der "Erpressung": Der entlarvte Radprofi habe "sehr viel Geld" für sein Schweigen in dieser Angelegenheit gefordert.

Doping in USA kein Thema

"Geständnis und Anschuldigungen eines in Ungnade gefallenen Radprofis", titelte die Tageszeitung "The New York Times". Auch der TV-Sender "Versus", der die Kalifornien-Rundfahrt überträgt, stellte sich auf Armstrongs Seite. Während der zweistündigen Tages-Zusammenfassung wurde die Causa Armstrong in 43 Sekunden abgehakt. Anschließend wurden reichlich Werbespots mit dem Superstar gezeigt. Der unkritische Umgang ist kaum überraschend. Mit dem Biotechnologie-Unternehmen Amgen ist eine Firma Hauptsponsor der Kalifornien-Rundfahrt, die als Spezialist für die Produktion von EPO gilt.

Kein Kommentar der Beschuldigten

Die US-Amerikaner David Zabriskie (Garmin Transitions) und Levi Leipheimer (RadioShack), Zweiter und Dritter der Gesamtwertung und von Landis des EPO-Dopings beschuldigt, zogen es vor, erstmal zu schweigen. Leipheimer ignorierte Fragen zu den Vorwürfen komplett, Zabriskie äußerte sich nur zum Rennen. Sein Team-Manager Jonathan Vaugthers verwies indes auf die "üble Vergangenheit" von Landis, der nach seinem Tour-Sieg 2006 des Testosteron-Dopings überführt wurde.

Landis in Geldnot?

Der mittlerweile 34-Jährige verlor seinen Tour-Sieg und wurde zwei Jahre gesperrt. Er hatte jahrelang vehement betont, unschuldig zu sein, ein Buch dazu geschrieben und vor mehreren Gerichten - unter anderem dem Internationalen Sportgerichtshof CAS - prozessiert. Sämtliche Klagen scheiterten, kosteten ihn rund zwei Millionen Dollar, sein Ansehen und seine Ehe. Landis benötige dringend Geld, so Bruyneel, um Rechnungen zu bezahlen, die nach seinem positiven Doping-Test angefallen seien.

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