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Sorgen um Jan Ullrich

13.08.2010, 08:01 Uhr | t-online, t-online.de

Radsport: Sorgen um Jan Ullrich. Problemfall: Jan Ullrich, hier mit seiner Frau Sara, ist krank. (Foto: imago)

Problemfall: Jan Ullrich, hier mit seiner Frau Sara, ist krank. (Foto: imago)

Hat der ständige Kampf gegen die Dopinganschuldigungen Jan Ullrich krank gemacht? Jedenfalls sind die Sorgen um den ehemaligen Radstar in dem Maße gestiegen, wie seine öffentlichen Auftritte abgenommen haben. Und dass der einzige deutsche Tour de France-Sieger kaum noch auf den von ihm geschätzten Wohltätigkeitsveranstaltungen zu sehen oder selbst für Freunde nicht mehr zu erreichen ist, hat einen guten Grund: Wie "Bild" berichtet, leidet der 36-Jährige an einem Burn-out-Syndrom. Hinzu kam am Freitag den 13. noch ein verlorener Rechtsstreit.

Seit geraumer Zeit habe Ullrich über Müdigkeit und Antriebslosigkeit geklagt. Immer häufiger sei er krank geworden. Und dies in kürzer werdenden Abständen. Nun wurde die Diagnose für den Zustand publik.

Behandlung in den kommenden Monaten

"Ja, die Ärzte diagnostizierten bei mir ein Burn-out-Syndrom. Um eine baldige Genesung zu ermöglichen, werde ich mich deswegen vorerst aus der Öffentlichkeit zurückziehen", wird Ullrich zitiert, der sich in den kommenden Monaten in Behandlung begibt. Der Krankheitszustand könnte eine Folge der Nachwehen um die Doping-Vorwürfe mit schier endlosen juristischen Auseinandersetzungen beim Tour-Sieger von 1997 sein.

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Als Burn-out-Syndrom wird das Gefühl bezeichnet, körperlich und vor allem mental ausgebrannt zu sein. Bedingt durch andauernden Stress. Vor allem durch Überforderung im Beruf. Zwar hat Ullrich seit seiner Suspendierung unmittelbar vor dem Tour-Start 2006 kein Rennen mehr bestritten. Das abrupte Ende seiner erfolgreichen Karriere hat den Radrennfahrer aber scheinbar schwer getroffen – er leidet darunter wohl noch heute.

Nie ein positiver Test

Erschwerend hinzu kamen sicherlich die ständigen Dopinganschuldigungen. So wurde Ullrich immer wieder mit dem spanischen Doping-Arzt Fuentes in Verbindung gebracht. Erst im Juli, während der Tour de France, gestand sein ehemaliger Mentor Rudy Pevenage ein, Reisen für den labilen Profi zu dem Mediziner arrangiert zu haben. Aber selbst wenn bei Fuentes sichergestellte Blutbeutel dem heute 36-Jährigen per DNS-Analyse zugeordnet werden konnten – es gab nie einen positiven Dopingtest.

Dennoch sah es die gegen Ullrich ermittelnde Staatsanwaltschaft als erwiesen an, dass der Rennfahrer betrogen habe. Erst gegen die Zahlung einer sechsstelligen Summe für gemeinnützige Zwecke wurde das Verfahren im April 2008 eingestellt – über ein Jahr, nachdem Ullrich am 26. Februar 2007 seinen Rücktritt erklärt hatte. Der Olympiasieger von 2000, der zudem durch eine Alkoholfahrt 2002 und die kurz darauf folgende "Disco-Affäre" um die Einnahme von Amphetaminen in den Schlagzeilen stand, wurde aber trotz aller Beschuldigungen nie müde zu betonen, jemals betrogen zu haben.

Niederlage vor Gericht

Dass Ullrich im Streit um seine angebliche Doping-Vergangenheit vor dem Hamburger Landgericht aktuell eine Niederlage erlitten hat, wird den Heilungsprozess gewiss nicht förderlich sein. Seine Unterlassungsklage gegen den Heidelberger Dopingexperten Werner Franke wurde abgewiesen. Franke darf damit weiter behaupten, dass Ullrich Geld an den spanischen Dopingarzt Eufemiano mio Fuentes überwiesen hat.

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Das Gericht stellte nun fest, dass die Behauptung, es habe diese Überweisungen gegeben, "als wahr zu gelten" hätte. Durch den Richterspruch ist nun indirekt auch bewiesen, dass Ullrich entgegen seiner bisherigen Aussagen Kontakt zu Fuentes hatte. Im Zuge des Verfahrens habe Ullrich nicht mehr bestritten, für die Herstellung von Erythrozytenkonzentrat aus seinem Blut 55.000 Euro an Fuentes gezahlt zu haben, hieß es in der Urteilsbegründung. Dabei gibt es eine eidesstattliche Erklärung von Ullrich, in der er bestreitet, solche Kontakte zu Fuentes gehabt zu haben. "Ullrichs Aussage, er habe nie eine Verbindung zu Fuentes gehabt - die mir von ihm unterschrieben vorliegt - ist damit eindeutig falsch", sagte Franke.

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