Startseite
Sie sind hier: Home > Sport > Mehr Sport > Radsport >

Andre Greipel: "Ich streite mich lieber auf sportliche Art"

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

"Ich streite mich lieber auf sportliche Art"

28.09.2010, 10:48 Uhr | Die Fragen stellte Björn Lücker, t-online.de

Andre Greipel: "Ich streite mich lieber auf sportliche Art". Erfolg macht begehrlich: Andre Greipel feierte in dieser Saison bisher 21 Siege (Foto: imago)

Erfolg macht begehrlich: Andre Greipel feierte in dieser Saison bisher 21 Siege (Foto: imago) (Quelle: imago)

Andre Greipel hat es in dieser Saison richtig krachen lassen. Sagenhafte 21 Siege feierte der Sprinter vom Team Columbia. Der 28-Jährige wäre auch gerne bei der Tour de France dabei gewesen. Doch trotz starker Leistungen entschied sich die Teamleitung wieder einmal für Erzrivale Mark Cavendish. Nun will Greipel, der in der nächsten Saison für Pharma-Lotto in die Pedale tritt, am Sonntag zum Saison-Abschluss beim WM-Straßenrennen in Australien nochmals auftrumpfen.

Im Interview mit t-online.de spricht er über die zurückliegende Saison, die Streitereien mit Cavendish, sein neues Team und seine Medaillenchancen bei der WM.

Herr Greipel: Eine lange Saison liegt hinter ihnen. Nun folgt zum Abschluss noch einmal ein Höhepunkt mit der Weltmeisterschaft in Australien. Was haben Sie sich vorgenommen?
Mein erstes Rennen in dieser Saison bin ich in Australien gefahren. Ich habe kein Problem damit, wenn die Saison so erfolgreich enden würde, wie sie begonnen hat. Ich möchte zufrieden wieder zu Hause ankommen.

Sportkolleg - Videos 
Fahrräder so teuer wie ein Kleinwagen

Sprint-Legende Wüst zeigt, was ein Profi-Rennrad ausmacht. zum Video

Die Strecke soll den Sprintern liegen. Was wissen Sie über den Kurs in Geelong nahe Melbourne?
Es ist kein reiner Sprinterkurs, aber mit einer guten Form kann man im Finale weit kommen.

Mit Danilo Hondo haben Sie einen starken und erfahrenen Anfahrer dabei. Wie sieht die Taktik aus?
Es geht ein motiviertes Team an den Start und wir haben ein gemeinsames Ziel. Mit der passenden Taktik und selbstverständlich auch mit dem notwendigen Glück wird es spannend.

Wen sehen Sie als schärfsten Konkurrenten im Kampf um eine Medaille?
Es gibt einen großen Favoritenkreis und der Rennverlauf wird zeigen, welche Qualitäten im Finale gefragt sind. Von mir aus kann es gern zu einer Sprintentscheidung kommen. Beispielsweise Australien geht mit einer starken Mannschaft an den Start oder mit Oscar Freire, Thor Hushovd und dem Klassikerspezialisten Philippe Gilbert muss man immer rechnen.

Falls es nicht zum Sprintfinale kommt: Wer aus dem deutschen Team hat noch gute Chancen auf eine Medaille?
Paul Martens hat bei seinen letzten Rennen gezeigt, dass er eine gute Form hat und auch Fabian Wegmann.

Die Saison 2010 ist für Sie mit insgesamt 21 Siegen sehr erfolgreich verlaufen. Allerdings durften sie nicht mit zur Tour de France fahren. Stattdessen wurde beim Team Columbia wieder Mark Cavendish bevorzugt. Schieben Sie noch immer Frust?
Wenn ich diese Saison mit 22 Siegen beenden würde, wäre ich überglücklich. Selbstverständlich war ich über meine Nichtnominierung zur Tour enttäuscht, aber meinen Frust hatte ich nach einigen Tagen überwunden und meinen Blick wieder nach vorne gerichtet.

Hätten Sie sich mehr Vertrauen der Teamleitung in ihr Können gewünscht?
Man kann sich nur mit Leistungen empfehlen und dafür habe ich mit Unterstützung der Mannschaft alles getan. Ich glaube nicht, dass es eine Frage des Vertrauens war.

Immer wieder war während der Saison von Streitereien mit Cavendish zu hören. Der Brite hatte ihnen unter anderem vorgeworfen, nur "beschissene kleine Rennen" zu gewinnen. Alles halb so wild oder hatten sie wirklich ernstere Probleme mit Cavendish?
Zu einem Streit gehören mindestens zwei und einem gerechtfertigten Disput gehe ich nicht aus dem Weg. Zu Respektlosigkeit gegenüber Veranstaltern und Teammitgliedern werde ich nicht beitragen. Ich streite mich lieber auf sportliche Art beim Sprint auf einer Zielgeraden.

Letztlich sind Sie beim Team Columbia nicht an Cavendish vorbeigekommen. War das auch der Hauptgrund für den Wechsel zu Omega Pharma-Lotto?
Ich kann mich gut an Rennen erinnern, bei denen ich Marc unterstützt habe und auch an Rennen, bei denen er nicht an mir vorbeigekommen ist. Wir sind in einem Punkt zu gleich, um gemeinsam in einer Tourmannschaft fahren zu können, wir wollen beide den Sprint gewinnen.

Bei Omega Pharma-Lotto sind Sie nun der Top-Sprinter und werden aller Voraussicht nach 2011 ihre erste Tour de France bestreiten. Dann dürfte es zum Duell mit Cavendish kommen. Wäre es eine Genugtuung für Sie, ihn zu schlagen?
In der kommenden Saison werden die Sprintentscheidungen bei einigen Rennen noch spannender. Ich möchte bei der Tour 2011 auch dazu beitragen. Siege sind für ein Team immer Lohn für einen harten Job, egal ob Cavendish dabei ist oder nicht.

Liebe Leserinnen und Leser, leider können wir bei bestimmten Themen und bei erhöhtem Aufkommen die Kommentarfunktion nicht zur Verfügung stellen. Warum das so ist, erfahren Sie in einer Stellungnahme der Chefredaktion.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Anzeige
Biermann über den Gipfelsturm 
"Das war ein richtiges Gänsehautgefühl"

Der deutsche Amateur-Radsportler erklimmt den Mont Ventoux mit einem Spenderherz. Video

"So schnell wie seit 10 Jahren nicht" 
Christoph Biermann gerät in Köln an seine Grenzen

Beim Velodom wird deutlich: Die Härte am Berg fehlt ihm nach seiner Herztransplantation noch. Video

Nach Herztransplantation auf den Mont Ventoux 
Christoph Biermann und das Rennen seines Lebens

Acht Monate wartete der Hobby-Radfahrer auf ein Spenderherz. Jetzt nimmt er den Ventoux ins Visier. Video



Anzeige
shopping-portal