29.09.2010, 11:16 Uhr | sid, sid
Judith Arndt sicherte sich in Geelong ihre siebte WM-Medaille. (Foto: dpa)
Einmal Silber und einmal Bronze: Die deutschen Radprofis haben bei der Straßenrad-WM im australischen Geelong einen Start nach Maß gefeiert und die Ausbeute aus dem Vorjahr bereits nach dem ersten Tag übertroffen. Judith Arndt musste sich nach 22,8 Kilometern nur der Britin Emma Pooley geschlagen geben, die 15,17 Sekunden schneller war. Martin Kittel musste zuvor im U-23-Rennen der Männer lediglich Taylor Phinney (42:50) und dem Australier Luke Durbridge (42:52) den Vorzug lassen.
"Es hat sehr gut angefangen. Ich habe vorher mit drei Medaillen gerechnet. Wir sind auf dem besten Weg, unser Ziel zu erreichen. So kann es weitergehen", sagte Udo Sprenger, Vizepräsident des Bundes Deutscher Radfahrer. Im vergangenen Jahr waren die Deutschen mit zwei dritten Plätzen aus Mendrisio heimgekehrt. Bereits am Mittwoch könnte die Rechnung aufgehen, wenn Tony Martin als Mitfavorit ins Zeitfahren der Männer geht und den Schweizer Titelverteidiger Fabian Cancellara vom Thron stoßen will.
Den WM-Titel hatte auch Arndt auf der Rechnung. Am Ende musste die in Australien lebende Leipzigerin aber froh sein, mit 63 Hundertstelsekunden Vorsprung vor der Neuseeländerin Linda Melanie Villumsen den zweiten Platz gerettet zu haben. "Eine Medaille bei der WM ist immer schön, aber mein Ziel war es, Weltmeisterin zu werden. Ich ziehe es vor zu gewinnen", sagte Arndt ein wenig enttäuscht.
Es war bereits die siebte WM-Medaille ihrer Karriere, der Titel war ihr bislang aber nur 2004 gelungen, als sie das Straßenrennen in Verona gewonnen hatte. Hinzu kommen noch eine olympische Silber- und Bronzemedaille. "Meine Leistung war so ziemlich das Optimum. Es wäre aber besser gewesen, wenn es ein paar Grad wärmer gewesen wäre. Bei der Kälte ist es nicht so angenehm an den Anstiegen", sagte Arndt.
Eine Siegchance bleibt ihr im Straßenrennen am Samstag noch, wenngleich es schwer sei, Ex-Weltmeisterin Marianne Vos zu schlagen. Eine starke Vorstellung lieferte auch "grand dame" Jeannie Longo-Ciprelli ab. Die 51-Jährige verpasste als Fünfte knapp das Podium. Charlotte Becker fuhr als zweite deutsche Starterin auf Platz 14.
Im Gegensatz zu Judith Arndt war Marcel Kittel im letzten U-23-Rennen seiner Karriere mit dem Podiumsplatz rundum zufrieden. "Ich bin froh, dass es mit der Medaille geklappt hat. Ich habe alles rausgeholt. Der letzte Kilometer hat sehr weh getan", sagte Kittel, der im Vorjahr bei der WM in Mendrisio noch den undankbaren vierten Platz belegt hatte. Dieses Schicksal blieb ihm diesmal gerade noch erspart. Bei der vorletzten Zwischenzeit war er noch auf Platz vier gestoppt worden, im Ziel lag er dann nach 31,6 Kilometern ganze 2,95 Sekunden vor dem Portugiesen Nelson Oliveira.
Glücklich war auch der erst 20-jährige Phinney, dass er der Favoritenrolle gerecht geworden war. Der Youngster, den Lance Armstrong für "das größte Talent seit langer Zeit" hält, holte bereits seinen zweiten WM-Titel in diesem Jahr. Ende März hatte er bei der Bahnrad-WM in Kopenhagen die 4000-Meter-Einerverfolgung gewonnen. Phinney ist der Sohn berühmter Eltern. Seine Mutter Connie Carpenter-Phinney gewann 1984 Olympia-Gold im Straßenrennen, sein Vater Davis war 1986 der erste amerikanische Etappensieger bei der Tour de France. Für das kommende Jahr hat Phinney junior bereits einen Profivertrag beim US-Team BMC unterschrieben.
29.09.2010, 11:16 Uhr | sid, sid
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