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Radsport: Contador gerät stärker unter Druck

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Radsport - Doping  

Contador gerät stärker unter Druck

05.10.2010, 15:34 Uhr | dpa, dpa

Radsport: Contador gerät stärker unter Druck. Sorgenvoller Blick: Alberto Contador sieht sich neuen Indizien gegenüber. (Foto: imago)

Sorgenvoller Blick: Alberto Contador sieht sich neuen Indizien gegenüber. (Foto: imago)

Er beteuert weiter seine Unschuld. Doch Alberto Contador gerät immer mehr in Erklärungsnot. Nach Angaben der "New York Times" sind auch bei einer zweiten Probe des Tour-de-France-Siegers aus Spanien während der diesjährigen Frankreich-Rundfahrt Kunststoffrückstände in seinem Urin gefunden worden, die Blut-Doping nahelegen. Das berichtet die Zeitung unter Berufung auf einen Informanten, der die Testergebnisse kenne.

Die Menge der chemischen Substanz in Contadors Urin sei achtmal höher gewesen als der zulässige Grenzwert, schreibt nun die "New York Times". Schon in der Vorwoche hatten die ARD und in der Folge das französische Sportblatt "L'Équipe" von Tests berichtet, bei denen in Contadors Urin neben Spuren von Clenbuterol auch Plastikrückstände entdeckt worden sein sollen. Laut ARD sei im Test am 21. Juli das Kälbermastmittel Clenbuterol nachgewiesen worden, am Vortag die Plastikrückstände. Unklar ist, ob sich beide Medien auf die gleiche Probe beziehen.

Bruder weist Vorwürfe zurück

Contadors Bruder Fran, der als sein Manager fungiert, wies die Spekulationen um Blut-Doping zurück. "Der Test vom 20. Juli war nach UCI-Informationen negativ", behauptete Fran Contador. Diese Einschätzung liegt auf der Hand, weil es noch kein Nachweisverfahren für Eigenblutdoping gibt. Erhöhte Plasticiser-Werte geben lediglich Hinweise auf mögliche Manipulationen mit Blut aus Plastikbeuteln.

Spuren von kunststoffähnlichen Resten sind häufig nach Bluttransfusionen zu finden. Diese Rückstände, auch Weichmacher oder Diethylhexylphthalat genannt, könnten von einem Plastikbeutel mit Eigenblut stammen. Schon nach den ersten Meldungen über mögliches Blutdoping hatte Contador "kategorisch" bestritten, eine Transfusion erhalten zu haben. Die Spekulationen bezeichnete sein Sprecher Jacinto Vidarte als "Science Fiction".

Spanier klagt Medien an

Der Madrilene beklagt derweil, wie sein Noch-Team Astana und auch die Öffentlichkeit mit dem Fall umgingen. Die Medien "haben den Respekt vor mir verloren und meine Familie nachts mit Anrufen belästigt", klagte der 27-Jährige bei "eurosport.yahoo.de". Sein Rennstall, den er im Winter verlassen wird, habe sich nach den Enthüllungen nicht bei ihm gemeldet. "Ich habe überhaupt gar keinen Kontakt zu irgendjemandem. Es besteht keine Kommunikation, rein gar nichts."

"Eine himmelschreiende Ungerechtigkeit"

In der Branche stößt vor allem das Verhalten des Weltverbandes UCI im Fall Contador auf Unmut. Dieser habe den dreimaligen Tour-Sieger schon am 24. August über die positive Dopingprobe informiert, die Öffentlichkeit aber lange in Unkenntnis gelassen. "Das ist natürlich eine himmelschreiende Ungerechtigkeit", klagte Stephan Flock, Sprecher des Teams Milram im Vergleich zum jüngsten Dopingfall im eigenen Team.

Der deutsche Rennstall - der im Winter endgültig von der Bildfläche verschwindet - habe nach dem Hinweis der UCI auf einen positiven EPO-Test bei seinem Fahrer Roy Sentjens gerade einmal 45 Minuten Zeit gehabt, die Öffentlichkeit zu informieren. Superstar Contador, der in der vorigen Woche an die Presse getreten war, hätte für die Vorbereitung seiner Verteidigungsstrategie wesentlich mehr Zeit gehabt.

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