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Bjarne Riis gab 134.000 Euro für Doping aus

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"Alle" wussten über Dopingpraktiken bescheid

08.11.2010, 16:16 Uhr | sid, sid

Bjarne Riis gab 134.000 Euro für Doping aus. Hat EPO die Toilette runtergespült: Bjarne Riis. (Foto: imago)

Hat EPO die Toilette runtergespült: Bjarne Riis. (Foto: imago)

Bjarne Riis, Gewinner der Tour de France 1996, hat erstmals eingestanden, wie viel ihn seine eigenen Doping-Praktiken während seiner aktiven Radsport-Karriere gekostet haben. "Ich habe Doping-Mittel für gut und gerne eine halbe bis eine Million Kronen gekauft", sagte der Teamdirektor des Rad-Rennstalls Saxo Bank gegenüber der dänischen Tageszeitung "Politiken". Umgerechnet wären das 67.000 bis 134.000 Euro. Riis hatte vor drei Jahren eingeräumt, in der Zeit von 1993 bis 1998 das Dopingmittel Erythropoietin (EPO), Wachstumshormone sowie Cortison zur Leistungssteigerung eingenommen zu haben.

Auch seinen Tour-Sieg für das damalige Team Telekom hatte er auf illegale Weise erreicht. Nun räumte er ein, bereits in den 1980er Jahren gedopt zu haben. "Das Schwerste war die erste Spritze mit Vitaminen und Mineralien, die wir alle bekommen haben und die wir mit der Zeit lernten, uns selbst zu geben. Deshalb hatte ich keine Probleme mit den ersten Dopingspritzen, das war völlig undramatisch. Es war ja nur etwas anderes in der Spritze drin als Vitamine", sagte Riis.

EPO die Toilette herunter gespült

In einem anderen Interview mit "sporten.dk" betonte Riis, dass in seiner aktiven Zeit "alle" über den Gebrauch von Dopingmitteln Bescheid wussten. "Das war nichts, was ich als etwas total Verbotenes erachtete, das war etwas völlig Natürliches. Die Presse wusste es auch, das war nichts Heimliches." Riis berichtet zudem, dass er 1998 bei einer Polizeirazzia beinahe erwischt worden wäre. In letzter Sekunde hätte er den Inhalt eines Behälters die Toilette herunter gespült, unter anderem EPO.

"Aus heutiger Sicht betrachtet ist das eine ganz absurde und groteske Geschichte", so Riis. Von seinem Doping-Missbrauch wussten in seiner aktiven Zeit nur seine Frau Mette Riis und seine spätere Partnerin, die ehemalige Handballspielerin Anne Dorthe Tanderup, betonte Riis. Nach der Tour 1998 hatte Riis eigenen Angaben zufolge genug vom Doping. "Es hing mir schon zum Halse heraus, nur eine Vitaminpille zu nehmen", sagte er. 1999 beendete er seine Karriere nach einem schweren Sturz bei der Tour de Suisse.

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