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Alberto Contador: Spanischer Verband leitet Verfahren ein

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Keine Gnade für Contador

09.11.2010, 14:24 Uhr | sid, dpa, dpa, sid

Alberto Contador: Spanischer Verband leitet Verfahren ein. Es wird langsam eng für Contador (Foto: imago)

Es wird langsam eng für Contador (Foto: imago)

Der spanische Radsportverband RFEC leitet ein Dopingverfahren gegen Tour-de-France-Sieger Alberto Contador ein. Dies kündigte Präsident Juan Carlos Castana an. Der Verband folgt damit einer Aufforderung des Weltradsport-Verbandes UCI. "Es wird für Contador keine bevorzugte Behandlung geben", sagte Castana der Madrider Sportzeitung "Marca".

"Die Regeln gelten für alle in gleicher Weise. Wenn Alberto dagegen verstoßen hat, muss er dafür gerade stehen." Die Entscheidung der UCI sei die normale Vorgehensweise. "Nicht normal ist dagegen, dass die UCI drei Monate gebraucht hat, bis sie den Fall uns übertrug."

"Contador mit dem Rücken zur Wand"

Der dreifache Tour-Sieger war am zweiten Ruhetag der vorigen Frankreich-Rundfahrt positiv auf das Kälbermastmittel Clenbuterol getestet worden. Contador bestreitet jedes Doping. Er führte den positiven Befund darauf zurück, dass er verunreinigtes Fleisch gegessen habe. Die Chancen des Spaniers für einen Freispruch stehen laut "Marca" sehr schlecht. Bisher seien praktisch alle Sportler, die positiv auf Clenbuterol getestet worden waren, gesperrt worden, schrieb das Blatt. "Contador steht mit dem Rücken zur Wand."

Alles ist möglich

Castana äußerte sich Medien gegenüber allerdings widersprüchlich. Denn trotz seiner Ankündigung eines Verfahrens gegen Contador machte er ihm gleichzeitig Hoffnungen auf ein Happy End. "Ich hoffe, dass sich der Fall zugunsten von Contador entscheidet. Ich kenne ihn seit seiner Kindheit. Er stammt aus Madrid, und ich habe gewisse Sympathien für ihn", sagte der spanische Radsport-Boss im staatlichen RNE. "Es kann sein, dass das Verfahren eingestellt wird oder dass es bei einer simplen Abmahnung bleibt", sagte der Funktionär. Es könne aber auch eine Sperre von maximal zwei Jahren ausgesprochen werden.

Hoffnungen Ruhen auf Fall Ovtcharov

Nach Angaben der Zeitung "El País" stützt Contador seine Hoffnung auf einen Freispruch vor allem auf den Fall des Tischtennis-Profis Dimitrij Ovtcharov. Der deutsche Nationalspieler war ebenfalls positiv auf Clenbuterol getestet, später aber vom Deutschen Tischtennis-Bund (DTTB) freigesprochen worden. Die Zeitung "El Mundo" geht davon aus, dass der Fall Contador wohl in jedem Fall bis vor den Internationalen Sportgerichtshof (CAS) gebracht wird. Es sei zu erwarten, dass die Entscheidung des spanischen Radsportverbandes entweder von der Welt-Anti-Doping- Agentur (WADA) oder von Contador angefochten wird, schrieb das Blatt.

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