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Kommentar: Sperrt Contador für zwei Jahre!

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Sperrt Contador für zwei Jahre!

11.11.2010, 11:44 Uhr | Von Björn Lücker, t-online.de

Kommentar: Sperrt Contador für zwei Jahre!. Contador atmet durch - in der Heimat muss der Dopingsünder keine Konsequenzen fürchten. (Foto: imago)

Contador atmet durch - in der Heimat muss der Dopingsünder keine Konsequenzen fürchten. (Foto: imago)

Nun hat Alberto Contador also einen Staranwalt engagiert, um im Dopingverfahren bestens gerüstet zu sein. Warum eigentlich? Der dreimalige Toursieger kann sich schon jetzt sicher sein, dass seine "Freunde" beim spanischen Radsportverband ihn nicht mit einer zweijährigen Sperre belegen, sondern Milde walten lassen.

Peinlich, was Präsident Carlos Castana vor wenigen Tagen sagte: "Ich hoffe, dass sich der Fall zugunsten von Alberto entscheidet. Ich habe gewisse Sympathien für ihn." Wer per "Du" mit höchsten Funktionären ist, die auch noch jegliche Distanz zu einem in der A- und B-Probe überführten Sportler vermissen lassen, braucht nichts zu befürchten. Es bahnt sich also der nächste Skandal im dopingtoleranten Spanien an.

Aufklärung Fehlanzeige

Contador bekommt schon seit jeher eine Sonderbehandlung. Als seine Initiialien "A.C." im Zuge der Affäre um Doping-Arzt Fuentes in den Dokumenten der Guardia Civil auftauchten, stärkte ihm Spaniens Sportminister Lissavetzky den Rücken. Kritische Fragen oder gar Aufklärung: Fehlanzeige! Als Verbündete erwiesen sich die Funktionäre auch bei Alejandro Valverde, der nach einem DNA-Abgleich als Blut-Kunde von Fuentes entlarvt worden war. Die hohen Herren verschonten den Radprofi, leiteten noch nicht einmal ein Verfahren ein.

Contador und Ovtcharov nicht zu vergleichen

Ein – so muss man es sagen – Alibi-Verfahren gibt es jetzt gegen Contador. Wahrscheinlich wird der Fall vom spanischen Radsportverband ähnlich behandelt wie der von Dimitrij Ovtscharov. Beim deutschen Tischtennis-Star war ebenfalls das Kälbermastmittel Clenbuterol nachgewiesen worden. Der These der Fleischvergiftung wurde aber nach einer Haar-Analyse geglaubt, Ovtcharov daraufhin freigesprochen. Auch Contador will verunreinigtes Fleisch gegessen haben, sein Fall hat aber eine andere Dimension: In Contadors Blut wurden auch noch Weichmacher gefunden, die auf Blutdoping hinweisen. Doch das dürfte in Madrid kaum jemanden interessieren.

Da Contador nun wohl ungeschoren davon kommt, landet der Fall beim internationalen Gerichtshof, weil die Welt-Anti-Doping-Agentur das Spielchen nicht mitmachen und Einspruch erheben wird. Liebe Richter, sprecht ein seriöses Urteil und sperrt Contador für zwei Jahre!

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