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Doping: Spanischer Radsportverband spricht Alberto Contador frei

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Freie Fahrt für Alberto Contador

15.02.2011, 18:58 Uhr | dpa, dpa

Doping: Spanischer Radsportverband spricht Alberto Contador frei. Hat gut lachen: Alberto Contador darf ab sofort wieder starten. (Foto: dpa)

Hat gut lachen: Alberto Contador darf ab sofort wieder starten. (Foto: dpa)

Nun also doch: Der dreimalige Tour-de-France-Sieger Alberto Contador ist vom Doping-Verdacht freigesprochen worden. Das teilte sein Anwalt mit. Der spanische Radsport-Verband RFEC folgte dem Antrag der Verteidigung, die kontaminiertes Fleisch für den positiven Dopingbefund verantwortlich gemacht hatte. Damit darf der 28-Jährige ab sofort wieder Rennen fahren - und laut seinem Pressesprecher ist der Spanier bereits am Mittwoch bei der Algarve-Rundfahrt am Start.

"Ich bin erleichtert und glücklich über die Entscheidung. Es waren sehr stressige Monate für mich", erklärte Contador in einer Mitteilung seiner Mannschaft Saxo Bank-Sungard und betonte, er habe stets die Wahrheit gesagt und nicht gedopt. "Ich war davon überzeugt, dass es eine Wende geben könnte", fügte er in einem TV-Interview hinzu.

Monatelanger Justizmarathon droht

Der Radsport-Weltverband UCI, der eine umgehende Prüfung ankündigte, und die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) haben nun noch einen Monat Zeit, das Urteil zu prüfen und gegebenenfalls Einspruch beim Internationalen Sportgerichtshof CAS einzulegen. Bis zu einem endgültigen Urteil bliebe der Spanier startberechtigt. Sollte der Freispruch weiter Bestand haben, bliebe ihm auch der Toursieg erhalten. Zumindest WADA-Chef Juan Carlos Castaño rechnet mit einem Einspruch. "Ich glaube, wir befinden uns erst in der ersten Halbzeit ", sagte er.

Fest steht derweil: Der spanische Verband hat wieder einmal die schützende Hand über Alberto Contador gehalten und einen der spektakulärsten Dopingfälle ad absurdum geführt. Zudem droht dem Radsport wohl ein monatelanger Justizmarathon. "Die Spanier machen sich lächerlich. Das ist eine Kabarett-Nummer. Die WADA muss vor den CAS ziehen", sagte Deutschlands Doping-Chefankläger Werner Franke und sieht sich in seiner Meinung über die spanische Anti-Doping-Politik bestätigt.

"Die Gerechtigkeit hat gesiegt"

Die Spanier bleiben offenbar ihrer Linie - UCI-Präsident McQuaid hatte die Iberer erst bei der WM in Australien für ihre laxe Anti-Doping-Politik gerügt - auch im Fall Contador treu. In der Urteilsbegründung bezieht sich der Verband auf Artikel 296 der Doping-Regularien, der besagt, dass ein Fahrer freizusprechen ist, wenn er belegen kann, dass ihn bei einem positiven Dopingfall keine Schuld trifft. "Die Gerechtigkeit hat gesiegt", sagte Contadors Anwalt Andy Ramos. Alberto sei sehr glücklich. Contadors Teamchef Bjarne Riis vom Team Saxo Bank-Sungard meinte: "Ich will nicht verhehlen, dass das gut für uns ist."

Vergleich mit dem Fall Ovtcharov

Contador war am zweiten Ruhetag der Tour de France positiv auf Clenbuterol getestet worden. Der 28-Jährige hatte die geringen Spuren der verbotenen Substanz mit kontaminiertem Fleich zu erklären versucht. Ein Freund des damaligen Astana-Teamkochs habe ein Stück Rindfleisch in der baskischen Stadt Irun gekauft und zur Tour nach Pau mitgebracht, wo es in der Bordküche des Manschaftsbusses zubereitet worden sei und dem Toursieger sehr gemundet habe. So lautet Contadors Version, die das Wettkampfkomitee des spanischen Verbandes vollauf überzeugt hat.

Die RFEC vergleicht die Angelegenheit mit dem Dopingfall des deutschen Tischtennis-Spielers Dimitrij Ovtcharov, der bei einem Turnier in China ebenfalls positiv auf Clenbuterol getestet worden war. Im Gegensatz zu Contador hatte Ovtcharov aber mittels einer Haaranalyse glaubhaft seine Unschuld darstellen können. "China ist total verseucht, in Spanien soll es aber seit Jahren keinen Clenbuterol-Fall mehr gegeben haben. Ausgerechnet der große Rad-Champion soll nun betroffen sein? Wenn Contador so etwas behauptet, hätte es Ermittlungen geben müssen. Wo sind die Ergebnisse?", ergänzt Franke.

Warum keine Haaranalyse?

Der Molekularbiologe wundert sich indes, warum Contador keine Haaranalyse wie Ovtcharov angestrengt hat. Womöglich aus gutem Grund: Bei Contador war bereits im September der Verdacht laut geworden, dass die geringen Spuren des Clenbuterols durch eine zuvor durchgeführte Eigenbluttransfusion in den Körper des Spaniers gelangt sei. Die Anwälte hatten zudem in ihrer Verteidigung angeführt, dass ihnen Dokumente unterschlagen worden seien.

So soll ein Brief der UCI an die RFEC mit vier möglichen Erklärungen für den positiven Dopingbefund nicht an das Lager Contadors weitergereicht worden sein. Damit kann sich der Radstar aus dem Madrider Vorort Pinto wieder einmal auf seine Landsleute verlassen. 2006 war er noch in den ursprünglichen Dokumenten der Operacion Puerto mit den Initialien AC (Alberto Contador) aufgeführt worden, ehe sein Name wie von Geisterhand verschwand und der Weg zu bislang drei Tour- sowie jeweils einem Giro- und Vuelta-Sieg frei war.

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