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Radsport: UCI legt im Dopingfall Contador Einspruch ein

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UCI legt im Dopingfall Contador Einspruch ein

24.03.2011, 12:13 Uhr | sid, sid

Radsport: UCI legt im Dopingfall Contador Einspruch ein. Das Zittern geht weiter: Contador muss mit einer zweijährigen Sperre rechnen. (Foto: dpa)

Das Zittern geht weiter: Contador muss mit einer zweijährigen Sperre rechnen. (Foto: dpa)

Verlängerung im Dopingfall Alberto Contador: Nach dem fragwürdigen Freispruch für den dreimaligen Sieger der Tour de France durch den spanischen Radsport-Verband RFEC hat der Weltverband UCI erwartungsgemäß Einspruch vor dem Internationale Sportgerichtshof CAS eingelegt. Damit drohen dem Spanier weiterhin eine zweijährige Sperre und die Aberkennung seines Sieges bei der Frankreich-Rundfahrt im vergangenen Jahr.

"Nach einer eingehenden Untersuchung der Unterlagen aus Spanien ist die UCI zu der Entscheidung gekommen, Einspruch einzulegen", hieß es in einer Mitteilung des Weltverbandes. Contador war am zweiten Ruhetag der Tour 2010 in A- und B-Probe positiv auf das muskelbildende Mittel Clenbuterol getestet worden. Der Spanier hatte das Ergebnis mit dem Verzehr von verunreinigtem Fleisch erklärt. Die RFEC folgte der Version und sah von einer Sperre ab. Die UCI hatte sich zuvor für eine Sperre des 28-Jährigen ausgesprochen.

Ehrliche Fahrer beschützen

"Unsere Anwälte waren in den vergangenen Wochen sehr beschäftigt. Unsere Politik war immer, die Betrüger auszusortieren und die ehrlichen Fahrer zu beschützen", sagte UCI-Boss Pat McQuaid und ergänzte: "Seit meiner Wahl zum Präsidenten bin ich um die Glaubwürdigkeit in unserem Sport besorgt. Ich meine nicht nur die Affäre Contador. Da sind auch Riccardo Ricco und Patrik Sinkewitz. Es gibt immer noch Betrüger. Die jungen Fahrer, die kommen, müssen wissen, dass Doping keine Antwort ist."

Contador-Lager vorbereitet

Das Contador-Lager zeigte sich von dem Einspruch erst einmal unbeeindruckt. "Wir sind vorbereitet", sagte Contadors Bruder Fran, der auch Manager des Toursiegers ist. Dafür verpflichtete der kleine Madrilene sogar Staranwalt Jean-Louis Dupont. Der Sportrechtsexperte hatte einst im Fall Bosman das Transfersystem im internationalen Fußball komplett auf den Kopf gestellt. Contador, der stets seine Unschuld beteuert, hofft mit einem Freispruch auch auf Änderungen im Kontrollsystem.

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Eigenbluttransfusion kein Thema

"Ich mache das nicht nur für mich, sondern auch für andere Sportler. Wenn Kontrollen aus Mexiko oder Argentinien ins Labor nach Köln geschickt werden, möchte ich nicht wissen, welche Ergebnisse dann herauskommen", sagte Contador, in dessen Probe damals in Köln durch ein extrem feines Analyseverfahren geringe Spuren an Clenbuterol nachgewiesen worden waren. Dass die Substanz durch eine kurz zuvor durchgeführte Eigenbluttransfusion in seinen Körper gelangt sei und dass sogenannte Weichmacher in Contadors Probe gefunden worden seien, weist der Spanier scharf zurück. "Davon steht nichts im UCI-Dossier", sagt Contador.

Ähnliches Dilemma wie im Fall Valverde

Er habe kein Problem damit, dass seine Proben eingefroren und zu einem späteren Zeitpunkt nochmal kontrolliert werden. Unabhängig von dem laufendenden Verfahren darf Contador bis zum CAS-Urteil weiter Radrennen bestreiten. Der Saxo-Bank-Profi ist derzeit bei der Katalonien-Rundfahrt im Einsatz und steht dabei dicht vor dem Gesamtsieg. Damit steckt die UCI ähnlich wie im Vorjahr beim Fall Alejandro Valverde in einem Dilemma. Auch Contadors Landsmann war von der RFEC reingewaschen worden, ehe der CAS nach monatelangem Prozess schließlich Valverde aus dem Verkehr zog. Bis dahin hatte der Fuentes-Kunde reihenweise Siege eingefahren.

Thema Doping bleibt präsent

Ähnlich sieht es bei Contador aus. Der Kletterkönig hatte jüngst bei seinem Comeback den dritten Platz bei der Algarve-Rundfahrt und den Gesamtsieg bei der Murcia-Rundfahrt geholt. Im Mai will er beim Giro d'Italia starten. Dass bis zum Start der Tour de France am 2. Juli ein Urteil fällt, ist unwahrscheinlich. So wird das Dauer-Thema Doping den Radsport weiter begleiten. Erst am vergangenen Freitag war bekanntgeworden, dass der einstige Doping-Kronzeuge Sinkewitz beim GP di Lugano am 28. Februar positiv auf das Wachstumshormon HGH getestet worden ist. Dem früheren Deutschland-Toursieger droht eine lebenslange Sperre.

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