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Johan van Summeren gewinnt Klassiker Paris-Roubaix

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Van Summeren gewinnt Klassiker von Paris nach Roubaix

10.04.2011, 16:43 Uhr | dpa, sid

Johan van Summeren gewinnt Klassiker Paris-Roubaix. Johan van Summeren küsst die Siegertrophäe. (Foto: dpa)

Johan van Summeren küsst die Siegertrophäe. (Foto: dpa)

Johan van Summeren hat überraschend die 109. Auflage des Frühjahrs-Klassikers Paris-Roubaix gewonnen. Der belgische Radprofi verwies nach 258 Kilometern als Solist auf der Radrennbahn in Roubaix Vorjahressieger Fabian Cancellara mit 19 Sekunden Rückstand auf den zweiten Platz und feierte damit den größten Erfolg seiner Karriere. "Ich war so motiviert, ich wollte das Maximum herausholen", sagte der Sieger. "Als ich in der Spitzengruppe war, wusste ich, ich kann gewinnen."

Damit hält die Serie der Überraschungen bei den klassischen Eintagesrennen an, nachdem zuletzt der Belgier Nik Nuyens die Flandern-Rundfahrt gewonnen hatte. Zu den großen Verlieren gehörte auch diesmal der Schweizer Olympiasieger Cancellara. Bester deutscher Radprofi war am Sonntag der 22-jährige John Degenkolb.

Cancellara enttäuscht erneut

Einer der ersten Gratulanten für van Summeren war Vorjahressieger und Top-Favorit Cancellara, der sich wie schon bei der Flandern-Rundfahrt verpokerte. Hatte sich der Schweizer in Belgien noch durch seine ungestümen Attacken selbst geschwächt, so wurden dem Zeitfahr-Weltmeister und Klassiker-Spezialisten sowie den anderen Favoriten in Nordfrankreich die taktischen Spielchen zum Verhängnis. Auf der Jagd nach Van Summeren konnten sich Cancellara und Co. bei der Nachführarbeit nicht einigen und gingen leer aus. "So läuft das eben", sagte Cancellara, der nach Platz zwei bei Mailand-San Remo und Rang drei in Flandern erneut den Sprung nach ganz oben auf dem Podest verpasste. "Ich habe sehr, sehr viel gearbeitet. Man kann nicht immer gewinnen."

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Schwierige Strecke fordert die Fahrer heraus

Noch am Start in Compiegne im Norden von Paris hatte Cancellaras Teamsprecher rückblickend auf Flandern kokettiert: "An Revanche denkt Fabian nicht, er will einfach nur Spaß haben. Wenn er in diesem Jahr nicht gewinnt, dann eben vielleicht im nächsten." Sechster wurde übrigens Ex-Weltmeister Alessandro Ballan, gegen den in Italien Doping-Enthüllungen der Staatsanwaltschaft bekannt wurden.

Vor allem die insgesamt 27 Kopfsteinpflaster-Passagen auf dem 258 Kilometer langen Kurs forderten prominente Opfer. Der dreimalige Sieger Tom Boonen musste im legendären Wald von Arenberg wegen eines Defekts vom Rad. Quälend viele Sekunden lang rauschte das Feld am Belgier vorbei. Spätestens als Boonen in einem Wiesenstück noch einmal zu Fall kam, war das Rennen für ihn gelaufen - er stieg wenig später aus. Bitter für sein Team Quick Step: Auch Lokalmatador Sylvain Chavanel, Zweiter bei der Flandern-Rundfahrt, büßte nach einem Sturz alle Chancen ein.

Deutsches Zweitliga-Team sorgt für Aufsehen

Deutsche Fahrer spielten beim Ausgang des Rennens keine Rolle - der ersten Phase drückten aber zwei ihren Stempel auf. Zunächst gelang dem Hamburger Timon Seubert in einer achtköpfigen Gruppe die Flucht. Der Hamburger war mit seinem Zweitliga-Team NetApp beim allerersten Eliterennen überhaupt am Start. "Für die Jungs ist das etwas Neues. Mal sehen, was passiert", hatte der Sportliche Leiter Jens Heppner noch am Start mehr zweifelnd denn optimistisch gesagt.

Nach 118 Kilometern bekam Seubert deutsche Gesellschaft, als Sprintspezialist Andre Greipel auf die Spitzenreiter aufschloss. Der Fahrer vom Team Omega Pharma-Lotto verrichtete viel Führungsarbeit und fuhr lange im Staub. Die entscheidenden Tempoverschärfungen im Finish konnte er dann nicht mehr parieren.

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