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Jaksche: "Mir wäre das auch passiert"

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Jaksche stärkt Sinkewitz den Rücken

13.04.2011, 17:13 Uhr | sid

Jaksche: "Mir wäre das auch passiert". Patrik Sinkewitz (li.) hat erneut gedopt. Jörg Jaksche (re.) kann es nachvollziehen. (Foto: imago)

Patrik Sinkewitz (li.) hat erneut gedopt. Jörg Jaksche (re.) kann es nachvollziehen. (Foto: imago)

Jörg Raksche stärkt dem erneut positiv getesteten Patrik Sinkewitz den Rücken. Der ehemalige Radprofi hat vollstes Verständnis für den Doping-Rückfall seines ehemaligen Kollegen und hält Manipulationen beim Weltverband UCI für möglich. Von Transparenz und Rechtmäßigkeit sei die UCI weiterhin weit entfernt. "Sie glauben wirklich, sie könnten die Leute verarschen", sagte Jaksche in einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung".

Jaksche wolle Sinkewitz nicht verteidigen, er kann den wiederholten Dopingverstoß des 30-Jährigen aber nachvollziehen. Mehr noch: "Ich glaube fast, mir wäre das auch so passiert", sagte der 34-Jährige, der 2007 ein umfassendes Geständnis über seine eigene Dopingvergangenheit abgelegt hatte.

Heuchelei im Fall Contador

Den Einspruch der UCI gegen den spanischen Freispruch von Tour-Sieger Alberto Contador empfindet Jaksche als vorgeschoben. "Am Anfang wurde noch versucht, es zu vertuschen. Jetzt wird Einspruch eingelegt. Das ist alles schizophren, das ist Radsport." Dass Patrick Sinkewitz der erste Sünder überhaupt im Radsport ist, dem das Wachstumshormon HGH nachgewiesen wurde, empfindet Jaksche als "komischen Zufall". Er könne zwanzig Leute aufzählen, die das Zehnfache nehmen wie Sinkewitz."

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Sinkewitz der Wiederholungstäter

Patrik Sinkewitz war erstmals am 8. Juni 2007 während der Tour de France positiv getestet worden. Nach der abgelaufenen Sperre, die wegen der Kronzeugenregelung auf ein Jahr verkürzt worden war, stieg der Hesse wieder aufs Rad und wurde am 27. Februar dieses Jahres beim Grand Prix Lugano erneut in A- und B-Probe des Dopings überführt.

Sinkewitz sei Jaksches Meinung nach einfach nur wieder in den Teufelskreis geraten. "Wenn du dorthin zurückkommst, ist die Chance doch sehr groß, aufgrund der negativen Energie rückfällig zu werden. Du kommst in dein altes Schema zurück, du willst gerne Rad fahren und natürlich auch erfolgreich sein. Das ist wohl diese biographische Falle, auf die sich Hochleistungssportler reduziert haben und in der wir gefangen sind", führte Jaksche aus.

Italien heißes Pflaster

Der für ein italienisches Team fahrende Sinkewitz habe laut Jaksche sicher am Anfang um Glaubwürdigkeit gekämpft, aber "irgendwann kommst du an den Punkt, wo du dich fragst: Was interessiert mich eigentlich meine Moral? Mir geht es um soziale Sicherheit, um Verträge!" Hinzu komme, dass in Italien die ganze Problematik noch legerer angesehen werde. "Dort wählen auch 75 Prozent aller Männer den Ministerpräsidenten Berlusconi, weil sie denken: Der Typ hat genau das, was ich haben will - Geld, Einfluss, Frauen." Auch beim Thema Doping sei Italien sehr speziell.

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