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Eklat um Funkverbot im Radsport

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Eklat um Funkverbot im Radsport

19.04.2011, 13:56 Uhr | sid

. Das Tischtuch zwischen Befürwortern und Gegnern des Funkverbots im Radsport ist zerschnitten. (Foto: dpa)

Das Tischtuch zwischen Befürwortern und Gegnern des Funkverbots im Radsport ist zerschnitten. (Foto: dpa)

Mit einer bitterbösen Email und einem Eklat in Brüssel hat sich der Streit um das Funkverbot bei internationalen Radrennen verschärft. Leiter von führenden Rennställen verließen empört ein Treffen mit dem Weltverband UCI. "Das mussten wir uns nicht anhören", sagte Rolf Aldag, Teamchef von HTC-Highroad.

Im Zoff zwischen der UCI, die seit diesem Jahr bei Rennen unterhalb der World Tour keinen Funk zwischen Fahrern und Teamleitern zulässt, und den Rennställen ist damit weiter keine Annäherung in Sicht. "Das ist sehr frustrierend", klagte Aldag.

Den Graben vergrößerte eine Mail von UCI-Präsident Pat McQuaid an Jonathan Vaughters, Manager von Garmin-Cervélo und daneben Chef der Teamvereinigung AIGCP. Der Online-Dienst "cyclingnews.com" zitierte aus der Mail, die vor dem Treffen in Brüssel verschickt worden sein soll: "Ich habe genug von Deiner moralischen Überlegenheit (...) Wenn ich mit den Teams heute fertig bin, wirst Du über vieles 'nachdenken' müssen und Funk wird in deinem Kopf noch die kleinste Rolle spielen."

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Die Teamchefs verlassen den Saal

Zu dem Gespräch mit den Teamchefs - neben Aldag unter anderen auch Bjarne Riis von Saxo-Bank-Sungard und Johan Bruyneel von RadioShack - kam es aber nicht. Als "radio communication" als Tagesordnungspunkt 9 an der Reihe war, saßen die Teamchefs gar nicht mehr im Saal eines Brüsseler Hotels. "Wir wollten das Thema auf der Agenda vorverlegen", erklärte Aldag - zumal McQuaid normalerweise Treffen dieser Art schon nach kurzer Zeit verlasse. Der Antrag wurde abgelehnt.

Funkbefürworter wollen Expertenlösung

Stattdessen sollten von der UCI ausgewählte Journalisten ihre Meinung zum Funkverbot kundtun. Da platzte den Teamchefs der Kragen. "Wir müssen an den Prinzipien festhalten, von denen wir überzeugt sind", meinte Aldag. Die Teams, die ohne Funk um die Sicherheit ihrer Fahrer fürchten, hatten eine Expertenkommission vorgeschlagen, die "ohne Emotionen Lösungen suchen soll". Dazu kam es nicht.

McQuaid bleibt hart und schießt gegen die AIGCP. "Die wissen nicht, wo ihr Platz ist." Nur der Weltverband könne die Regeln festlegen. "Veranstalter in unserem Sport organisieren die Events, die Teams stellen Fahrer, welche Rennen bestreiten." Das Verhalten der Teamchefs nannte der Ire "ziemlich ignorant".

Kein Boykott

Direkte Folgen für die anstehenden Rennen dürfte es dennoch keine geben. Von einem Boykott will Aldag noch absehen. "Wir haben eine sehr hohe Schmerzbereitschaft", sagte er. Auf Dauer sei die Hängepartie aber kein Zustand. Mit McQuaid an der Spitze der UCI dürfte sich am Funkverbot auch kaum etwas ändern, prophezeit Aldag. Zuletzt habe McQuaid betont, bevor das Funkverbot aufgehoben wird, werde er nicht mehr UCI-Präsident sein. "Vielleicht sollte er seinen Worten Taten folgen lassen", meinte Aldag.

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