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Giro-Boss kritisiert Ausstieg des Leopard-Trek-Teams

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Giro-Boss kritisiert Ausstieg des Leopard-Teams

11.05.2011, 14:03 Uhr | dpa

Giro-Boss kritisiert Ausstieg des Leopard-Trek-Teams. Giro-Boss Angelo Zomegnan (Foto: imago)

Giro-Boss Angelo Zomegnan (Foto: imago)

Der Giro d'Italia ist nach dem tödlichen Sturz des Belgiers Wouter Weylandt wieder in gewohntes Fahrwasser zurückgekehrt. Die Werbekarawane wurde von der Leine gelassen, die Hits von gestern, vorgestern und vorvorgestern durchpusteten die Ohren. Und die Radprofis hatten im Kampf ums Rosa Trikot wieder einen ernsten Gesichtsausdruck. Das Team Leopard-Trek fehlte allerdings wie angekündigt. Giro-Direktor Angelo Zomegnan äußerte Verständnis für diese Entscheidung, konnte sie aber nicht ganz nachvollziehen.

"Das Rennen hätte die Gelegenheit geboten, wieder zu neuer Zuversicht zu gelangen. Jetzt haben die Fahrer die Rückkehr zum normalen Leben nur einige Tage aufgeschoben. Dann wird es sicher schwerer für sie. Ich hoffe, dass das Team sie psychologisch unterstützt", sagte er.

Weiterfahrt für Wegmann und Co. nicht möglich

Die Fahrer um den zweimaligen deutschen Meister Fabian Wegmann ("Unter den Umständen können wir nicht weiterfahren") hatten sich entschieden, nach dem Unfalltod ihres Teamkollegen Weylandt den Giro zu verlassen. Auch Weylandts amerikanischer Trainingsgefährte, Freund und Nachbar in Gent, Tyler Farrar vom Team Garmin, packte trotz hervorragender Aussichten auf Sprintsiege die Koffer.

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"Wir haben eine neue Stärke gefunden"

Abgesehen von seiner milden Kritik am Ausstieg des Leopard-Trek-Teams bezeichnete Zomegnan die vergangenen zwei Tage als die Stunde der Wiedergeburt des Radsports. "Dieses tragische Ereignis hat uns alle, Organisatoren und Fahrer, näher zusammengebracht. Wir haben alle eine neue Stärke gefunden", sagte der Ex-Journalist. Auf Kritik einzelner Fahrer an den zunehmenden Risiken durch die spektakuläre Streckenführung über Schotterpisten und schmale Serpentinen wollte er trotz der neuen Nähe nicht eingehen.

"Die Fahrer sind der Kern dieser Rundfahrt"

"Wir denken über Sicherheit nicht erst nach einem tödlichen Unfall nach. Die Fahrer sind der Kern dieser Rundfahrt. Wir schützen sie deshalb sehr gut. Der Giro hat ständig zwei Krankenwagen und insgesamt 21 Ärzte im Einsatz. Wir sind ständig mit dem Notdienst verbunden", erklärte er weiter.

Lang macht auch die Medien verantwortlich

Für die Tendenz, durch riskante Streckenführung für vermeintlich immer mehr Spektakel zu sorgen - dieser Vorwurf trifft sicher auch die anderen großen Länder-Rundfahrten Tour de France und Vuelta - machte Omega-Kapitän Sebastian Lang auch die Medien verantwortlich. "Sie wollen immer mehr atemberaubende Bilder übertragen. Das ist dann die Konsequenz", sagte er.

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