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30.000 Fans feiern Tour-Sieger Evans

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30.000 Menschen feiern Tour-Sieger Evans

12.08.2011, 10:03 Uhr | dapd

30.000 Fans feiern Tour-Sieger Evans. Überwältigt von den australischen Fans: Cadel Evans (Foto: Reuters)

Überwältigt von den australischen Fans: Cadel Evans (Foto: Reuters)

Cadel Evans wedelte mit der australischen Flagge, und Zehntausende winkten begeistert zurück: Der Tour-de-France Sieger ist bei einer Parade in seiner Heimat Melbourne wie ein Popstar empfangen worden. Über 30.000 Menschen hatten sich rund um den Federation Square im Herzen der Metropole versammelt, um einen kurzen Blick auf Australiens neues Sportidol zu erhaschen. (Klicken Sie hier: Die schönsten Bilder vom Evans-Empfang)

"Ich könnte sagen, dass ich überwältigt bin. Aber das wäre die Untertreibung des Monats", sagte der sichtlich beeindruckte Evans. Der 34-Jährige war in sein Gelbes Trikot geschlüpft und die St. Kilda Road im Zentrum Melbournes hinuntergeradelt. Immer wieder hielt Evans auf dem nur 500 Meter langen Stück an, schüttelte Hände und rieb sich verwundert die Augen.

"Ihr solltet doch eigentlich auf der Arbeit sein?"

"Australien gratuliert Cadel" war überall in der Stadt auf Plakaten, Transparenten und Videowänden zu lesen. "Das ist fantastisch", stammelte Evans und fragte die Menge mit einem schelmischen Grinsen: "Ihr solltet doch eigentlich auf der Arbeit oder in der Schule sein, nicht wahr?" Unglaublich stolz sei er, das Gelbe Trikot nach Hause gebracht zu haben und es nun mit seinen Landsleuten feiern zu können.

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Jan-Ullrich-Effekt in Australien?

Melbourne und wahrscheinlich große Teile Australiens erleben durch Evans Toursieg so etwas wie den Jan-Ullrich-Effekt. Radsport fristete in Deutschland ein Nischendasein, ehe 1997 ein junger Mann aus Rostock die Tour de France gewann. Fortan verbrachten viele Familien ihren Sommerurlaub in Frankreich, Millionen saßen zudem daheim vor dem Fernsehbildschirm. Ein paar Jahre später endete die endlose Sommerparty mit dem großen Dopingknall. Der Fall Ullrich ist bis heute nicht zu den Akten gelegt, und der Hauptdarsteller beschränkt seine Auskünfte zu dem Thema darauf, dass er betont, nie jemanden betrogen zu haben.

Klare Positionierung im Anti-Doping-Kampf

Auch Evans hatte sich nach seinem Toursieg nicht mit Ruhm bekleckert, als er sich kein klares Anti-Doping-Bekenntnis abringen konnte. Auf dem Weg zu dem 70-Stunden-Trip auf seinen Heimatkontinent hat er es sich offenbar anders überlegt. Der Radsport, meinte Evans, verdiene mehr Anerkennung in seinem Kampf gegen Doping. "Ich sage nicht, dass es ein endloser Kampf ist, aber es ist genauso kompliziert wie die Verbrechensbekämpfung in der modernen Gesellschaft", sagte Evans. Man könne es nicht komplett eliminieren, aber der Weltverband mache gute Arbeit, nur werde er dafür nicht genug gelobt.

Realität und Medienberichte völlig gegensächlich

Wirklich gern, so schien es, äußerte sich Evans nicht zum Thema Doping. Es passte auch nicht wirklich in die euphorisierte Stimmung in Melbourne, wo einzig die tief hängenden Winterwolken den perfekten Tag trübten. Manchmal, sagte Evans über seine Kommentare zum Thema Doping, habe er das Gefühl, dass das was er sage, auf taube Ohren stößt. Die Realität und die Berichte in den Medien seien oft völlig gegensätzlich.

Bergauf tut es immer noch weh"

Auf dem Federation Square erfuhr Evans jedenfalls die ungeteilte Aufmerksamkeit seines Publikums. Ein wenig habe sich sein Leben seit dem Sieg bei der Tour schon verändert, berichtete er. Doch eines ist bei seinen wenigen Trainingsfahrten seit dem Triumph in Paris immer noch gleich: "Bergauf tut es immer noch weh."

Nächste Tour schon im Visier

Obwohl Evans der drittälteste Toursieger aller Zeiten ist, will er nicht zum One-Hit-Wonder der Großen Schleife werden. Die nächste Tour, betonte der Ex-Weltmeister, sei nur noch elf Monate entfernt. Im Herzen fühle er sich immer noch jung und das sei schließlich das Wichtigste. Ein paar gute Jahre, die habe er immer noch in sich.

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