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Shootingstar Marcel Kittel: "Das alles ist unglaublich"

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Shootingstar Kittel: "Das alles ist unglaublich"

16.08.2011, 13:51 Uhr | dapd

Shootingstar Marcel Kittel: "Das alles ist unglaublich". Bei der Polen-Rundfahrt trumpfte Marcel Kittel groß auf. (Foto: imago)

Bei der Polen-Rundfahrt trumpfte Marcel Kittel groß auf. (Foto: imago)

Es ist noch gar nicht lange her, da stand Marcel Kittel bei selbst für Radsport-Experten kaum bekannten Rundfahrten wie dem Festningsrittet in Norwegen oder der Tour de Moselle in Frankreich am Start. Gut zwölf Monate sind seitdem vergangen und inzwischen ist der Thüringer Neuprofi mit zwölf Saisonsiegen einer der erfolgreichsten deutschen Radprofis. Ab Samstag wartet für den 23-Jährige mit der Teilnahme an der Spanien-Rundfahrt der nächste Schritt bei seinem fast schon kometenhaften Aufstieg.

"Das sei alles unglaublich, quasi wie im Traum", sagt Kittel und wirft bereits einen Blick auf die Vuelta: "Es gibt nur wenige Sprinter-Etappen, die werde ich natürlich zu nutzen versuchen. Für mich ist es sehr wichtig, einmal die Erfahrung einer dreiwöchigen Rundfahrt zu machen, auch im Hinblick auf die WM in Kopenhagen." Der Kurs bei den Welttitelkämpfen in der dänischen Hauptstadt ist ganz den Sprintern auf den Leib geschneidert. Kittel mag gar nicht daran glauben, was wäre wenn ...

Eindrucksvolle Siegesserie

Nach seinem dritten Platz im WM-Zeitfahren der U23-Junioren in Australien vor einem Jahr war Kittel ins Profilager zum zweitklassigen Skil-Shimano-Team gewechselt. Was folgte, war eine eindrucksvolle Siegesserie. "Der Sieg beim Velothon in Berlin brachte mich in die Medien. Bei der Bayern-Rundfahrt spürte ich, dass ich es mit der Weltklasse aufnehmen kann. Bei der Polen-Rundfahrt schaffte ich die Krönung. Bei einem solchen Klassefeld vier Siege einzufahren, damit habe ich beim besten Willen nicht gerechnet", sagt Kittel.

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Vom Zeitfahrer zum Sprinter

Insbesondere in Polen hat er den Durchbruch wohl endgültig geschafft, gehört das Rennen immerhin zur World-Tour. Dabei überrascht es ein wenig, dass er derartige Sprinterqualitäten hat, zählte er bis zum vergangenen Jahr doch noch zu den Zeitfahr-Spezialisten seiner Branche. "Ich kann gegen die Uhr immer noch ganz gut vorn mitfahren. Die Sprinteigenschaften kitzeln wir jetzt mehr heraus", erklärt der Erfurter.

Kittel bleibt zweitklassig

Für die nächste Saison hätte Kittel längst einen lukrativen Vertrag in der ersten Liga des Radsports unterschreiben können, stattdessen verlängerte er seinen Kontrakt bei den Niederländern bis 2013. "Ich ziehe den Wohlfühleffekt dem Geld vor. Die Menschen bei Skil sind kompetent und vielleicht steigen wir zur nächsten Saison zu den ProTour-Teams auf", begründet der Sohn des früheren DDR-Radsportlers Matthias Kittel seine Entscheidung.

Wiedersehen mit Martin und Degenkolb?

Womöglich trifft er bei Skil-Shimano in Zukunft zwei alte Bekannte wieder. Tour-Etappensieger Tony Martin und John Degenkolb, deren HTC-Team zum Saisonende aufgelöst wird, wurden jüngst mit dem Team in Verbindung gebracht. "In die Entscheidungen von John und Tony hänge ich mich nicht rein. Ich weiß nur, dass beide mehrere Angebote vorliegen haben. Sollten sie zu Skil kommen, würde mich das freuen", sagt Kittel.

Sportliche Eltern

Alle drei waren aus der Talentschmiede des Thüringer Energie Teams hervorgegangen. Dass Kittel einmal im Profisport landen würde, lag dabei fast schon auf der Hand. Sein Vater war Rennfahrer beim SC Turbine Erfurt, seine Mutter dort Leichtathletin. Im Alter von 13 Jahren wechselte der Filius auf die Sportschule Erfurt und meisterte dort sein Abitur.

Studium ruht vorerst

Inzwischen setzt der Youngster ganz auf die Karte Radsport. Dafür lässt er sogar das Informatikstudium ruhen. Der trainingsintensive Profisport und ein aufwendiges Informatikstudium seien nicht mehr miteinander zu vereinbaren. "Ich habe das vierte Semester mit allen Prüfungen abgeschlossen. Mit der Hochschule habe ich mich darauf verständigt, dass mir mein Studienplatz erhalten bleibt und die Prüfungen weiter anerkannt werden. Ich könnte jederzeit wieder einsteigen." Geht es nach Kittel, kann der Zeitpunkt noch lange auf sich warten lassen.

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