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Radsport: Holczer neuer Generalmanager bei Katjuscha

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Holczer neuer Generalmanager bei Katjuscha

15.09.2011, 16:30 Uhr | dpa, sid

Radsport: Holczer neuer Generalmanager bei Katjuscha. Hans-Michael Holczer ist mit Katjuscha zurück im internationalen Radsport. (Quelle: imago)

Hans-Michael Holczer ist mit Katjuscha zurück im internationalen Radsport. (Quelle: imago)

Hans-Michael Holczer kehrt nach dreijähriger Auszeit als Chef des russischen Rennstalls Katusha in den internationalen Radsport zurück. Holczer wird neuer Generalmanager des russischen Teams Katjuscha und soll den russischen Radsport ab 2012 zurück in die Erfolgsspur führen. Holczer wurde in Moskau in der Zentrale des russischen Gaskonzerns Itera offiziell als Nachfolger von Andrej Tschmil vorgestellt, der sich wohl um das Präsidentenamt des Europäischen Radsportverbandes (ECU) bewerben will. Wie die "Frankfurter Rundschau" berichtet, erhält der frühere Gerolsteiner-Teamchef zunächst einen Dreijahresvertrag.

"Die Faszination und die Möglichkeiten dieses Angebots waren einfach zu groß. Das Team hat ein viel höheres Budget, als es Gerolsteiner jemals hatte, und auch meine Rolle ist eine ganz andere", sagte Holczer, der 2008 aus dem Radsport ausgestiegen und später in seinen alten Beruf als Realschullehrer zurückgekehrt war. Bei Katjuscha ist er nun der starke Mann. "Ich bin für das Projekt allein verantwortlich", sagte Holczer.

Russische Panzerabwehrwaffe als Namensgeber

Zum "Global Russian Cycling Project" zählen neben einem World-Tour-Team ein Continental-Team sowie die U23 und die U21 Russlands. Das nach einer russischen Panzerabwehrwaffe benannte und 2009 gegründete Team Katjuscha wird vom russischen Oligarchen Igor Makarow und dessen Gaskonzern Itera gesponsert. Makarow ist zudem Präsident des russischen Radsportverbandes und Mitglied des Exekutivkomitees des Weltverbandes UCI. Der Jahresetat des Teams soll bei 18 Millionen Euro liegen.

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Holczer gibt sich als harter Dopingkritiker

Über Holczers Engagement bei Katjuscha war bereits Ende August spekuliert worden. Holczer selbst hatte zu dieser Zeit jeden Kommentar zu den Gerüchten abgelehnt. Holczer hatte im Oktober 2008 nach Bekanntwerden der Dopingfälle der Profis Bernhard Kohl und Stefan Schumacher seinen Posten bei Gerolsteiner geräumt. Kurz darauf wurde das Team aufgelöst. Der gebürtige Herrenberger hat eine Kenntnis von den Dopingpraktiken im einstigen deutschen Vorzeigerennstall stets bestritten. Holczer gab sich stattdessen immer wieder als harter Dopingkritiker und schrieb vor etwas mehr als einem Jahr seine Erfahrungen in einem Buch mit dem Titel "Garantiert positiv" nieder. "Man darf Doping niemals akzeptieren", hat er einmal gesagt.

"Wir wissen, dass der Ruf nicht der beste ist"

Der Ruf des Teams Katjuscha ist dahingehend allerdings umstritten. Bei der Tour de France 2011 fabrizierte der Russe Alexander Kolobnew den einzigen Dopingfall, doch das hielt Holczer, der eine Rückkehr schon seit längerer Zeit vor hatte, nicht ab. "Wir wissen, dass der Ruf nicht der beste ist", räumte er ein. "Grundsätzlich hat sich an meiner Einstellung nichts geändert, wohl aber an meiner Sichtweise: Ich werde meine Nulltoleranz auch hier weiterführen. Wir dürfen Doping auf keine Art und Weise tolerieren, wir dürfen es nicht dulden und auch auf gar keinen Umständen legalisieren", sagte er. Von einem dopingfreien Hochleistungssport hat Holczer sich aber wohl verabschiedet. "Wir müssen uns mit dem Thema Doping im gesamten Sport arrangieren. Wir können es nicht wegkontrollieren. Diese Erfahrung musste ich selbst machen", sagte Holczer. Die Trennung vom Radsportzirkus ist ihm dennoch nicht auf Dauer gelungen: "Die Chance zu bekommen, da wieder mitzuspielen, war einfach zu verlockend."

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