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Radsport: Andre Greipel fährt bei Cyclassics auf Platz zwei

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Greipel fährt bei Cyclassics auf Platz zwei

19.08.2012, 20:56 Uhr | sid, dpa

Radsport: Andre Greipel fährt bei Cyclassics auf Platz zwei. André Greipel ist im Schlussspurt bei den Cyclassics nur zweiter Sieger gegen den Franzosen Arnaud Demare. (Quelle: imago)

André Greipel ist im Schlussspurt bei den Cyclassics nur zweiter Sieger gegen den Franzosen Arnaud Demare. (Quelle: imago)

Nach 245,9 Kilometern Kampf durch die Hamburger Hitze fehlte André Greipel im Schlussspurt schlicht die Kraft. Der Sprinter musste sich bei den 17. Cyclassics nur knapp dem Franzosen Arnaud Demare geschlagen geben und verpasste damit den langersehnten Heimsieg in der Hansestadt.

Auf der Mönckebergstraße hatte es der gebürtige Rostocker - mit drei Tageserfolgen einer der herausragenden Sprinter der diesjährigen Tour de France - nach der langen Schinderei noch einmal versucht, war an dem wie entfesselt kämpfenden Demare aber nicht vorbeigekommen. Als Zweitplatzierter musste sich das Rad-Muskelpaket zu einem Lächeln quälen.

Erst zwei deutsche Siege in Hamburg

Greipel hätte der dritte deutsche Hamburg-Sieger nach Jan Ullrich (1997) und Erik Zabel (2001) werden können. Bei Temperaturen von bis zu 38 Grad Celsius sah es nicht schlecht aus für den 30 Jahre alten Fahrer vom Team Lotto-Belisol.

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Beim giftigen Anstieg hinauf auf den Waseberg am Elbufer hatte Greipel den Rückstand auf die Führenden in Grenzen gehalten, und sich so die Chance auf den Sprint erhalten. Da hatte dann aber Demare vom Team FDJ mehr Reserven. Tagesdritter wurde der Italiener Giacomo Nizzolo vom Rennstall RadioShack-Nissan. Das Finish wurde von einem bösen Sturz kurz vor dem Ziel überschattet.

Greipel startet nicht bei Straßen-WM

"Ich hatte heute nicht die Sprintleistung, die ich sonst abrufen kann", räumte Greipel ein. Nach der langen Schinderei vor mehreren Hunderttausend Fans hatte er es auf der Mönckebergstraße noch einmal versucht, war am Ende des einzigen deutschen Eliterennens an Demare aber nicht vorbeigekommen.

Der Fahrer vom Team FDJ feierte nach dem U23-Weltmeistertitel vom Vorjahr seinen bislang größten Erfolg als Rad-Profi. "Arnaud hat bewiesen, dass er ein guter Fahrer ist", sagte Greipel und ergänzte: "Ich kann mit meinem zweiten Platz zufrieden sein." Gleichzeitig kündigte er an, nicht bei der Straßenweltmeisterschaft im September starten zu wollen: "Die Strecke ist zu schwer für mich. Vom Kopf her bin ich nicht bereit dafür."

Marcel Kittel chancenlos

Für Sprint-Youngster Marcel Kittel war der Parcours mit den vier Anstiegen auf den zwar nur 300 Meter langen, dafür aber 15 Prozent steilen Waseberg zu schwierig. Der Thüringer vom Team Argos-Shimano hatte sein Tour-Debüt wegen Magen-Darm-Problemen und einer Knieverletzung vorzeitig beenden müssen.

Schon am Morgen vor dem Start in Hamburg räumte er ein, nach diesem Sommer und zuletzt einer schweren Eneco-Tour nicht topfit zu sein. "Die Chancen, dass ich um den Sieg mitsprinten kann, stehen bei 50:50", sagte Kittel.

Schlüsselbeinbruch bei Routinier O`Grady

Bei zum Teil brütender Hitze hatten sich drei Ausreißer früh vom Feld abgesetzt. Der Schweizer Andreas Dietziker vom deutschen Team NetApp, RadioShack-Fahrer Jesse Sergent aus Neuseeland und der Slowene Gregor Gazvoda von Ag2R hielten das Feld lange auf Distanz. Das Trio fuhr damit sowohl bei der langen Schleife im Süden Hamburgs als auch beim kurzen Abstecher im Nordwesten nach Schleswig-Holstein vorneweg. Gut 60 Kilometer vor dem Ziel wurden die drei eingeholt.

Das Peloton blieb aber nur wenige Augenblicke geschlossen, als sich eine neue, siebenköpfige Spitzengruppe bildete. Darin vertreten waren auch routinierte Fahrer wie der Ukrainer Jaroslaw Popowitsch von RadioShack. Bei der Nachführarbeit der Sprinterteams kam es zu einem Sturz mit fatalen Folgen für einen anderen Altmeister: Stuart O'Grady aus Australien kam zu Fall und brach sich nach Informationen des Veranstalters das Schlüsselbein. Für den 39-Jährigen könnte die Verletzung das Ende einer langen, erfolgreichen Karriere bedeuten.

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