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Lance Armstrong: Anti-Doping-Agentur will Sperre reduzieren

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Lance Armstrong: Anti-Doping-Agentur stellt Aufhebung der Sperre in Aussicht

28.08.2012, 11:13 Uhr | t-online.de, sid, dpa

Lance Armstrong: Anti-Doping-Agentur will Sperre reduzieren. Schonung für Lance Armstrong? (Quelle: dpa)

Schonung für Lance Armstrong? (Quelle: dpa)

Die amerikanische Anti-Doping-Agentur USADA stellt Lance Armstrong eine Reduzierung der lebenslangen Sperre in Aussicht. USADA-Chef Travis Tygart erwartet allerdings dafür vom einstigen Radsport-Helden ein vollständiges Geständnis. "Wenn er ehrlich und bereit ist, den Sport im Guten voranzubringen, ist dies möglich", erklärte Tygart in der Zeitung "USA Today". "Wir stehen ihm weiter offen gegenüber. Auch wenn es wehtut, die Wahrheit ist der beste Weg nach vorn", sagte er.

Die US-Anti-Doping-Agentur hatte den 40-Jährigen lebenslang gesperrt und fordert nun die Aberkennung seiner sieben Siege bei der Tour de France. Der Weltverband UCI hatte sich dazu ebenso wie die Tour-Organisation ASO bisher nicht geäußert.

Armstrongs Anwälte merkten an, dass die USADA zu den Sanktionen gar nicht berechtigt sei und nur die UCI diese verhängen könne. Noch immer kann der Weltverband die USADA-Entscheidung ablehnen und den Fall damit vor den Internationalen Sportgerichtshof (CAS) bringen.

Morddrohungen gegen Anti-Doping-Agentur

Die USADA hätte für ihr Urteil im Fall Armstrong viel Zustimmung von aktuellen und ehemaligen Athleten erhalten, sagte Tygart. Doch auch "einige beunruhigende E-Mails und Morddrohungen" seien unter den Reaktionen gewesen. "Wir tun unseren Job - nicht mehr und nicht weniger", bekundete der USADA-Chef.

Die USADA habe die Sperre für Armstrong vor allem auf Zeugenaussagen und Hinweisen aus Blutproben aufgebaut. Darunter seien Proben gewesen mit verbotenen Substanzen, die nicht in den Doping-Tests nachweisbar waren. Armstrong argumentiert weiter, dass er offiziell nie durch positive A-und B-Proben überführt worden sei. Da sich viele Sponsoren bisher nicht von ihm abwandten und seine Krebsstiftung seit Freitag sogar Einzahlungen von174.000 Dollar verbuchte, hätte Armstrong mit einem vollständigen Geständnis viel zu verlieren.

Paolo Salvodelli: "Was ist mit Coppi, Bartali und Merckx?"

Armstrongs ehemaliger Teamkollege Paolo Savodelli hat unterdessen in einem Interview mit dem "Corriere della Sera" ausgeschlossen, dass Armstrong ein umfassendes Geständnis ablegen werde. Armstrong sei nicht naiv und werde weiter kämpfen. Außerdem wirft der Italiener der USADA "politische" Motive bei ihrem Vorgehen gegen seinen früheren Kapitän vor. Dieser habe sich durch seine provokante Art viele Feinde gemacht.

Salvodelli glaubt nicht, dass man Armstrong seine Tour-Titel aberkennen werde, da etwaige Doping-Verstöße nach acht Jahren verjährt sind. Würde man die Verjährungsfrist in diesem Fall außer Acht lassen, dann müsse man auch die Toursiege von Radhelden wie Fausto Coppi, Gino Bartali oder Eddy Merckx in Frage stellen, sagte Salvodelli.

Für "Didi" Thurau wäre nachträglicher Ulrich-Sieg "ein Witz"

Auch der frühere Radprofi Dietrich "Didi" Thurau hat sich gegen eine Aberkennung von Armstrongs Tour-Titeln ausgesprochen. "Wenn man Armstrong disqualifiziert, müsste man das Gleiche mit den anderen 200 Fahrern machen, die am Start standen", sagte der 57-Jährige der "Sport Bild". Es wäre "ein Witz, jetzt nachträglich (Jan) Ullrich, (Alex) Zülle oder (Andreas) Klöden zum Sieger zu ernennen."

Thurau hatte bei der Frankreich-Rundfahrt 1977 15 Tage lang das Gelbe Trikot des Gesamtführenden getragen. Später gestand der gebürtige Frankfurter die Einnahme von Dopingmitteln. Thurau bewundere Armstrong trotz der schweren Dopingvorwürfe weiterhin: "Ich bleibe ein Fan von Lance Armstrong."

Dopingexperte wirft UCI Bestechlichkeit vor

Der deutsche Anti-Doping-Experte Werner Franke hatte am Montag die USADA für ihren konsequenten Kampf gegen Armstrong gelobt."Das sind Leute, die einfach nicht aufgeben, auch wenn um sie herum alleskorrupt ist", sagte der Heidelberger Molekular-Biologe im Deutschlandradio Kultur.

Scharf griff Franke die UCI an. Der Rad-Weltverband werde von "zwielichtigen Figuren geleitet" und sei ein "total korrupter Haufen", der sich in der Vergangenheit sogar von Armstrong habe bezahlen lassen."Geld nehmen, schlimmer geht's ja gar nicht", sagte Franke. Was die UCI jetzt in Sachen Armstrong unternehme, könne man einfach vergessen."Die UCI ist völlig bedeutungslos, was Ehrlichkeit angeht.

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