Startseite
Sie sind hier: Home > Sport > Mehr Sport > Radsport >

Doping: Armstrong erneut von Ex-Teamkollegen schwer belastet

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Hamilton belastet Armstrong erneut schwer

31.08.2012, 09:49 Uhr | dpa

Doping: Armstrong erneut von Ex-Teamkollegen schwer belastet. Weggefährten: Lance Armstrong (rechts) wird schwer von Tyler Hamilton belastet (links). (Quelle: imago)

Weggefährten: Lance Armstrong (rechts) wird schwer von Tyler Hamilton belastet (links). (Quelle: imago)

Schwere Geschütze gegen Lance Armstrong und den Radsport: Der frühere Profi Tyler Hamilton hat seinen einstigen Teamkollegen in einem Buch mit prekären Details erneut schwer belastet und der Sportart ein verheerendes Zeugnis ausgestellt. In "The Secret Race" gibt der US-Amerikaner, der selbst wegen Dopings verurteilt wurde und seinen Olympiasieg von 2004 verloren hat, Einblicke in systematische Dopingpraktiken und lässt auch den Weltverband UCI in keinem guten Licht erscheinen.

Das geht aus einem Bericht der New York Daily News hervor, die das Werk vorab vorliegen hatte. "In der Welt von Lance ist Doping ein natürlicher Teil des Lebens. Wie Sauerstoff oder die Schwerkraft", schreibt Hamilton in dem Buch, das am 5. September erscheint.

Gänsehaut bei der Bluttransfusion

In der gemeinsamen Zeit beim Team US Postal von 1999 bis 2001 hätten sich Armstrong und der damalige Teamdirektor Johan Bruyneel mit Ärzten zusammengesetzt und systematisches Blutdoping forciert. So hätten etwa nach der elften Etappe der Tour de France 2000 im Teamhotel Blutbeutel über den Betten der Fahrer gehangen, bereit für eine Injektion.

Jedermann-Radsport
"Bürohengst" Christian rockt das große Finale

Nach zehn Wochen Training startet er bei den Cyclassics.

Hamilton habe eine Gänsehaut bekommen, während das noch kühle Blut zurück in seinen Körper gelangte. "Ich war soweit, dass ich meinen Hämatokritwert an der Farbe meines Blutes ablesen konnte", schreibt der 41-Jährige bezugnehmend auf den Anteil roter Blutkörperchen. Doch nicht nur beim Team US Postal sei dies eine gängige Praxis gewesen.

Armstrong und seine guten Freunde

Der gesamte Radsport sei zu Zeiten von Armstrong ein Sport gewesen, in dem Doping zwingend notwendig gewesen sei, um auf dem höchsten Level konkurrenzfähig zu bleiben. So habe ihm auch Bjarne Riis, Chef beim damaligen Team CSC, für das Hamilton ab dem Jahr 2002 fuhr, einen Besuch beim mutmaßlichen Dopingarzt Eufemiano Fuentes angeordnet.

Der Weltverband UCI war nach Ansicht Hamiltons, der während seiner Karriere unter klinischen Depressionen litt, ein entscheidener Teil des Problems. Während der Tour de Suisse 2001 habe ihm Armstrong verraten, dass er positiv auf Epo getestet worden sei, sich aber aufgrund seiner Freundschaft zu den Führungspersönlichkeiten der UCI keine Sorgen mache.

USADA sperrt Armstrong lebenslang

Hamilton soll einer von zehn Zeugen gewesen sein, auf die sich die US-Antidoping-Agentur USADA in ihrer Anklage gegen Armstrong stützte. Die USADA hatte in der vergangenen Woche eine lebenslange Sperre für Armstrong ausgesprochen und beantragt, dass alle Ergebnisse des Texaners seit dem 1. August 1998 gestrichen werden sollen, zu denen auch seine sieben Siege bei der Frankreichrundfahrt gehören. Die Titel kann allerdings nur der Radsport-Weltverband UCI offiziell aberkennen.

Zuletzt war Armstrong von der USADA das Angebot gemacht worden, seine Sperre zu reduzieren. Voraussetzung dafür sei, dass der US-Amerikaner ein vollständiges Geständnis ablegt. "Wenn er ehrlich und bereit ist, den Sport im Guten voranzubringen, ist dies möglich", sagte USADA-Chef Travis Tygart.

Liebe Leserin, lieber Leser, aktuell können zu diesem Thema keine neuen Kommentare abgegeben werden. Ab 6 Uhr können Sie hier wieder wie gewohnt diskutieren. Wir danken für Ihr Verständnis.
Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Neue Kommentare laden
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Anzeige
Biermann über den Gipfelsturm 
"Das war ein richtiges Gänsehautgefühl"

Der deutsche Amateur-Radsportler erklimmt den Mont Ventoux mit einem Spenderherz. Video

"So schnell wie seit 10 Jahren nicht" 
Christoph Biermann gerät in Köln an seine Grenzen

Beim Velodom wird deutlich: Die Härte am Berg fehlt ihm nach seiner Herztransplantation noch. Video

Nach Herztransplantation auf den Mont Ventoux 
Christoph Biermann und das Rennen seines Lebens

Acht Monate wartete der Hobby-Radfahrer auf ein Spenderherz. Jetzt nimmt er den Ventoux ins Visier. Video



Anzeige
shopping-portal