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Martin: Mögliche Hand-OP nach Rad-WM

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Belgische Nationalhymne für Martin - OP droht

17.09.2012, 11:48 Uhr | dpa

Martin: Mögliche Hand-OP nach Rad-WM. Tony Martin muss sich wohl an der linken Hand operieren lassen.

Tony Martin muss sich wohl an der linken Hand operieren lassen. (Quelle: dpa)

Valkenburg (dpa) - Zu Ehren von Tony Martin ertönte die belgische Nationalhymne. "Ich konnte da nicht mitsingen - ich bin nicht textsicher", scherzte der bestens aufgelegte Wahlschweizer.

Zuvor hatte er sich mit seinem belgischen Omega Quick-Step-Team zum Auftakt der Titelkämpfe in Valkenburg WM-Gold im Mannschaftszeitfahren gesichert. In den Niederlanden stand Martin endlich wieder das Glück zur Seite.

Im Ziel reichten nach 53,2 Kilometer 3,23 Sekunden vor dem BMC-Team. Martin ballte die Faust und jubelte, weil alle jubelten: "Da mein Funk ab Kilometer acht kaputt war, wusste ich nichts von unserer Zeit. Ich habe mich erstmal mit allen mitgefreut", meinte der Olympia-Silbermedaillengewinner von London. "Als BMC kam, mussten wir dann noch ein bisschen zittern."

Mit dem durchschlagenden Erfolg beim zum ersten Mal in dieser Form ausgetragenen Teamzeitfahren verschaffte sich Martin den idealen Motivationsschub. Im Einzelzeitfahren am Mittwoch geht der 27-Jährige als Titelverteidiger ins Rennen und peilt mit berechtigtem Optimismus sein zweites WM-Gold an. "Er müsste es packen", meinte sein Berater Rolf Aldag, der nach einem Jahr als Deutschland-Chef der World Triathlon Cooperation (WTC) wieder in den Radsport zurückkehren will. Gut für Martin: die potenziellen Medaillenkandidaten Fabian Cancellara, Bradley Wiggins und Christopher Froome sind nicht am Start.

In Valkenburg scheint Martin seinen Nimbus als Saison-Pechvogel endgültig verloren zu haben. Bis zur Silbermedaille in London hatte er einen Nackenschlag nach dem anderen hinnehmen müssen. Horror-Crash im Frühjahr mit schweren Gesichtsverletzungen, folgenschwerer Sturz bei der Tour der France, bei der er noch dazu in den ersten beiden Zeitfahren Defekte zu beklagen hatte - der Frust hörte nicht auf für den gebürtigen Cottbuser, der in der Schweiz am Bodensee wohnt.

"Das war Freude mal sechs", jubelte er nach der Siegerfahrt mit seinen fünf Teamkollegen. Der hartgesottene Klassikerjäger Tom Boonen war voll des Lobes über seinen Kollegen. "Martin ist eine Maschine", schwärmte der Ex-Weltmeister aus Belgien. Dabei war nicht unbedingt die individuelle Stärke ausschlaggebend. "Die Harmonie im Team war der Schlüssel zum Erfolg. Der Stärkste musste auf den Schwächsten achten und umgekehrt", sagte Martin, der dem Team "endlich einiges zurückgeben konnte." Nach Verletzungen und Rückschlägen hätte er nie Druck erfahren. "Ich fühle mich wie in einer Familie".

Nun droht eine kleine Ernüchterung. Omega-Teamarzt Helge Riepenhof erwägt später im Jahr eine Operation der beim Tour-Sturz gebrochenen linken Hand. "Darüber reden wir nach der WM", sagte der Mediziner. Ein chirurgischer Eingriff könnte nötig werden, um eine spätere Arthrose zu verhindern. Die kann entstehen, wenn Knochen nicht passgerecht zusammenwachsen.

"Wenn die OP nötig ist, muss es gemacht werden. Aber da ist der sinnvollste Zeitpunkt wichtig", sagte am Montag Martin-Manager Jörg Werner. Als letztes Saison-Rennen will Martin, der viele Wochen nach seiner Handverletzung mit einer Spezialschiene fuhr, inzwischen aber fast gänzlich beschwerdefrei ist, die Peking-Rundfahrt bestreiten. Auch dort geht er vom 7. bis 14. Oktober als Titelverteidiger an den Start.

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