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Lance Armstrong: Erschütternde Beweise lassen gestürzte Rad-Ikone kalt

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Armstrong: "Verbringe Zeit mit meiner Familie - ungerührt"

11.10.2012, 12:31 Uhr | dpa

Lance Armstrong: Erschütternde Beweise lassen gestürzte Rad-Ikone kalt. Lance Armstrong lassen die erschütternden Beweise kalt. (Quelle: imago)

Lance Armstrong lassen die erschütternden Beweise kalt. (Quelle: imago)

Die erschütternden Beweise für einen der größten Dopingskandale im Sport lassen die gestürzte Rad-Ikone Lance Armstrong kalt. Nachdem die US-Anti-Doping-Agentur USADA die detailreichen Dokumente über die jahrelangen Praktiken Armstrongs und seines Teams US Postal veröffentlicht hatte, twitterte der 41 Jahre alte Texaner lediglich: "Was mache ich heute Abend? Ich verbringe Zeit mit meiner Familie, ungerührt."

Die Beweislast gegen ihn scheint aber erdrückend. Alte Weggefährten haben der Reihe nach Doping zugegeben. Und das Bild, das sich aus den veröffentlichten Akten der Anti-Doping-Agentur USADA ergibt, ist ein Sittengemälde, das den ohnehin dauerkriselnden Radsport nur noch tiefer in Verruf stürzt. US Postal habe das "ausgeklügelste, professionellste und erfolgreichste Dopingprogramm betrieben, das der Sport jemals gesehen hat", schrieb die USADA in ihrer Mitteilung.

Athleten unter Druck gesetzt

Neben den Aussagen sind Dokumente als Beweismittel aufgeführt, darunter Aufzeichnungen von Zahlungen, E-Mails, wissenschaftliche Daten und Labortests. Diese sollen den "Gebrauch, Besitz und Verteilung von leistungssteigernden Mitteln durch Lance Armstrong beweisen", schreibt die USADA. "Die Dopingverschwörung war professionell entworfen, um die Athleten unter Druck zu setzen, gefährliche Dopingmittel zu nutzen, (...) und einen unfairen Wettbewerbsvorteil zu gewinnen."

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Das Team-Management habe ihm die Dopingmittel präsentiert und auch gezeigt, wie man vorgehen müsse, schilderte Ex-Kollege David Zarbriskie in einem langen Statement voller Reue: "Es ist passiert und es könnte mir nicht mehr leidtun", schrieb der 33-jährige. Er fuhr von 2001 bis 2004 an der Seite von Armstrong. Weitere fünf Fahrer gestanden ihre Schuld. Neben Zabriskie wurden auch Levi Leipheimer, Christian Vande Velde und Tom Danielson jeweils für sechs Monate von der USADA gesperrt.

Schwerer Schlag auch für die Tour de France

Amstrong war bereits von der USADA lebenslang aus dem Verkehr gezogen worden. Zudem hatte die Anti-Doping-Agentur alle Ergebnisse des einst auf dem Radsport-Gipfel gefeierten Tour-Rekordsiegers seit dem 1. August 1998 gestrichen. Erkennt der Radsport-Weltverband UCI dies an, werden dem Texaner alle sieben Titel der Frankreich-Rundfahrt aberkannt. Die Tour de France würde praktisch rückwirkend zum Muster ohne Wert degradiert. Die über 1000-seitigen Akten wurden der UCI am Mittwoch zugeschickt. Ihr bleiben 21 Tage Zeit, um ein Urteil zu fällen.

15 frühere Fahrer, darunter elf ehemalige Teamgefährten, lieferten mit ihren Zeugenaussagen der USADA unter Eid vor allem die notwendigen Informationen und Fakten. Insgesamt sagten 26 Personen im Zuge der jahrelangen Untersuchungen aus, bei denen der italienische Arzt Michele Ferrari, bekannt als "Dottore EPO", als Armstrongs Chefmediziner und der belgische Ex-Armstrong-Teamchef Johan Bruyneel ebenfalls zentrale Rollen spielen. Dem jetzigen RadioShack-Teammanger wird selbst die Anwendung und der Handel mit Dopingpräparaten vorgeworfen.

Es gab positive Tests

Armstrong, der sich der Verbannung aus dem Sport durch die USADA nicht mehr widersetzt hatte, hielt zu seiner Verteidigung stets vor, mehr als 500 Mal in seiner Karriere negativ getestet worden zu sein. Diese Zahl streitet die USADA ab und rechnet mit rund der Hälfte. Außerdem habe es mehrmals positive Tests gegeben: Sechs wissenschaftliche EPO-Befunde der Tour 1999 seien zum Zeitpunkt der Nachuntersuchung 2005 sportrechtlich nicht mehr verwertbar gewesen. Ein positives EPO-Ergebnis der Tour de Suisse habe Armstrong mithilfe der UCI verschleiert.

Analysen von Armstrongs Blutprofilen zwischen Oktober 2008 und Januar 2011 lassen nach Angaben der USADA auf Blutdoping schließen. Die Chance, dass ein zu niedriger Retikulozyten-Anteil bei sieben Blutproben auf natürliche Weise zustande kam, beziffert ein Gutachter auf "kleiner als 1:1.000000".

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