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Schenk fordert von UCI Transparenz im Fall Armstrong

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Schenk fordert von UCI Transparenz

16.10.2012, 11:54 Uhr | dpa

Schenk fordert von UCI Transparenz im Fall Armstrong. Sylvia Schenk fordert die UCI zur Aufklärung über Armstrongs Zahlungen auf.

Sylvia Schenk fordert die UCI zur Aufklärung über Armstrongs Zahlungen auf. (Quelle: dpa)

Berlin (dpa) - Nach der Veröffentlichung der USADA-Klageschrift gegen Lance Armstrong gerät der dem Radprofi jahrelang gewogene Weltverband UCI immer mehr in der Schusslinie.

Im Namen von Transparency International forderte Sylvia Schenk von der UCI Aufklärung über die von Armstrong an die Dachorganisation gezahlten 125 000 Dollar. "Wann sind die Zahlungen eingegangen, wie wurden sie verbucht? Da muss der Verband Transparenz schaffen", erklärte Sylvia Schenk, die Sportbeauftragte der Anti-Korruptions-Organisation Transparency International der Nachrichtenagentur dpa. Es habe in den Jahren immer wieder verschiedene Versionen der UCI dazu gegeben, "zuletzt bei der WM in Valkenburg vom Präsidenten Pat McQuaid", fügte die frühere Präsidentin des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) hinzu.

Mehrere Zeugen der US-Anti-Doping-Agentur USADA hatten behauptet, Armstrong habe über die Manipulation einer eigenen, positiven Doping-Probe durch die UCI bei der Tour de Suisse 2001 berichtet. Danach hatte der Ex-Profi dem Verband in zwei Tranchen insgesamt 125 000 Dollar zukommen lassen. Den Eingang der Zahlung hatte die UCI mehrfach bestätigt, allerdings differierten in den Jahren die Versionen nach Art und Weise und den Zeitpunkten der großzügigen Zuwendungen. UCI-Chef McQuaid hatte zuletzt bei der WM in Valkenburg/Niederlande erklärt, es lägen Rechnungen vor: "Alles kann belegt werden." Gründe für die Gabe nannte der Ire allerdings nicht.

"Definitiv" sei nie eine positive Doping-Probe von Armstrong unterdrückt worden oder verschwunden, sagte McQuaid in Valkenburg. Der Texaner sei nie vor Kontrollen gewarnt worden. Dessen von der UCI vor zehn Jahren in Empfang genommenen Spenden seien für eine Maschine zur Blut-Analyse und im Juniorenbereich investiert worden. "Dafür haben wir Rechnungen", meinte der 63-jährige McQuaid, der in der Regentschaft des unbezwingbaren Texaners von 1999 bis 2005 nichts vom durch die USADA offengelegten "Dopingsystem Armstrong" bemerkt haben will. Wegen formeller Hindernisse war auch ein nachträglicher positiver Doping-Test auf EPO von 2005 für Armstrong folgenlos geblieben.

Schenk hat wenig Hoffnung, dass sich an der UCI-Spitze etwas ändert und zog einen Vergleich zum ebenfalls umstrittenen Präsidenten des Fußball-Weltverbandes FIFA, Joseph Blatter: "Das sieht man doch bei Blatter. Solange die Basis hinter einem steht, tut sich in den Verbänden nichts." Der Druck von außen müsse steigen, "vom IOC oder den Sponsoren", meinte Schenk, die sich auch wunderte, dass die hoffnungsvollen deutschen Profis die ehemalige Galionsfigur Armstrong nicht in Bausch und Bogen verdammen. Das zeige, "dass sich die Mentalität im Peloton immer noch nicht geändert hat".

Als möglicher McQuaid-Nachfolger hatte sich Radprofi David Millar ins Gespräch gebracht. "So etwas ist in meinem Hinterkopf", sagte der Schotte, der 2004 EPO-Doping gestanden hatte, im BBC-Radio. Dort hatte sich auch erneut Armstrongs früherer Edelhelfer Tyler Hamilton zu Wort gemeldet. "Wir hatten einen Motorradfahrer in unserer Nähe, den 'Motoman'. Er hatte die Drogen. Lance zahlte ihm 20 000 Dollar pro Tour. Nachdem Lance gewonnen hatte, legten wir alle zusammen und kauften ihm eine goldene Rolex", sagte Hamilton, im USADA-Report Kronzeuge gegen Armstrong.

Obwohl die UCI in der Affäre Armstrong selbst eine große Angriffsfläche bietet, muss der Verband bis Ende des Monats über das Strafmaß entscheiden. Alles spricht dafür, dass der Dachverband die USADA-Strafen gegen Armstrong - lebenslange Sperre und Aberkennung seiner sieben Toursiege ohne Berücksichtigung der achtjährigen Verjährungsklausel - akzeptiert. McQuaid hatte unlängst angekündigt, im nächsten Jahr in Florenz wieder zu kandidieren.

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