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Radsport: Winokurow soll sich einen Sieg gekauft haben

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Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Winokurow

03.11.2012, 18:24 Uhr | dpa, t-online.de

Radsport: Winokurow soll sich einen Sieg gekauft haben. Alexander Winokurow sieht sich schweren Vorwürfen ausgesetzt. (Quelle: imago)

Alexander Winokurow sieht sich schweren Vorwürfen ausgesetzt. (Quelle: imago)

Nach Lance Armstrong geht es jetzt dem nächsten Radsport-Star an den Kragen - ausnahmsweise mal nicht wegen Dopings. Die Staatsanwaltschaft der norditalienischen Stadt Padua ermittelt gegen Olympiasieger Alexander Winokurow wegen des Verdachts des Sportbetrugs. Der Kasache soll 2010 seinem Rivalen Alexander Kolobnew für den Sieg beim Radklassiker Lüttich-Bastogne-Lüttich 150.000 Euro gezahlt haben.

Wie der "Corriere della Sera" berichtete, sollen Staatsanwalt Benedetto Roberti nach Aussage der Behörde in Padua "unwiderlegbare Beweise" vorliegen.

Die Ermittler hätten eine E-Mailkorrespondenz der Beteiligten als Beweis. Außerdem seien mit Hilfe der Schweizer Behörden zwei Zahlungen nachgewiesen worden. Demnach habe Winokurow auf Kolobnews Konto bei einer Bank im schweizerischen Locarno 100.000 und 50.000 Euro eingezahlt.

Geldwäsche für Radprofis?

In Locarno wird im Rahmen der Ermittlungen gegen den umstrittenen italienischen Sportmediziner Michele Ferrari bereits gegen einen Angestellten der Bank wegen Geldwäsche für zahlreiche Radprofis ermittelt.

Gemäß der Rekonstruktion der Ermittler fuhren der Winokurow und Kolobnew am 25. April 2010 alleine auf das Ziel in Lüttich zu. In dieser Situation soll der Astana-Profi seinen Konkurrenten Kolobnew bestochen haben, damit der damalige Katjuscha-Fahrer ihm den Sieg überlässt. Dies hatte das Schweizer Magazin "L'Illustré" bereits im Dezember vergangenen Jahres behauptet.

Winokurow: "Hab sowas niemals getan"

Damals stritt Winokurow laut "Spiegel online" noch alle Vorwürfe ab: "Dahinter stecken Leute, die meinen Kopf wollen. Ich kann das Gerede über mich nicht akzeptieren. Ich habe sowas niemals getan. Ich habe immer gekämpft für die Siege." Zu den gegenwärtigen Entwicklungen hat sich der 39-Jährige bislang noch nicht geäußert.

Die Staatsanwaltschaft in Padua hat einen Bericht über ihre Ermittlungsergebnisse an die zuständigen Staatsanwaltschaften in Belgien und der Schweiz geschickt. Wie der "Corriere della Sera" berichtete, hat die Behörde in Padua auch den Radsport-Weltverband (UCI) informiert.

Winokurow hatte kurz nach dem Gewinn des Goldmedaille im Olympischen Straßenrennen dieses Jahr in London sein Karriereende bekannt gegeben.

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