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Doping: Hamilton klagt Voigt und Riis an

05.11.2012, 13:43 Uhr | sid, dpa

Doping: Hamilton klagt Voigt und Riis an. Jetzt gibt es auch Dopingvorwürfe gegen Jens Voigt. (Quelle: imago)

Jetzt gibt es auch Dopingvorwürfe gegen Jens Voigt. (Quelle: imago)

Nach Lance Armstrong hat Ex-Radprofi Tyler Hamilton auch Jens Voigt des Dopings beschuldigt. Er glaube definitiv, dass der Deutsche gedopt habe. "Aber ich habe keine spezielle Kenntnis davon", sagte Hamilton der dänischen Tageszeitung "B.T." Derzeit ist er auf Werbetour für sein Enthüllungs-Buch "The Secret Race" ("Das heimliche Rennen").

Der US-Amerikaner und Voigt waren in den Jahren 2002 und 2003 gemeinsam für den dänischen CSC-Rennstall von Teamchef Bjarne Riis gefahren. Voigt hatte in der vergangenen Woche der Zeitung gesagt, er habe nie etwas von Doping im Team gehört und auch nichts gesehen.

Im Feld wurde über Doping geredet

Das will Hamilton nicht glauben. "Du musst von Blinden umgeben sein, wenn du in deiner 15-jährigen Karriere nie etwas gehört oder gesehen haben willst. Voigt ist jemand, der gerne redet. Er kennt jeden im Feld, und da wurde über Doping geredet. Ich selbst war da sehr vorsichtig, aber andere haben es gemacht", berichtete der ehemalige Rennfahrer.

Bitter stößt Hamilton die Aussage von Voigt auf, Riis hätte erklärt, man könne im Team nicht dopen. "Auf eine gewisse Art hat er mir damit ins Gesicht gespuckt. Ich weiß nicht, was er in so einer Situation sagen könnte, aber es sollte nicht das sein, was er im Moment sagt", erklärte er.

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Hamilton: "Riis wusste alles"

Auch seinen ehemaligen Teamchef Riis beschuldigte Hamilton schwer. "Bjarne wusste Bescheid, wenn ich gedopt wurde. Er wusste alles", sagte der Ex-Profi. Riis hatte nachträglich Doping als Aktiver bei seinem Tour-de-France-Sieg 1996 zugegeben, sich als Teamchef und Rennstall-Besitzer aber später als besonders eifriger Doping-Gegner profiliert.

Hamilton war 2002 und 2003 Spitzenfahrer in damaligen Riis-Team CSC. Diesen beschuldigte er nun, "mich ans Doping herangeführt" zu haben. "Er hat mir den Namen und die Telefonnummer von Eufemiano Fuentes gegeben. So konnte ich ihn in der Saison 2002 anrufen, nachdem ich bei CSC unterschrieben hatte", sagte Hamilton dem dänischen Internetportal "sporten.dk". Riis hatte in den vergangenen Jahren stets erklärt, er habe Fuentes nie persönlich getroffen oder anderen Kontakt gehabt.

Alle vier Wochen bei Fuentes

Dem hielt Hamilton entgegen: "Ich hatte (2003) ein Treffen mit Fuentes verabredet, und Bjarne fragte, ob er mitkommen dürfe. (...) Fuentes kam durch die Hintertür, und Bjarne hat ihn auch getroffen."

In seiner Zeit bei CSC musste Hamilton nach eigener Aussage alle vier Wochen zum Blutdoping bei Fuentes nach Madrid reisen. "Bjarne wusste von jedem dieser Besuche", erklärte Hamilton. Riis habe als Teamchef außerdem während der Tour de France die verbotene Einnahme von Cortison zur Leistungssteigerung durch alle Fahrer persönlich geplant. Er verfüge aber nicht über Beweise für diese Beschuldigung.

Dänischer Radsportverband geht auf Distanz

Der Chef des dänischen Radsportverbandes (DCU), Tom Lund, sagte dazu im TV-Sender DR2: "Wenn Hamiltons Behauptung stimmt, dass Riis Fuentes kannte, hat der keinen Platz mehr im Radsport. Man kann im nationalen Fernsehen einmal lügen und nationale Vergebung bekommen, wie es bei ihm der Fall war. Aber zweimal geht das nicht."

Weder Riis noch sein aktuelles Team Saxo Bank-Tinkoff Bank wollten sich zu den Vorwürfen äußern. Von dem Amerikaner ebenfalls beschuldigte Ärzte erklärten in "Jyllands-Posten", sie hätten Cortison ausschließlich und wie erlaubt gegen gesundheitliche Probleme verabreicht.

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