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TV-Beichte von Lance Armstrong: "Eine perfekt vorbereitete Inszenierung"

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"Drogen sind sein Watergate"

18.01.2013, 15:29 Uhr | sid, dpa, t-online.de

TV-Beichte von Lance Armstrong: "Eine perfekt vorbereitete Inszenierung". Lance Armstrong (li.) wird von Jens Voigt verfolgt. (Quelle: dapd)

Lance Armstrong (li.) wird von Jens Voigt verfolgt. (Quelle: dapd)

Mit großer Enttäuschung und hohen Erwartungen auf weitere Details hat die Rad-Welt auf die TV-Beichte von Lance Armstrong reagiert. Der frühere Radprofi und jetzige Manager bei Tony Martins Quickstep-Team, Rolf Aldag, attestiert Armstrong zwar ein klares Bekenntnis zu seiner Doping-Vergangenheit. Das Entscheidende sei aber, dass es nach dem Interview einen dritten Teil gäbe, "den, wo es um Aufklärung und Erneuerung geht. Es war ein Anfang für ihn, aber er muss jetzt dranbleiben".

Lesen Sie hier weitere Reaktionen zur TV-Beichte von Lance Armstrong:

Jens Voigt (deutscher Radprofi): "Es ist klar gewesen, in welche Richtung das Gespräch gehen würde. Die Leute mögen Geständnisse, aber es wird für Lance sicher noch ein langer Weg. Er hatte keine andere Wahl."

Marcel Kittel (deutscher Radprofi): "Um es auf den Punkt zu bringen: Eigentlich ist nichts Neues rausgekommen. Außerdem ist immer noch nicht ersichtlich, was sein Ziel ist."

Jonathan Vaughters (ehemaliger Teamkollege Armstrongs): "Ein guter erster Schritt."

Pat McQuaid (Präsident des Weltverbandes UCI): "Das war ein wichtiger Schritt auf dem langen Weg, den Schaden zu reparieren, den der Radsport erlitten hat, und um das Vertrauen in den Sport zurückzugewinnen. Es war verstörend, ihn zu sehen, diese Litanei von Verstößen ... Darüber hinaus hat Lance Armstrong völlig zutreffend gesagt, dass der Radsport heute ein völlig anderer Sport ist als vor zehn Jahren."

Hein Verbruggen (ehemaliger UCI-Präsident): "Nach Jahren des Verdachts bin ich froh, dass diese Verschwörung am Ende nichts weiter als eine unbewiesene Theorie war. Diejenigen, die uns angeklagt oder verdächtigt haben, sind nun natürlich enttäuscht. Nichts ist jemals verborgen worden."

Tyler Hamilton (ehemaliger Teamkamerad von Armstrong): "Er ist sehr emotional, und es tut ihm definitiv leid. Ich denke, dass ist ein großer, großer Schritt für Lance. Er hat endlich das richtige getan. Und es ist niemals zu spät, die Wahrheit zu sagen."

Valérie Fourneyron (französische Sportministerin): "Das war eine perfekt vorbereitete Inszenierung, bei der wir nur ein minimales Geständnis von dem selben Mann bekommen haben, der uns immer Auge in Auge versichert hatte, er habe niemals betrogen."

Fritz Sörgel (Dopingexperte): "Eine einzige Enttäuschung. Dass das alles so schwach war, lag auch an Oprah, der Mutter der Nation. Das war wie Bunte oder Alfred Biolek."

Jörg Jaksche (Ex-Radprofi): "Er hat keine Reue gezeigt. Das war die Pflichtaufgabe, um sein Image aufzupolieren."

John Fahey (Präsident der Welt-Anti-Doping-Agentur): "Das war eine PR-Show. Aus meiner Sicht gab es nichts Neues."

Sylvia Schenk (Vorstandsmitglied von Transparency International Deutschland): "Sehr wenig. Er hat nur das bestätigt, was längst auf dem Tisch lag. Es war ein letztes Zugeben, kein Geständnis. Er hat nichts über das System gesagt, nur über sich geredet."

Thomas Bach (IOC-Vizepräsident): "Man kann das Interview nur so zusammenfassen, dass es zu wenig, zu spät ist. Es enthält keine neuen Fakten, die nicht schon bekannt waren aus dem Bericht der amerikanischen Anti-Doping-Agentur."

Travis Tygart (Chef der US-Anti-Doping-Agentur USADA): "Das war ein kleiner Schritt in die richtige Richtung. Heute hat Lance Armstrong endlich akzeptiert, dass seine Radsport-Karriere auf einer mächtigen Kombination aus Doping und Betrug basiert hat. Wenn er es ernst meint, seine Fehler zu korrigieren, muss er ein vollständiges Doping-Geständnis unter Eid ablegen."

Novak Djokovic (Tennis-Weltranglistenerster): "Lance Armstrong ist eine Schande für den Sport. Er soll für seine Lügen büßen. Er hat den Sport betrogen. Er hat viele Menschen auf der ganzen Welt mit seiner Karriere und seiner Lebensgeschichte betrogen."

Maria Scharapowa (French-Open-Siegerin im Tennis): "Das ist eine wirkliche traurige Geschichte, traurig für diesen Sport. Ich bin glücklich, dass unser Sport sauber ist und wir konstant getestet werden."

Rick Reilly (US-amerikanischer Sportjournalist): "Nachdem er mir jahrelang in mein Gesicht log, hat sich Lance Armstrong in einer E-Mail bei mir entschuldigt. Er kann sie behalten."

John Steffensen (australischer 400-Meter-Läufer): "Lance tut mir leid."

Piers Morgan (britischer CNN-Moderator): "Armstrong offenbarte, was für eine wehleidige, lügende und betrügende kleine Wurst er doch ist. Hoffentlich verschwindet er nun bald."

Graham Rahal (US-amerikanischer Rennfahrer): "Mensch, dieser Mann war ein Held. Vermutlich kann ich jetzt das signierte Tour-de-France-Trikot von der Wand nehmen."

Matthew Pinsent (britischer Ruderer): "Drückt sich um die Frage nach Hilfe bei der Aufklärung, aber Oprah hakt nicht nach... mal wieder...."

David Walsh (britischer Sportjournalist): "Je mehr ich über das Interview nachdenke, desto bewusster werden mir die Ausflüchte und Nicht-Antworten. Seine Wahrheit wird nur langsam ans Licht kommen."

Alex Morgan (US-amerikanische Fußballerin): "Habe eineinhalb Stunden meines Lebens mit dem verschwendet, was wohl die Hälfte der Amerikaner auch grade getan haben."

Jan Aage Fjörtoft (norwegischer Ex-Fußballprofi): "Dies ist nicht Nixon gegen Frost. Es ist Lance gegen uns alle, die wir ihn mal bewundert haben. Drogen sind sein Watergate."

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