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Rudolf Scharping: Der Polit-Profi bleibt BDR-Präsident

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Angriffslustiger Scharping bleibt BDR-Präsident

23.03.2013, 14:34 Uhr | sid

Angriffslustiger Scharping bleibt BDR-Präsident . Rudolf Scharping bleibt Präsident des Bundes Deutscher Radfahrer. (Quelle: dpa)

Rudolf Scharping bleibt Präsident des Bundes Deutscher Radfahrer. (Quelle: dpa)

Rudolf Scharping hat es wieder geschafft. Mit einer kämpferischen und emotionalen Rede zog der Politprofi im Maritim-Hotel in Gelsenkirchen die Delegierten des Bundes Deutscher Radfahrer auf seine Seite und sicherte sich eine dritte Amtszeit als BDR-Präsident. Scharping entschied die Kampfabstimmung auf der BDR-Bundeshauptversammlung gegen seine forsche Vorgängerin Sylvia Schenk mit überraschend deutlicher Mehrheit (411:156) für sich und ist damit bis 2017 wiedergewählt.

"Ich nehme die Wahl an, bedanke mich und werde mich bemühen", sagte Scharping, nachdem ihm die Delegierten das Vertrauen ausgesprochen hatten. "Wenn Gräben entstanden sind, müssen wir versuchen, das wieder in Ordnung zu bringen."

Ansage an die Herausforderin

Zuvor hatte sich der wahlkampferprobte und redegewandte Scharping angriffslustig gezeigt. "Ich habe nicht dem BDR von außen zugerufen, der Radsport sei völlig verrottet. Wer solche Formulierungen in die Welt setzt und nun beklagt, dass nur über Doping gesprochen werde, der muss mit der Mäßigung seiner Stimme beginnen", rief Scharping vom Podium seiner Herausforderin Schenk zu.

Den Anti-Doping-Kampf hatte sich Schenk, die Vorstandsmitglied der Anti-Korruptions-Organisation Transparency International ist, auf ihre Fahne geschrieben. "Ich fühle mich für die Sportart mitverantwortlich, gerade weil ich Kritik geübt habe", sagte Schenk, die von 2001 bis 2004 den BDR angeführt, sich dabei aber offensichtlich nicht nur Freunde gemacht hatte. Sie sei geduldiger geworden und habe aus der Zeit gelernt, ergänzte Schenk.

BDR stand vor dem finanziellen Kollaps

Mit offenen Armen wurde sie dabei von vielen Delegierten aber nicht empfangen. Einige Vertreter der Landesverbände waren das Thema Doping offenbar leid. Viel lieber dürften sie die positiven Wirtschaftszahlen gehört haben, die Scharping vermeldete. Der frühere SPD-Vorsitzende skizzierte in seinen Ausführungen die Zeit der letzten acht Jahre. Ein spannendes Projekt sei es bei seinem Amtsantritt im Jahre 2005 gewesen, ehe im Zuge der Dopingskandale "Jahre der Depression und des Existenzkampfes" angebrochen seien. Der BDR habe zwischenzeitlich vor dem finanziellen Kollaps gestanden. Da sei er stolz, dass der Verband 2012 das wirtschaftlich beste Jahr seit mehr als zehn Jahren registriert habe. Unter dem Strich stand ein Gewinn von 65.000 Euro.

 
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