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Fabian Cancellara siegt bei 111. Auflage von Paris-Roubaix

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Fabian Cancellara siegt bei 111. Auflage von Paris-Roubaix

08.04.2013, 12:29 Uhr | dpa

Fabian Cancellara siegt bei 111. Auflage von Paris-Roubaix. Fabian Cancellara setzte sich am Ende gegen den Belgier Sep Vanmarcke durch.

Fabian Cancellara setzte sich am Ende gegen den Belgier Sep Vanmarcke durch. (Quelle: dpa)

Roubaix (dpa) - Erschöpft und entkräftet fiel Fabian Cancellara im Innenraum des altehrwürdigen Vélodromes von Roubaix zu Boden und schüttelte immer wieder den Kopf. Es dauerte eine Weile, ehe der Schweizer nach seinem denkwürdigen Bahnsprint in die Geschichtsbücher des Radsports das wohlverdiente Küsschen seiner Frau Stefanie entgegennehmen und schließlich zum dritten Mal den Pflasterstein für seinen Triumph beim 111. Frühjahrsklassiker Paris-Roubaix in den Himmel stemmen konnte.

"Das ist ein spezieller Sieg, ein absolutes Highlight meiner Karriere. Wir hatten eine Mission. Ich weiß nicht, wie ich es gemacht habe, aber ich habe es geschafft", sagte Cancellara. Zuvor war dem viermaligen Zeitfahr-Weltmeister beim 254,5 Kilometer langen Ritt durch die "Hölle des Nordens" alles abverlangt worden. Zu einem klassischen Bahnsprint Mann gegen Mann war es nach fünf Stunden und 45 Minuten auch noch gekommen. Seite an Seite waren Cancellara und der belgische Außenseiter Sep Vanmarcke ins voll besetzte Oval gefahren, ehe sie sich ausgiebig belauerten, das Tempo verzögerten und schließlich noch einen kräftigen Schlusssprint ablieferten.

Dritter wurde der Niederländer Niki Terpstra mit 31 Sekunden Rückstand, der deutsche Hoffnungsträger John Degenkolb erreichte mit Schaltungsproblemen abgeschlagen das Ziel.

"Das war wie Roulette", sagte Cancellara. "Ich habe mein Maximum gegeben. Ich bin völlig kaputt." Und überglücklich: Denn nach der Tortur über die 27 staubigen Pavé-Sektoren aus der Zeit Napoleons holte sich Cancellara zum dritten Mal nach 2006 und 2010 den Sieg. Zugleich ist der Schweizer erst der zweite Fahrer nach Tom Boonen, dem zweimal das Double aus Flandern-Rundfahrt und Paris-Roubaix gelang. Boonen war in diesem Jahr nicht am Start, nachdem der Belgier bei einem Sturz in der vergangenen Woche bei der Flandern-Rundfahrt einen Rippenbruch erlitten hatte.

Stürze, zwei an der Zahl, hatte auch Cancellara im Laufe der Woche beim Scheldeprijs am Mittwoch und 24 Stunden später bei der Streckenbesichtigung wegstecken müssen. Das hatte offensichtlich Spuren hinterlassen. Zwischenzeitlich schien der große Favorit bereits geschlagen, als er kurzzeitig abreißen ließ. Eine taktische Raffinesse sei es nicht gewesen. "Ich hatte Krämpfe, es war sehr hart", sagte der Berner, der sich von seiner Schwächephase schnell erholte. Kurz darauf fegte er mit kräftigem Tritt wieder durch das Feld und holte die Ausreißer fast im Alleingang ein.

Pech hatte dabei der frühere Cross-Weltmeister Zdenek Stybar, der mit Cancellara und Vanmarcke aussichtsreich im Rennen lag, ehe er von einem Zuschauer touchiert wurde und aus dem Tritt geriet. So kam es auf dem Oval zum Zweikampf. Degenkolb war da noch lange nicht im Ziel. Der Traum von einer Top-Ten-Platzierung erfüllte sich für den Thüringer nicht, Schaltungsprobleme hatten ihm frühzeitig zu schaffen gemacht. "Trotzdem hätte es nicht gereicht, das war nicht mein Tag", räumte Degenkolb ehrlich ein. Immerhin gewann er noch den Sprint eines dritten Verfolgerfeldes. Zuletzt hatte in Steffen Wesemann im Jahr 2007 mit Platz drei ein deutscher Radprofi das Podest erreicht. Erster und einziger deutscher Sieger in Roubaix war Joseph Fischer bei der Premiere des Rennens 1896.

40 Kilometer vor dem Ziel hatte eine entscheidende Selektion des Feldes stattgefunden, als sich eine 14-köpfige Spitzengruppe gebildet hatte. Cancellara war zu der Zeit als einziger RadioShack-Fahrer schon früh isoliert, aber nicht geschlagen.

Während der Fahrt von Compiègne vor den Toren der französischen Hauptstadt Paris nach Roubaix war es immer wieder zu kleineren Stürzen gekommen. Im Vergleich zu früheren Auflagen des Rennens ging es aber geradezu harmlos zu, auch weil das Wetter mit Sonnenschein und Temperaturen um die zehn Grad mitspielte.

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