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Chris Hoy beendet Karriere als Radbahn-Profi

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Sir Chris Hoy: Der Ritter auf dem Rad

19.04.2013, 09:58 Uhr | dpa

Chris Hoy beendet Karriere als Radbahn-Profi. Chris Hoy feierte bei den Olympischen Spielen in London den perfekten Ausstand.

Chris Hoy feierte bei den Olympischen Spielen in London den perfekten Ausstand. (Quelle: dpa)

London (dpa) - Chris Hoys legte eine einzigartige Radsport-Karriere hin. Auslöser dafür war Hollywood. Nach dem Kinofilm "E.T." Anfang der 80er Jahre, bei dem Kids auf BMX-Rändern den kleinen Außerirdischen retteten, wachte der damals siebenjährige Chris Hoy morgens auf und wollte diesem Trend folgen

Sein BMX-Bike tauscht er irgendwann gegen ein futuristisches Bahnrad. Der Start zu einer großen Karriere hatte begonnen. Sechsmal gewann Chris Hoy bei Olympia die Goldmedaille, elfmal wurde er Weltmeister. In Großbritannien stieg er zum Sporthelden mit Popstar-Status auf. Vorzeitiger Höhepunkt war der Schlag zum Ritter 2009. Nun beendete der Radprofi mit dem Spitznamen "Knight Rider" seine Karriere.

Chris Hoy ist trotz all des Ruhm stets der Gleiche geblieben. Der 37-Jährige bleibt bescheiden und will lieber nicht "Sir" genannt werden. "Er ist genauso sympathisch, wie er im Fernsehen rüberkommt. Er hat sich überhaupt nicht verändert, seit er diesen Status hat", sagte Hoys deutscher Trainer Jan van Eijden einmal über ihn.

Das dies stimmen mag, zeigen Geschichten wie diese: Als der jüngere Teamkollege Jason Kenny bei den Olympischen Spielen 2012 in Hoys Paradedisziplin Sprint den Vorzug bekam, wünschte der seinem Teamkollegen einfach nur "alles Gute".

Bei den olympischen Spielen in Peking 2008 holte Chris Hoy dreimal Gold. Das war bei seit dem Schwimmer Henry Taylor 1908 keinem Briten gelungen. 2004 in Athen hatte er bereits im 1000-Meter Zeitfahren die Goldmedaille geholt. Im Vorjahr krönte der Radprofi seine Karriere dann in London mit den Goldmedaillen Nummer fünf und sechs - die letzte in einem spannenden Keirin-Finish gegen den Berliner Maximilian Levy. Damit ist Chris Hoy sportlicher Rekordchampion in Großbritannien, noch vor Ruderlegende Steven Redgrave.

In Schottland ist Hoy auf jeden Fall der erfolgreichste Sportler was die Olympischen Spiele betrifft. Viele sagen gar: er sei der größte lebende Schotte. Chris Hoy sieht das jedoch etwas anders. Nein, wiegelt er ab: "Ich habe den größten Schotten schon getroffen - Sean Connery. Wir haben vor vier Jahren in Wimbledon mal einen Tee zusammen getrunken, und es war sehr besonders, von ihm Making-of-Storys zu den Bond-Filmen zu hören."

Er war ein Perfektionist im Training und auch privat für keinerlei Skandale bekannt. Verheiratet ist er mit Sarra, einer Anwältin aus seiner Heimatstadt Edinburgh. In London machte er dieser nach dem Keirin-Gold und allen Entbehrungen eine rührende Liebeserklärung: "Als ich Sarra nach allem endlich sah und sie umarmen und küssen konnte - das war mein schönster Moment."

Chris Hoy ist ein echter Megastar, was sich in Deutschland bei einem Bahnradsportler nicht vorstellen kann. "Er ist hier so berühmt wie bei uns damals Boris Becker und Steffi Graf", erklärt Coach van Eijden. Konkrete Pläne für die Zeit nach seiner Karriere hatte der Bahnrad-Ritter schon lange: Er will Fahrräder mit seinem Namen auf den Markt bringen. Die Chris-Hoy-Bikes dürften zumindest im Königreich keine schlechten Chancen auf einen großen Erfolg haben.

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