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Eufemiano Fuentes bestraft: Urteil im Doping-Prozess gefällt

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Fuentes kommt mit einer Bewährungsstrafe davon

30.04.2013, 16:14 Uhr | dpa, sid

Eufemiano Fuentes bestraft: Urteil im Doping-Prozess gefällt. Dopingarzt Eufemiano Fuentes kommt glimpflich davon. (Quelle: dpa)

Dopingarzt Eufemiano Fuentes kommt glimpflich davon. (Quelle: dpa)

Ein Jahr Haft auf Bewährung und vier Jahre Berufsverbot für Eufemiano Fuentes: So lautet das Urteil gegen den umstrittenen spanischen Mediziner und Dopingarzt. Damit zog die spanische Justiz unter Richterin Julia Patricia Santamaria nach dreimonatigem Prozess in Madrid einen vorläufigen Schlussstrich unter die "Operacion Puerto".

Offen ist, ob die Verteidigung des 55-jährigen Fuentes in die Berufung geht. Dies hatte sie für den Fall angekündigt, dass das Urteil nicht ihren Interessen entspräche. Berufung müsste spätestens zehn Werktage nach dem Urteil eingelegt werden.

Zwei Jahre Haft drohten

Fuentes hatte auf einen Freispruch gehofft, allerdings hatten ihm bis zu zwei Jahre Haft gedroht. Trotz der Ein-Jahres-Strafe muss er nach spanischem Recht nicht ins Gefängnis, weil unter zwei Jahren Haft verhängt wurden und Fuentes nicht vorbestraft ist. Wegen des damals fehlenden Anti-Doping-Gesetzes in Spanien war Fuentes nur wegen "Gefährdung der öffentlichen Gesundheit" angeklagt worden.

Verurteilt wurde ansonsten nur einer von vier Mitangeklagten. Vier Monate Haft, die ebenfalls nicht anzutreten sind, und vier Monate Berufsverbot erhielt Jose Ignacio Labarta. Freigesprochen wurden Fuentes' ebenfalls in der Medizin tätige Schwester Yolanda sowie die früheren Teamchefs Manolo Saiz und Vicente Belda.

Blutbeutel bleiben unter Verschluss

Zugleich entschied Santamaria, die bei der Anti-Doping-Razzia 2006 sichergestellten Blutbeutel nicht freizugeben. Internationale Verbände und Behörden wie die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA hatten gehofft, dadurch Dopingsünder nachträglich überführen zu können. Die Richterin ordnete zudem an, die bei Fuentes sichergestellten Computerdaten zu vernichten. Spanien musste sich während der siebenjährigen Ermittlungen zu dem Skandal vorhalten lassen, nicht energisch genug gegen Doping vorzugehen.

Fuentes hatte bei seiner Vernehmung vor dem Gericht ausgesagt, dass er neben Radsportlern auch Fußballer, Tennisspieler und Boxer behandelte. Er bot die Herausgabe der Liste seiner Kunden an, aber die Richterin wollte während des laufenden Verfahrens davon nichts wissen. Zehn Radprofis sagten als Zeugen aus, nur drei berichteten offen über ihre Erfahrungen als Kunden von Fuentes. Dies waren der Spanier Jesús Manzano, der Amerikaner Tyler Hamilton und der Deutsche Jörg Jaksche.

Franke und Schenk beeindruckt

Der deutsche Anti-Doping-Kämpfer Werner Franke hält derweil die Bewährungsstrafe keineswegs für zu milde - im Gegenteil: "Dieses Urteil ist ein Novum. Ich bin beeindruckt", erklärte der Heidelberger Professor, der "einen Freispruch, allenfalls eine Pipistrafe" erwartet hatte. "Das Urteil übertrifft vergleichbare deutsche Rechtssprüche. Noch nie gab es für einen deutschen Mediziner mehr als eine Geldstrafe, Haft wurde noch nie gegen einen Arzt in Deutschland beantragt", sagte der Molekularbiologe.

Auch Anti-Korruptions-Expertin Sylvia Schenk, Sportbeauftragte von Transparency International, war positiv überrascht: "Das ist mehr, als man erwarten konnte. Ich habe eher befürchtet, dass er freigesprochen wird. Auch wenn es nun nicht zu einer Gefängnisstrafe gekommen ist sondern nur zur Bewährung, kann man nur sagen: immerhin!"

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