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Der Ritter wartet auf rosa - Wiggins denkt an die Tour

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Der Ritter wartet auf rosa - Wiggins denkt an die Tour

06.05.2013, 15:45 Uhr | dpa

Der Ritter wartet auf rosa - Wiggins denkt an die Tour. Bradley Wiggins ist der große Favorit beim Giro.

Bradley Wiggins ist der große Favorit beim Giro. (Quelle: dpa)

Sorrento (dpa) - Noch trägt der Ritter nicht Rosa. Sir Bradley Wiggins hat sich nach der zweiten Etappe des 96. Giro d'Italia in eine für den Topfavoriten ideale Position geschoben.

Zeitgleich mit seinem führenden Team-Kollegen Salvatore Puccio hat er nach dem Erfolg im Team-Zeitfahren von Ischia alle Optionen, nicht aber den frühen Druck des Rosa Trikots. Spätestens am kommenden Samstag müsste es so weit sein: Beim Einzelzeitfahren über 54,8 Kilometer von Gabicce Mare nach Saltara dürfte sich der Olympiasieger im Kampf gegen die Uhr nicht mehr gegen das Maglia Rosa wehren können.

"Das war ein harter und schöner Tag", sagte Wiggins nach dem Erfolg im Teamzeitfahren, trat zur Seite und freute sich mit seinem jungen Teamkollegen Puccio, auf den es bei der Siegerehrung in Forio rosarotes Konfetti regnete.

Teamchef Dave Brailsford, Mastermind in der Sky-Mannschaft, spielte den sicheren Auftritt der Wiggins-Männer, zu denen auch der deutsche Ex-Meister Christian Knees gehört, auf der Urlaubsinsel Ischia etwas herunter. Große Aussagekraft für das gesamte Rennen habe der Erfolg im Teamzeitfahren nicht gehabt. Bei der BBC hörte er sich dann etwas zufriedener an: "Ich bin sehr stolz. Das war ein technisch sehr schwieriger Kurs - die Jungs haben fantastisch gearbeitet."

Sowohl Wiggins als auch Brailsford könnten mit ihren Gedanken aber auch schon sieben Wochen weiter sein. Die 100. Tour de France macht ihnen schon jetzt zu schaffen. Denn im Juli könnten interne Hierarchie-Probleme programmiert sein, nachdem Konflikte zwischen dem Vorjahressieger Wiggins und dem designierten Tour-Leader im Sky-Team, Christopher Froome, offen zutage getreten waren. Um aufkommende Unruhe im Keim zu ersticken, meldete sich Brailsford per Teammitteilung und erklärte Froome ein weiteres Mal zum Team-Kapitän für die kommende Frankreich-Rundfahrt.

"Unser Plan hat sich seit Januar nicht geändert: Chris ist bei der Tour unser einziger Kapitän. Nach der Dauphiné-Rundfahrt geben wir unsere Auswahl bekannt", hieß es in der Sky-Mitteilung. "Hier sind wir zu 100 Prozent auf den Giro konzentriert, und Brad hat gestern einen perfekten Job gemacht", lobte der Teamchef Wiggins.

Vor der Pressemitteilung auf mögliches Konfliktpotenzial angesprochen, wollte im britischen Erfolgsteam keiner so recht etwas sagen. Knees wagte sich ein wenig vor. Die Chance, dass Froome nach Rang zwei im Vorjahr den Toursieg mit Unterstützung aller Teammitglieder ansteuern kann, hält er für wahrscheinlicher, "wenn Bradley den Giro gewinnt". Ansonsten könnte laut Knees die Parole für Wiggins gelten: "Jetzt erst recht." Der "angebliche Konflikt zwischen beiden" sei überbewertet. "Egal, wer Kapitän ist, wir unterstützen jeden", sagte er der Nachrichtenagentur dpa.

Eigentlich ohne Not hatte Wiggins die Diskussion um die Chefrolle bei der Tour vor dem Giro-Start entfacht, als er anmerkte, eventuell doch in Frankreich auf Sieg fahren zu wollen. Vor Beginn der Berg-Etappen - der Domäne Froomes - solle definitiv entschieden werden, wer der Boss bei Sky ist. Froome hatte sich nach dem Zwischenruf aus Italien aus der Ferne ausdrücklich auf die teaminternen Absprachen berufen, die Tour als Kapitän in Angriff zu nehmen.

Die beiden Ausnahmefahrer sind sich seit den Pyrenäen-Etappen der vergangenen Tour nicht mehr grün, als Froome die Teamorder zu missachten schien und seinen Kapitän Wiggins zweimal angriff. Die Attacken hatte er vor TV-Kameras regelrecht zelebriert. Nach der Etappe war das mit spezieller Taktik abgetan worden. Beide Fahrer versicherten sich im Juli 2012 öffentlich ihres Vertrauens. Damit kann es aber nicht weit her sein. Im Moment sorgt nur ein Machtwort Brailsfords für die teaminterne Reihenfolge zwischen dem von der Queen zum Ritter geschlagenen Wiggins und Froome.

Der in Kenia geborene Kletterspezialist inspiziert derweil die heikelsten Bergpassagen. Wiggins stehen sie beim Giro in der letzten Woche in den Dolomiten noch bevor.

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