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Jan Ullrich gesteht Blut-Doping: "Bin nicht besser als Armstrong"

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Jan Ullrich gibt Doping zu

22.06.2013, 10:43 Uhr | sid

Jan Ullrich gesteht Blut-Doping: "Bin nicht besser als Armstrong". Jan Ullrich: "Ich wollte für Chancengleichheit sorgen." (Quelle: imago/Kicker/Sperber)

Jan Ullrich: "Ich wollte für Chancengleichheit sorgen." (Quelle: Kicker/Sperber/imago)

Der frühere Tour-de-France-Sieger Jan Ullrich hat Blutdoping-Behandlungen beim umstrittenen spanischen Sportmediziner Eufemiano Fuentes zugegeben. "Ja, ich habe Fuentes-Behandlungen in Anspruch genommen", sagte der 39-Jährige in einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin "Focus". Der Ex-Radprofi, der im Februar 2012 bereits gestanden hatte, Kontakt zu Fuentes gehabt zu haben, behauptet aber, keine anderen Dopingmittel als sein eigenes Blut verwendet zu haben.

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Jan Ullrich gibt erstmals Blut-Doping zu

Von Betrug will der Tour-de-France-Sieger nicht sprechen. zum Video

Betrugsvorwürfe wies Ullrich trotzdem erneut zurück. "Fast jeder hat damals leistungssteigernde Substanzen genommen. Ich habe nichts genommen, was die anderen nicht auch genommen haben", sagte Ullrich: "Betrug fängt für mich dann an, wenn ich mir einen Vorteil verschaffe. Dem war nicht so. Ich wollte für Chancengleichheit sorgen."

"Ich bin nicht besser als Armstrong"

Zum Doping-Skandal seines früheren Konkurrenten Lance Armstrong sagte Ullrich: "Mir war immer klar: Auch Lance Armstrong wird nicht davonkommen, selbst wenn er vermutlich jahrelang von der einen oder anderen Institution und dem Weltverband geschützt wurde."

Armstrong habe gebeichtet, er selbst habe geschwiegen. "Beide sind wir nicht davon gekommen und schuldig. Ich bin nicht besser als Armstrong, aber auch nicht schlechter. Die großen Helden von früher sind heute Menschen mit Brüchen, mit denen sie klarkommen müssen.“

Scharping: "Geständnis kommt zu spät"

Für Rudolf Scharping kommt das Doping-Geständnis Ullrichs Jahre zu spät. "Es ist viel zu spät, um reinen Tisch zu machen. Er hätte dem Radsport helfen können, wenn er frühzeitig und komplett reinen Tisch gemacht hätte", sagte der Präsident des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR).

2007 oder 2008 wäre ein geeigneter Zeitpunkt gewesen, betonte Scharping. "Damals hätte er auch sich selbst besser helfen können. Jetzt ist es nur noch die Wiederholung von längst Bekanntem zu einem viel zu späten Zeitpunkt, aber aus seinem Munde."

Vom Sportgerichtshof verurteilt

Ullrich war im Februar 2012 vom Internationalen Sportgerichtshof CAS schuldig gesprochen worden, gegen die Anti-Doping-Regeln verstoßen zu haben. Wegen der Verwicklung in die Fuentes-Affäre wurde er zu einer zweijährigen Sperre rückwirkend vom 22. August 2011 verurteilt. Sämtliche Resultate seit dem 1. Mai 2005 wurden ihm aberkannt. Sein Tour-Sieg aus dem Jahr 1997 hat weiter Bestand.

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