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Martin kritisiert Kurs der Königsetappe

27.06.2013, 16:26 Uhr | dpa

Martin kritisiert Kurs der Königsetappe. Tony Martin kritisiert die Streckenführung der 18.

Tony Martin kritisiert die Streckenführung der 18. (Quelle: dpa)

Porto Vecchio (dpa) - Tony Martin macht sich keine Freunde bei der Tour-Organisation, spricht aber vielen Radprofis aus dem Herzen. Der zweifache Zeitfahr-Weltmeister erneuerte zwei Tage vor dem Start der 100. Frankreich-Rundfahrt seine Kritik an der Streckenführung der 18. Etappe am 18. Juli.

"Ich hätte keine Problem, die Sache ruhiger angehen zu lassen und nur darauf zu achten, nicht aus dem Zeitlimit zu fallen. Mein Leben ist mir lieber", sagte der Wahlschweizer am Tour-Startort Porto Vecchio auf Korsika in Anspielung auf die gefährliche Abfahrt der Königsetappe.

Auch der Luxemburger Andy Schleck, 2010 Toursieger am Grünen Tisch, nachdem Alberto Contador sein Gelbes Trikot wegen Dopings verloren hatte, stellte sich in die Reihe der Kritiker. "Da kannst du 500 Meter tief fallen, wenn du stürzen solltest. Wir waren schockiert, als wir die Strecke eine Woche nach der Dauphiné-Rundfahrt inspizierten. Eine solche Streckenführung ist unverantwortlich. Das ist nicht zu akzeptieren", schimpfte Schleck.

Die Verantwortlichen des Giro d'Italia hatten vor zwei Jahren auf ähnliche Proteste reagiert und die Abfahrt vom Monte Crostis gestrichen. Wenige Tage zuvor war der belgische Radprofi Wouter Weylandt auf einer anderen Abfahrt tödlich verunglückt. Mit einer ähnlichen Reaktion der Tour-Organisatoren ist dagegen kaum zu rechnen. "Die Abfahrt müsste irgendwie neutralisiert werden, aber die Tour ist zu groß - ich glaube da passiert nichts in dieser Richtung. Ich frage mich, wer hat einen solchen Parcours geplant", meinte Martin.

Am 18. Juli müssen die Profis erstmals den legendären Anstieg in die Ski-Station L'Alpe d'Huez zwei Mal meistern und deshalb die zum Teil unbefestigte Straße des 1999 Meter hohen Col de Sarenne hinunterfahren. "Ich kenne keine Abfahrt mit diesem Gefahrenpotenzial", sagte Martin auf der im Hafen von Porto Vecchio liegenden Fähre "Mega Smeralda".

Abgesehen von den laufenden Diskussionen um die Königsetappe ist Martin guter Dinge. Er liebäugelt beim Teamzeitfahren über 25 Kilometer auf der vierten Etappe sogar mit dem ersten Gelben Trikot seiner Karriere. "Wir wollen die Etappe als amtierende Weltmeister im Mannschaftszeitfahren gewinnen", sagte Martin. Je nachdem wie Topsprinter Mark Cavendish dann im Gesamtklassement liege, könnte es für den 28-jährigen Lausitzer um das Maillot Jaune gehen. "Wir würden dann in der Mannschaft absprechen, wer als erster über die Ziellinie fährt. Ich hoffe, die Wahl fällt dann auf mich", erklärte der frisch gekürte deutsche Zeitfahrmeister.

Sein Teamkollege Cavendish spekuliert auf dem ersten Tagesabschnitt der Jubiläums-Tour am Samstag in Bastia auf den Auftaktsieg, der ihm auch Gelb bringen würde. Die folgenden zwei Etappen sind aber so hügelig, dass kaum damit zu rechnen ist, dass der britische Ex-Weltmeister die vierte Etappe noch im Gelben Trikot in Angriff nehmen wird. Damit könnte der Weg für Martin bei einem Omega-Quick-Step-Erfolg im Teamzeitfahren frei sein.

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