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Tour de France 2013: Historische Chance zum Auftakt für Sprinter

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Historische Chance zum Tour-Auftakt für Sprinter

29.06.2013, 07:45 Uhr | dpa

Tour de France 2013: Historische Chance zum Auftakt für Sprinter. Mark Cavendish hat die größte Chance auf den ersten Etappensieg.

Mark Cavendish hat die größte Chance auf den ersten Etappensieg. (Quelle: dpa)

Porto Vecchio (dpa) - Für die Sprinter André Greipel, Marcel Kittel oder Mark Cavendish könnte schon zum Auftakt der 100. Tour de France der größte Traum eines jeden Radprofis in Erfüllung gehen.

Ein Auftakt ohne Prolog und eine flache Zielankunft bieten ihnen die einmalige Gelegenheit, das Gelbe Trikot gleich im ersten Anlauf zu erobern. Topfavorit auf das erste Maillot Jaune der Jubiläums-Rundfahrt ist der Brite Cavendish vom Team Omega Pharma-Quick Step. Seine beiden größten Konkurrenten kommen aus Deutschland: Der nationale Meister André Greipel und Shooting Star Marcel Kittel. Beide haben den Ex-Weltmeister in diesem Jahr schon geschlagen.

"Wegen der Aussicht auf das Gelbe Trikot ist das natürlich eine besondere Etappe", sagt Cavendish vor dem ersten Teilstück der Tour de France am Samstag über 213 Kilometer von Porto Vecchio nach Bastia. "Aber wir sollten nicht noch mehr Druck aufbauen als bei den anderen Sprintetappen." Ähnlich sieht das auch Greipel, der in dieser Saison bereits elf Siege eingefahren hat. "Die ersten Etappen bei der Tour sind immer so nervös, da kann man nicht an den Start gehen und sagen: Ich fahre ums Gelbe Trikot", erklärt der 30 Jahre alte Rostocker. "Ich mache mir da keinen Druck."

Allerdings bietet sich den Sprintern auf Korsika eine wahrhaft historische Chance. Das letzte Mal, dass die Frankreich-Rundfahrt mit einer Flachetappe begann, liegt lange zurück. 1966 gewann Rudi Altig die erste Etappe von Nancy nach Charleville-Mézières - allerdings nicht im Sprint, sondern als Ausreißer mit 47 Sekunden Vorsprung. Seitdem gab es fast immer einen Prolog, ein kurzes Zeitfahren, zum Auftakt der Tour. Lediglich 2008 und 2011 fing die Rundfahrt mit einer normalen Etappe an. Beide Male aber war das Terrain zu schwierig für die Sprinter.

Das ist diesmal anders. Die Zielankunft am Hafen von Bastia ist flach, und der letzte Kilometer fast schnurgerade. Dafür, dass diesmal niemand wie etwa der Slowake Peter Sagan den Sprintern ein Schnippchen schlägt, sollen die Mannschaften der endschnellen Männer sorgen. Greipel hält seinen Sprintzug beim Team Lotto-Belisol für den derzeit besten der Welt. "Wenn ich bei meinen Kollegen am Hinterrad mitfahre, tut es mir schon weh. So muss es sein", sagt der Wahlschweizer, der bereits vier Tour-Etappensiege vorweisen kann.

Doch auch die Konkurrenten sind von ihren Helfern überzeugt. "Wir sind zu 100 Prozent bereit, die Herausforderung anzunehmen und uns dem Kampf mit den anderen Teams zu stellen", sagt der 24 Jahre alte Kittel. Er hat sich in den vergangenen zwei Jahren zu einem Weltklasse-Sprinter entwickelt und will bei seinem zweiten Tour-Start seinen ersten Etappensieg einfahren. Im vergangenen Jahr musste er bereits nach wenigen Tagen wegen eines Darminfekts und einer Knieverletzung aus dem Rennen aussteigen.

Zu Kittels Helfern beim Renstall Argos-Shimano zählen auch die drei deutschen Radprofis Johannes Fröhlinger, Simon Geschke und John Degenkolb. Der 24 Jahre alte Degenkolb, selbst ein Siegfahrer, will sich auf der ersten Etappe ganz in den Dienst seines Mannschaftskollegen stellen. Seine eigenen Chancen kämen auf der zweiten oder dritten Etappe, wenn das Gelände anspruchsvoller wird, erklärt der Tour-Debütant.

Die größten Chancen auf den ersten Etappensieg am Samstag werden aber Cavendish zugerechnet. Der 28-Jährige von der Isle of Man hat in seiner Karriere bereits 23 Tour-Etappensiege eingefahren und ist auch in diesem Jahr wieder in Topform. Im Mai gewann er fünf Etappen beim Giro d'Italia. "Alle drei sind auf einem Level", sagt Cavendishs Teamkollege, Zeitfahr-Weltmeister Tony Martin, über das Duell seiner beiden Landsleute mit dem britischen Meister. "Aber Cav hat die größte Erfahrung und entscheidet deshalb vielleicht die Sekunde eher, die es braucht für den Sieg."

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