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McQuaid kandidiert trotz Einspruch gegen Nominierung

01.07.2013, 14:49 Uhr | dpa

McQuaid kandidiert trotz Einspruch gegen Nominierung. UCI-Chef Pat McQuaid möchte trotz des Gegenwindes wiedergewählt werden.

UCI-Chef Pat McQuaid möchte trotz des Gegenwindes wiedergewählt werden. (Quelle: dpa)

Calvi (dpa) - Es geht um die Macht im Weltradsport. Die Frage, wer künftig an der Spitze des Internationalen Radsportverbandes steht, wird nun auch ganz offiziell in einem Zweikampf entschieden. Die UCI bestätigte die Kandidatur des britischen Verbandschefs Brian Cookson.

Er tritt bei der Wahl im September in Florenz gegen den amtierenden UCI-Präsidenten Pat McQuaid an. Allerdings ist noch immer unklar, ob die Nominierung des seit langem wegen seines Umgangs mit den Dopingskandalen in der Schusslinie stehenden UCI-Chefs überhaupt gültig ist.

McQuaid war im Mai vom Schweizer Radsportverband aufgestellt worden, weil sich sein irischer Heimatverband gegen ihn gestellt hatte. Die Entscheidung von Swiss Cycling ist umstritten, weil sie möglicherweise gegen die Regeln der UCI verstößt. Demnach darf ein Kandidat nicht gleichzeitig die Lizenzen zweier Nationalverbände besitzen. McQuaid erhielt die Schweizer Lizenz bereits Anfang Mai. Zu diesem Zeitpunkt galt er jedoch noch als möglicher Kandidat Irlands. Ebenfalls unklar ist, ob ein Lizenzwechsel innerhalb der Saison möglich ist. Die UCI-Regeln sind in diesem Fall nicht eindeutig.

Aus diesem Grund haben drei Mitglieder von Swiss Cycling gegen die Nominierung des Iren geklagt. Eine Entscheidung des Schweizer Verbandsschiedsgerichts steht bislang aus. Wann das dreiköpfige Gremium den Einspruch verhandelt, ist noch unklar, wie eine Sprecherin von Swiss Cycling auf dpa-Anfrage mitteilte. Trotz des offenen Verfahrens strebt McQuaid weiter eine dritte Amtszeit seit 2005 an.

Den Wahlkampf hatten beide Kandidaten schon vor dem Ende der offiziellen Bewerbungsfrist vergangenen Samstag eröffnet. Unmittelbar nachdem Cookson seine Kandidatur angekündigt hatte, schickte McQuaid einen Brief an die Präsidenten der Nationalverbände, in dem er vor seinem Herausforderer warnte. Hinter diesem stünde der milliardenschwere russische Verbandspräsident und Besitzer des Teams Katusha, Igor Makarow. Außerdem sei Cookson als Aufsichtsratsmitglied des Teams Sky nicht unabhängig, erklärte McQuaid darin in bösen Worten.

Cookson wies die Vorwürfe erneut zurück. "Ich werde bei meiner Kandidatur finanziell weder von Makarow noch vom Team Sky unterstützt", sagte er der französischen Sportzeitung "L'Equipe". Der 62 Jahre alte Brite, der seit 2009 im Management-Komitee der UCI sitzt, hatte am Montag vor einer Woche ein Wahlmanifest vorgestellt. Darin versprach er, die Dopingkontrollen der UCI an eine unabhängige Instanz zu vergeben und für mehr Transparenz zu sorgen. Außerdem werde er die Verstrickungen der UCI in den Dopingskandal um Lance Armstrong untersuchen lassen.

McQuaid nannte Cooksons Vorschläge "halbgar" und legte am Wochenende mit seiner Kritik an dem Manifest nach. "Ich habe darin keine großartigen Dinge gesehen", sagt er der "L'Equipe". Der UCI-Chef selbst steht seit Monaten unter Beschuss wegen seines Umgangs mit dem Fall Armstrong. Dem Weltverband wird vorgeworfen, den lebenslang gesperrten Amerikaner jahrelang gedeckt zu haben. McQuaid und sein Vorgänger, der Niederländer Hein Verbruggen, bestreiten die Vorwürfe.

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