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Tour 1998: Doping-Vergangenheit wirft dunkle Schatten

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Tour 1998: Doping-Vergangenheit wirft dunkle Schatten

08.07.2013, 12:40 Uhr | dpa

Tour 1998: Doping-Vergangenheit wirft dunkle Schatten. Jens Voigt mag nicht auf die Vergangenheit angesprochen werden.

Jens Voigt mag nicht auf die Vergangenheit angesprochen werden. (Quelle: dpa)

Nantes (dpa) - Jens Voigt reagierte unwirsch bis cholerisch, Rolf Aldag nahm ganz nüchtern Stellung. Der am 24. Juli bevorstehende Bericht des französischen Senats zur Untersuchung der Skandaltour 1998 provozierte bei den "Alten" im Tross der Tour de France unterschiedliche Reaktionen.

"Aufarbeiten ist wichtig, aber mit den zuständigen Verbänden, die die Regeln machen, um eine Wiederholung zu vermeiden. Wer es jetzt nicht kapiert hat, wie es früher lief, wird immer noch entsetzt sein, wenn einzelne Namen veröffentlicht werden", hatte der geständige Aldag, 1998 im Peloton, jetzt Technik-Manager im Tony Martin-Team Omega Quickstep, der "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" erklärt. Dem Radsport stehen wohl die nächsten bitteren Doping-Wahrheiten bevor.

Der mit fast 42 Jahren älteste Tour-Starter Voigt war auf Korsika vor dem Start der Jubiläum-Rundfahrt Mitglied einer fünfköpfigen Fahrer-Delegation, die bei der französischen Innenministerin Valerie Fourneyron vorgesprochen hatte. Die Profis erreichten immerhin, dass die Veröffentlichung des womöglich brisanten Berichts vom 18. auf 24. Juli verschoben wurde, wenn die aktuelle Tour schon wieder Vergangenheit ist. Mehrere Quellen sprechen von 57 Fahrernamen, die in Zusammenhang mit Nachuntersuchungen der Tour 98, die der inzwischen verstorbene Marco Pantani vor Jan Ullrich gewonnen hatte, veröffentlicht werden könnten.

"Keine Ahnung, warum ich in die Delegation berufen wurde. Vielleicht wollten die Jungen auch einen alten Knacker wie mich dabei haben", sagte Voigt der Nachrichtenagentur dpa, wollte schnellstens zurück in den Teambus und nicht mehr über das Thema ("Mensch, das ist doch 15 Jahre her") sprechen. Ex-Telekom-Profi Andreas Klier, jetzt Mitglied der sportlichen Leitung beim US-Team Garmin, wollte sich "zu sportpolitischen Dingen" grundsätzlich nicht äußern.

Auch Nachfragen bei Orica-GreenEdge, dem Erfolgs- und Überraschungsteam der ersten Woche der Jubiläumsausgabe, blieben erfolglos. Teamsprecher Brian Nygaard wollte nicht sagen, ob die Australier Konsequenzen nach Veröffentlichung des Berichts zu erwarten haben. "Anfragen per email", sagte Nygaard mit dem Hinweis, die Beantwortung könnte dauern. Orica-GreenEdge wird geleitet von dem geständigen Doper aus Armstrong-Zeiten, Matt White, und dem weiter leugnenden ehemaligen Festina-Profi Neil Stephens.

Orica-Oldie Stuart O'Grady, wie Voigt 1998 am Tour-Start, ist mit 17 Teilnahmen zusammen mit dem nicht mehr aktiven (und geständigen) George Hincapie Rekordhalter in Sachen Tourtreue. Der in Frankreich besonders populäre Voigt ("Jens Woichte") liegt mit 16 Starts zusammen mit weiteren auf Rang zwei dieser Liste. Am Sonntag hatte Voigt nach ARD-Berechnungen seine 300. Tour-Etappe bestritten.

Doping-Kronzeuge Jörg Jaksche, der zu aktiven Zeiten unter dem berüchtigten, jetzigen Alberto Contador-Chef Bjarne Riis fuhr, erwartet vom Kommissionsbericht des französischen Senats am 24. Juli einiges. "Für diejenigen, die damals an den ersten zehn Tourtagen kontrolliert worden waren, könnte es eng werden. Danach, als die ersten Polizeirazzien stattfanden, waren die meisten sicher vorsichtiger", sagte der jetzt in Österreich Wirtschaftsmanagement studierende Jaksche der dpa. Gegen Riis ermittelt zur Zeit die Dänische Anti-Doping-Agentur, weil der Toursieger von 1996 - wie auch Jaksche und Tyler Hamilton aussagten - als Manager Manipulationen in seinen Teams zumindest geduldet haben soll. Dies hat Riis natürlich bestritten.

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