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Schumacher-Prozess: Neue Hoffnung für Radprofi

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Radsport  

Zeugenaussage sorgt für Hoffnung bei Schumacher

21.08.2013, 16:05 Uhr | sid

Schumacher-Prozess: Neue Hoffnung für Radprofi. Anschubhilfe: Stefan Schumacher erhält im Betrugsprozess neue Hoffnung. (Quelle: imago/Gepa-Pictures)

Anschubhilfe: Stefan Schumacher erhält im Betrugsprozess neue Hoffnung. (Quelle: imago/Gepa-Pictures)

Im Betrugsprozess gegen Stefan Schumacher könnte es noch einmal eine Wende zugunsten des Angeklagten geben. Der Radprofi hat nach den Rückschlägen der vergangenen Wochen einen Teilerfolg vor dem Stuttgarter Landgericht verbucht. Am 15. Verhandlungstag legte die Aussage eines Zeugen die Vermutung nahe, dass es im ehemaligen Gerolsteiner-Rennstall von Hans-Michael Holczer doch systematisches Doping gegeben haben könnte. Sollte die 16. Große Strafkammer bei ihrem Urteil von dieser Annahme ausgehen, könnte Schumacher mit einem Freispruch rechnen.

Der Sohn des früheren Teamlogistik-Leiters schilderte während der 20 Minuten dauernden Verhandlung Vorkommnisse rund um die Tour de France 2007. Demnach mussten Markus Rösch und sein Vater Peter seinerzeit einen verschlossenen Mediziner-Koffer auf Anweisung von Holczers Ehefrau Renate zur laufenden Frankreich-Rundfahrt bringen. Zudem weckten Vorgänge im Mannschaftshotel das Misstrauen des heute 43-Jährigen, der sich an Schumachers Anwalt gewandt hatte.

Ungewöhnlicher Vorgang im Teamhotel

"Ich fragte mich, was wir da wohl transportieren und warum das jetzt nach Frankreich muss. Mir kam das äußerst komisch vor, denn ich wusste ja um die Doping-Problematik im Radsport. Es war meinem Vater und mir unangenehm", sagte Rösch junior. Er gab zudem zu Protokoll, er habe im Teamhotel einen ungewöhnlichen Vorgang beobachtet, der bei ihm die Vermutung hervorgerufen habe, dass hier gerade gedopt werde: "Da stand ein Fahrer eines anderen Teams um kurz vor Mitternacht vor dem Hotelzimmer eines Gerolsteiner-Arztes. Mir war klar, dass der da jetzt keine Massage bekommt."

Mediziner haben Schlüsselrolle

Während der zurückliegenden Verhandlungstage hatten drei frühere Teamärzte erklärt, dass sie die Profis nie mit Dopingmitteln versorgt hätten. Diese Aussagen stehen im Gegensatz zu den Schilderungen Schumachers, die von seinem Ex-Teamkollegen David Kopp gestützt werden. Laut Schumacher hatten die Mediziner eine Schlüsselrolle im vermeintlichen Doping-System innerhalb des Teams inne. Gegen zwei Ärzte wird wegen Verstößen gegen das Arzneimittelgesetz, der Körperverletzung und des Rezeptbetrugs ermittelt.

Die Schlussfolgerung von Schumachers Verteidigung ist deshalb: Wenn die Ärzte von allem gewusst und das Doping sogar initiiert haben, kann der angeblich betrogene Holczer nicht außen vor gewesen sein. Dieser hat aber jede Mitwisserschaft bei den Praktiken des inzwischen geständigen Dopingsünders Schumachers zurückgewiesen.

"In dem Koffer waren Kortison-Präparate"

Aus diesem Grund wirft die Staatsanwaltschaft Schumacher vor, Holczer mit systematischem Doping hintergangen und sich mit seinen Verfehlungen laut Anklageschrift einen "rechtswidrigen Vermögensvorteil" von rund 150.000 Euro erschlichen zu haben. Schumacher beruft sich darauf, dass Holczer bestens über seine Dopingpraktiken Bescheid gewusst habe und er ihn deshalb nicht betrügen konnte.

"Ich würde mir wünschen, dass ein Sportmediziner endlich mal die Hosen runterlässt", sagte Schumachers Anwalt Michael Lehner: "Ein Pflaster war sicher nicht in dem Koffer, der da nach Frankreich musste." Noch deutlicher wurde Schumacher: "In den Arztkoffern waren immer zig Kortison-Präparate." Am nächsten Verhandlungstag (11. September) wird Holczer in den Zeugenstand gerufen. Auch Holczers Frau soll vernommen werden. Das Urteil wird für den 28. Oktober erwartet.

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