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Tony Martin erneut Weltmeister im Zeitfahren

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Hattrick ist perfekt  

Tony Martin ist erneut Weltmeister

25.09.2013, 19:22 Uhr | sid, dpa

Tony Martin erneut Weltmeister im Zeitfahren. Fingerzeig: Tony Martin ist zum dritten Mal in Folge Weltmeister im Zeitfahren geworden. (Quelle: AP/dpa)

Fingerzeig: Tony Martin ist zum dritten Mal in Folge Weltmeister im Zeitfahren geworden. (Quelle: AP/dpa)

Titelhattrick für Tony Martin: Der 28-Jährige dominierte den Showdown im Einzelzeitfahren gegen Bradley Wiggins und Fabian Cancellara über 57,9 Kilometer zwischen Montecatini Terme und Florenz und holte im dritten Jahr nacheinander den Sieg in seiner Paradedisziplin. Bei der Zieldurchfahrt streckte Martin drei Finger der linken Hand aus, um seinen Triumph zu symbolisieren. Zuvor hatte nur Michael Rogers (Australien, 2003-2005) dreimal in Serie den Titel geholt.

Auf der nahezu komplett flachen Strecke spielte Martin seine ganze Kraft aus und setzte mit 1:05:36,65 Stunden deutlich die Bestzeit. Der Brite Wiggins, bei Olympia in London noch vor Martin, holte mehr als 46 Sekunden hinter dem Titelverteidiger die Silbermedaille. Cancellara (Schweiz) wurde weitere zwei Sekunden zurück Dritter. "Das war das Highlight meiner Saison. Auf diesen Moment habe ich das ganze Jahr hingearbeitet", sagte Martin nach dem Rennen. "Als ich aus der Altstadt mit 40 Sekunden Vorsprung kam, habe ich auf den letzten fünf Kilometern keine Schmerzen mehr gefühlt".

Ausgepumpt auf dem Asphalt

Im Ziel fiel Martin nach dem ersten Gold für den Bund Deutscher Radfahrer (BDR) bei diesen Titelkämpfen seinem Physiotherapeuten um den Hals, bevor er sich ausgepumpt auf den Asphalt legte. Vor dem Dreikampf der Zeitfahr-Giganten hatte Martin sich bewusst den Favoritendruck aufgeladen. "Mein erster Titel in Kopenhagen vor zwei Jahren war der Schönste, aber das heute kommt dem Gefühl sehr nahe. Der zweite Platz wäre eine Enttäuschung gewesen", erklärte der Lausitzer weiter.

"Ich bin lieber der Jäger"

Seit Wochen hatte Martin alles dem Ziel untergeordnet, zum dritten Mal nacheinander Weltmeister zu werden. Auch am Morgen war Martin, der das Rennen vorab als "Aufeinandertreffen der Könner" bezeichnet hatte, keine Nervosität anzumerken. Ganz entspannt sei er gewesen, hieß es aus dem Lager des BDR. Als letzter der 77 Starter war Martin in den Wettbewerb gegangen, eine Position, von der er sich einen Vorteil versprach: "Ich bin lieber der Jäger, dann kann ich das Feld von hinten aufrollen."

Zudem war nach seiner Ansicht die Teilnahme am Mannschaftszeitfahren gegenüber Wiggins ein Plus. Dadurch waren Martin und Cancellara schon einmal in vollem Renntempo durch die technisch schwierige Altstadt von Florenz gefahren - und Martin gewann sogar Gold. Mit kräftigen Tritten löste sich Martin dann um 15.12 Uhr aus der Startbox, nachdem er noch einmal tief durchgeatmet hatte, sofort nahm er die aerodynamische Idealposition ein.

"Wachrüttler" kam zur rechten Zeit

Wie auch Cancellara ging Martin forsch an. An der ersten Zwischenzeit hatten sich beide nahezu gleichauf schon von der Konkurrenz abgesetzt, während Wiggins früh ins Hintertreffen geriet. An der nächsten Marke lag der Deutsche 13 Sekunden vorn, und dieser Trend kehrte sich nicht mehr um. Der "Wachrüttler" bei der Vuelta, als Martin gegen Cancellara verloren hatte, kam zur rechten Zeit. Der zweimalige Tour-de-France-Etappensieger bewies, dass er seine kleinen Defizite aufgearbeitet hat und sich in der Form der Titelkämpfe von Kopenhagen befindet. Dort hatte Martin erstmals in seiner Laufbahn Cancellara besiegt.

Als nach 42,3 Kilometern fast 30 Sekunden zwischen ihm und dem Schweizer lagen, zeichnete sich Gold endgültig ab. Auch ein starkes Finish von Wiggins änderte daran nichts, sorgte aber für den identischen Einlauf wie 2011 in Dänemark. "Tony war heute ein anderes Level", lobte Wiggins.

Enttäuschend waren die Auftritte von Patrick Gretsch und Routinier Bert Grabsch. Der Erfurter Gretsch, als Kandidat für ein Top-10-Ergebnis angetreten, blieb als 38. weit unter seinen Möglichkeiten, verlor aber auch durch einen Sturz nach etwa 40 Kilometern wertvolle Zeit. Grabsch (Wittenberg) wollte eigentlich ein Ausrufezeichen setzen nach einer bislang dürftigen Saison. Doch der Weltmeister von 2008 kam auf den 20. Rang.

Martin rückt von Plänen ab

Nach seinen dritten WM-Titel rückte Martin vom Vorhaben ab, sich zum Rundfahrer zu entwickeln. "Im Moment gibt es keine Pläne. Ich mache mir über die Klassement-Optionen keine Gedanken. Wenn du irgendwo top bist, dann willst du das bleiben. Ich will das Zeitfahren nicht hergeben", sagte der 28-Jährige nach seinem Sieg.

Während der Tour de France hatte Martin angedeutet, dass er sich noch einmal in Richtung Gesamtklassement orientieren und dafür sein Training umstellen sowie kontrolliert Gewicht verlieren wolle. Dieser Prozess sollte nach der WM beginnen. Nun setzt er stattdessen weiter auf seine Paradedisziplin und nimmt langfristig Rio de Janeiro 2016 ins Visier. Der Olympiasieg fehlt dem gebürtigen Cottbuser bislang noch. "Olympia ist fällig", sagte der Zeitfahrspezialist.

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